Sepphoris war eine antike Stadt in Galiläa. Sie war im 1. Jahrhundert v. Chr. eine größere Stadt der Region und befand sich etwa acht km nördlich von Nazaret.
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Der jüdische Historiker Flavius Josephus berichtet in seiner Geschichte des jüdischen Krieges, Ptolemäus Lathrys von Ägypten habe die Stadt erfolglos an einem Sabbat belagert: Demnach war sie um etwa 106 v. Chr. mit Außenmauern befestigt. Sie wurde von Anhängern des jüdischen Königs Alexander Jannäus – einem Nachfahren der Makkabäer – gegen die Römer verteidigt. Ab 63 v. Chr. war Sepphoris mit ganz Galiläa fest in römischer Hand. Um 55 v. Chr. berief der Prokonsul von Syrien, Aulus Gabinius, das einzige offizielle römische Konzil für Galiläa dorthin ein. Man nimmt daher an, die Stadt sei nun römischer Verwaltungssitz geworden.
Im Krieg zwischen Herodes dem Großen und seinem Rivalen Matthias Antigonos um die Macht über Galiläa geriet Sepphoris zwischen die Fronten. Herodes eroberte die Stadt und hielt sie bis zu seinem Tod im Jahr 4 v. Chr. Judah ben Hezekiah nutzte die Situation, um die Stadtbewohner zu einem Aufstand gegen die von den Römern protegierten Herodianer zu führen. Daraufhin ließ Publius Quinctilius Varus, damals Gouverneur von Syrien, die Stadt völlig zerstören.
Herodes Antipas, ein Sohn von Herodes dem Großen, ließ sie dann völlig neu wiederaufbauen und machte sie zum Zentrum seiner Tetrarchie. Bis er 19 n. Chr. in die ebenfalls neu errichtete Stadt Tiberias übersiedelte, war Sepphoris seine Hauptstadt und das besonders schön gestaltete Aushängeschild seiner Herrschaft. Josephus nannte sie darum das „Ornament von ganz Galiläa“ und legt auch nahe, dass sie „die stärkste Stadt Galiläas“, also ein römisches Militärzentrum war.
In seiner Zeit als Feldherr der galiläischen Juden im Krieg gegen die Römer und im Bürgerkrieg mit Johannes von Gischala eroberte Josephus die Stadt zweimal. Er berichtet, ihre Bewohner seien mit Furcht vor ihren Landsleuten erfüllt gewesen, da sie mit den Römern befreundet waren und mit Cestius Gallus, dem syrischen Gesandten, ein Abkommen getroffen hatten.
Ausgrabungen seit 1950 bestätigen diese antiken Notizen: Sepphoris lag auf einer Anhöhe und war weithin sichtbar. Ihre Straßen waren mit kostbarem gebrochenen Marmor ausgelegt. Ein römisches Theater war in einen Hügel hineingebaut. Aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammt eine Bürgerbasilika mit weißen Mosaikböden und reichen Wandgemälden. Gewöhnliche und vornehme Häuser fand man im Innenstadtbereich Seite an Seite. Es gab zwei Märkte, auf denen ein reger Handel mit regionalen Waren – vermutlich vor allem mit Nahrungsmitteln (Weizen, Oliven, Weintrauben, Dörrfisch), Keramik, Schmuck und Webstoffen – stattfand.
Die Sozialstruktur war stark von Besitz und Abkunft bestimmt. Großgrundbesitzer, Händler und Zolleinnehmer waren die damaligen „Reichen“, die das Stadtgeschehen dominierten. Sie besaßen Ländereien im Umland und lieferten ihre Produkte auch in die Nachbarorte aus. Sie arbeiteten großenteils auch für die Regierung des Herodes. Zur Mittelschicht gehörten Schreiber, Richter, Handwerker, Kleinbauern, Geldwechsler, Steuereintreiber. Manche Forscher vermuten, dass auch Josef, der Vater Jesu, als Bauhandwerker beim Aufbau von Sepphoris geholfen und dort seinen Unterhalt verdient haben könnte. - Zu den Armen gehörten Landlose, Sklaven, Viehhirten, Tagelöhner, Bettler, Prostituierte, Diebe und Banditen.