Sennelager

Lage des Stadtbezirks Schloß Neuhaus/Sande in Paderborn
Lage des Stadtbezirks Schloß Neuhaus/Sande in Paderborn

Paderborn-Sennelager ist ein Stadtteil der Stadt Paderborn, der nach dem bekannten Truppenübungsplatz in der Senne benannt ist.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Sennelager liegt am nördlichen Stadtrand von Paderborn (etwa 8 Kilometer von der Innenstadt entfernt), am westlichen Rand der Senne. Es gehört zum Stadtbezirk Schloß Neuhaus/Sande und umfasst Teile der beiden ehemaligen Gemeinden, die sich 1969 zusammengeschlossen hatten. Schloß Neuhaus liegt südlich, Sande westlich von Sennelager. Nördlich der Paderborner Stadtgrenzen liegen die Gemeinde Hövelhof und die Stadt Bad Lippspringe.

Seine geografischen Koordinaten sind 51° 46' N, 8° 43' O bei 109 m ü. NN.

Geschichte

Sennelager wurde 1851 als preußisches Kavallerie-Übungslager (daher der Name) im zur damaligen Gemeinde Neuhaus gehörenden fast menschenleeren Teil der Senne gegründet. Später erfolgte, insbesondere in der Zeit des Deutschen Kaiserreichs ab 1890, der weitere Ausbau zum Truppenübungsplatz.

Der Übungsplatz Senne wurde am 10. November 1847 von der Stadt Paderborn übernommen und „in Dienst gestellt“. 1881 wurde dieser als „Kavallerie-Exerzierplatz“ am Diebesweg erweitert. Am 24. November 1888 wurde im Zuge einer weiteren Vergrößerung dieser als „Kavallerie-Übungsplatz“ deklariert. Als „Truppenübungsplatz Senne“ gilt der Platz seit dem Jahre 1882.

  • 1892 Zu den ersten Gebäuden in Sennelager (damals noch Neuhaus) gehörte der Gasthof Temme.
  • 1895 besuchte Kaiser Wilhelm II. Sennelager.
  • 1896 erhielt der erste Wirt (Dautzenberg) seine Schankkonzession. Metzgermeister Mersch gründete eine Schlachterei.
  • 1908 entstand das erste Soldatenheim in Sennelager, das „Hohenzollernhaus“.

Die Nationalsozialisten lösten 1941 das Kloster der Salvatorianer in Sennelager (Haus Heilandsfrieden) auf. Sie vertrieben die Ordensleute, denen sie Aufenthaltsverbote im Rheinland und in Westfalen auferlegten.

Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges entstand hier ein Verladebahnhof für das in der Senne gelegene Militärgelände, auf dem unter anderem die Tiger-Panzer erprobt und in Dienst gestellt wurden. Am 10. Juli 1941 trafen die ersten russischen Kriegsgefangenen auf dem Truppenübungsplatz ein und wurden notdürftig untergebracht. Weitere Transporte folgten, ein Kriegsgefangenenlager entstand. Am 26. November 1944 wurde in Sennelager außerdem ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald eingerichtet. Bis zur Auflösung Anfang April 1945 waren hier 10–34 Häftlinge untergebracht.[1]

Der militärische Teil kam nach 1945 zunächst als Internierungslager unter britische Verwaltung und ist heute Stützpunkt sowohl der britischen Streitkräfte als auch der NATO.

Infrastruktur und Wirtschaft

Verkehr

Schienenverkehr

Der Bahnhof „Sennelager“ liegt an der Senne-Bahn (KBS 403), auf der im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) die gleichnamige RegionalBahn 74 BielefeldSennestadtPaderborn verkehrt.

Durchgeführt wird der SPNV von der NordWestBahn, die Diesel-Triebwagen der DB-Baureihe 643 einsetzt.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der Hochstift-Tarif des NPH, in Richtung Bielefeld ein Übergangstarif zum Verkehrsverbund OstWestfalenLippe und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen

Sennelager ist über die A 33 an das Fernstraßennetz angebunden. Die Anschlussstelle Paderborn-Sennelager liegt nördlich im Schnittpunkt mit der Bielefelder Straße, der ehemaligen Bundesstraße.

Wirtschaft

Die Wirtschaft wird vor allem durch den Betrieb des Truppenübungsplatzes bestimmt. An der Bielefelder Straße befindet sich die Normandy Barracks genannte Kaserne der britischen Stationierungsstreitkräfte.

Sowohl nahe der Autobahnabfahrt als auch unweit des Bahnhofes liegt jeweils ein Gewerbegebiet.

Bildung

Sennelager verfügt über eine Gemeinschaftsgrundschule und einen katholischen Kindergarten. Weiterführende Schulen gibt es im Ortskern des Stadtteils Schloß Neuhaus und in der Kernstadt Paderborn.

Sport

Ende der 1960er-Jahre spielte die 1. Fußballherrenmannschaft des TuS 1910 Sennelager teilweise in der Verbandsliga. 1973 fusionierte der Verein mit dem TuS Schloß Neuhaus zum TuS 07/10 Schloß Neuhaus („07“ für das Gründungsjahr des TuS Schloss Neuhaus und „10“ für das Gründungsjahr des TuS Sennelager). Diese Mannschaft spielte in der Saison 1982/83 in der 2. Bundesliga.

Handball ist bis heute eine beliebte Sportart in Sennelager. Ende der 1980er-Jahre schaffte man es, drei Jahre in der Landesliga zu spielen.

Tennis ist erst in der jüngeren Vergangenheit die sportlich erfolgreichste Sportart in Sennelager. Bis heute spielen dort Mannschaften in den Verbands- sowie Bezirksligen und -klassen.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Zum KZ-Außenlager Sennelager vgl. Jan Erik Schulte, Konzentrationslager im Rheinland und in Westfalen, 1933–1945. Zentrale Steuerung und regionale Alternative, Schöningh, Paderborn 2005, S. XXXIX.
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