Serienfertigung

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Die Serienfertigung (von latein. serere „reihen“, „fügen“) ist durch die gleichzeitige oder unmittelbar aufeinander folgende Erzeugung mehrerer gleichartiger Produkte (Serie) gekennzeichnet. Sie ist ein Produktionstyp mit einer großen, aber begrenzten Anzahl von Wiederholungen. Ist der Leistungsumfang einer Serie abgeschlossen, beginnt die Herstellung einer anderen Serie.

Neben der Serienfertigung unterscheidet man als Fertigungsarten die Einzelfertigung, die Massenfertigung, die Sortenfertigung sowie die Chargenfertigung.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Bevor es zu einer Fertigung eines Produkts kommt, wird dieses zunächst als Prototypen (handwerkliches Einzelstücke) gefertigt. Anhand dieser ersten Muster wird das Aussehen, die Beschaffenheit, die Zusammensetzung und am Schluss der Ablauf der Herstellung festgelegt. Durch die Festlegung dieser Punkte ist ein Serienprodukt definiert. Vor der Freigabe der Serienproduktion wird oft eine Nullserie angefertigt.

Um Serienfertigungen optimal steuern zu können, stehen verschiedene Software-Tools zur Verfügung, die helfen sollen, den Prozess der Serienfertigung zu optimieren, damit Durchlaufzeiten so kurz wie möglich gehalten werden.

Eine Serie eines Produkts wird in der Regel solange produziert, wie sie sich gewinnbringend am Markt verkaufen lässt. Die Hersteller reagieren hierbei individuell auf unterschiedliche Faktoren: Geschmack der potentiellen Kunden, Jahreszeiten, günstigere oder bessere Ausgangsmaterialien, verbesserte Fertigungsschritte und die Konkurrenzsituation am Markt.

Merkmale der Serienfertigung

  • Arbeitsteilung
  • qualitativ verwandte Erzeugnisse
  • fertigungstechnisch unterschiedliche Erzeugnisse (z. B. Möbel)
  • hohe Bedeutung der Umrüstzeiten und -kosten
  • begrenzte Zahl (Serie) gleichartiger Leistungen
  • einmalig, dann folgt die nächste Serie

Unterscheidungsarten

Bezogen auf die Menge kann unterschieden werden zwischen:

  • Kleinserienfertigung – z. B. Kranbau: geringe Menge gleichartiger Kräne;
  • Großserienfertigung – z. B. Automobilindustrie: große Menge gleichartiger Autotypen.

Weiter kann unterschieden werden in:

  • auftragsorientierte Serienfertigung – für teilweise standardisierte Produkte, die nach einem Kundenauftrag gefertigt werden;
  • marktorientierte Serienfertigung – für teilweise standardisierte Produkte, die für den anonyme Abnehmer produziert werden.

Beispiele für Industrien mit Serienfertigung

  • Automobil- und Automobilzuliefererindustrie: Automodelle, Reifen, Felgen, Lack
  • Mode: Kleider, Anzüge, Schuhe
  • Standardmaschinenbau
  • Apparatebau
  • Möbelindustrie
  • Pharmaerzeugnisse
  • Metallindustrie

Vorteile

  • das Produkt wird perfektioniert
  • das Produkt ist einfacher herzustellen, da der Ablauf immer der gleiche ist
  • das Produkt wird billiger, da die erforderlichen Maschinen optimiert und besser ausgelastet werden können; außerdem ist die Beschaffung der erforderlichen Materialien in großen Stückzahlen deutlich kostengünstiger
  • das Produkt steht in relativ großen Stückzahlen auf dem Markt zur Verfügung
  • hohe Produktivität
  • kurze Durchlaufzeiten
  • tendenzielle geringe Transportkosten und Lagerkosten
  • Einsatz von angelernten Arbeitskräften möglich
  • Fixkostendegression

Nachteile

  • die Individualität geht verloren
  • kleinere Hersteller und Manufakturen können nur noch Nischenprodukte gewinnbringend herstellen.
  • Marktänderungen sind mit hohen Umstellungsaufwendungen (z. B. Rüstkosten) verbunden
  • höhere Lagerkosten, wenn mehrere Produkte, die nacheinander auf der selben Maschine hergestellt werden, gleichzeitig abgesetzt werden.
  • hoher Kapitalbedarf für Fertigungseinrichtung

Literatur

  • Hanen, Georg: Produktionsplanungsprobleme in einem Unternehmen mit Serienfertigung. Regensburg 1981.
  • Bernhard Heinen, Peter Dietel, Ekkehard Kupsch, Edmund Kappler: Entscheidungen im Industriebetrieb. Wiesbaden 1991, ISBN 3409331522.

Weblinks

Quelle:
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