Sensillum ist ein Begriff aus der Physiologie der Gliederfüßer und bezeichnet verschiedene Sinnesorgane zur Wahrnehmung chemischer oder mechanischer Reize. Dabei wird ein Sensillum immer aus einem Haar oder Poren und zwei Sinneszellen (Rezeptor) gebildet. Die Weiterleitung der Reize erfolgt über multiterminale ganglionale Rezeptorzellen.
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Da Gliederfüßer ein starres Exoskelett (Außenskelett) besitzen, müssen äußere mechanische Reize anders als beispielsweise bei Wirbeltieren an die erregbare Membran geführt werden. Dazu bilden Epithelzellen einen dünnen Chitinfaden, in dessen Basis mindestens ein Dendrit einwächst. Dieser Chitinfaden überträgt den mechanischen Reiz mit der Cuticula des Körpers am Gelenk auf die erregbare Membran. Je nach Reizart kann dieser Reizüberträger in vielfältiger Weise zu Stiften, Platten, Kappen etc. abgewandelt werden. Der adäquate Reiz ist ein transversaler Druck auf die Dendritenmembran.
Ein Haarsensillum ähnelt in Funktion sehr einer Haarzelle:
Ein Geruchssensillum ist ein Organ zur Wahrnehmung chemischer Reize geringer Konzentration auf den Antennen von Insekten. Es handelt sich dabei um cuticuläre Sinnesorgane. Die Riechstoffe gelangen über Poren (150 bis 50.000 pro Sensillum) zu den 1 bis 45 Sinneszellen.
Ein Geschmackssensillum ist ein Organ zur Wahrnehmung chemischer Reize höherer Konzentration. Sie befinden sich
Typische Mechanorezeptoren werden durch die Haarsensillen repräsentiert. Sie bedecken den ganzen Körper, vornehmlich aber die Beine. Es sind zumeist einfache Tasthaare und spezialisierte Trichobothrien, die auf Luftbewegungen und auch auf Schalldruckwellen reagieren.
Hier gibt es zwei Typen:
Borstenfelder haben eine sehr wichtige Funktion, denn sie übermitteln Gelenkstellungen.
In Kuppel- oder Campaniformen Sensillen messen Mechanosensoren die Verformung der Cuticula und registrieren so selbst winzige mechanische Reize. Sie sind durch Querkompression (Belastung oder Muskelkraft) aktivierbar.
Scolopidialsensillen enden unter dem Epithel und reagieren im Körperinneren auf Druck oder Zug.
Spalt- oder Lyriforme Sensillen haben die selben Aufgaben wie Kuppelsensillen, jedoch sind sie auf den Vibrationssinn besonders bei Spinnen spezialisiert. Sie werden durch zahlreiche parallele Spalten in der Exocuticula (äußerst liegende Hautschicht) gebildet. Im Zentrum eines jeden Spaltes befindet sich ein sogenannter Kopplungszylinder, eine zylinderförmige Vertiefung, an der der Dendrit (Cytoplasmafortsatz einer Nervenzelle) der zugehörigen Sinneszelle angreift. Spaltsensillen dienen zur Wahrnehmung von Boden- und bei Spinnen von Netzvibrationen, reagieren aber auch auf Luftschall im Frequenzbereich zwischen 100 und 2.500 Hz (optimal zwischen 300 und 700 Hz).
Die Funktion der Tubularsensillen ist bislang ungeklärt.