Der Sesterz (lat. sestertius) war Münze und Hauptrecheneinheit (Monetär) in der römischen Republik und Kaiserzeit. Der Sesterz hatte ursprünglich den Wert von zweieinhalb As, daher die Bezeichnung "der dritte (As) halb" = semis tertius (as). Das Zeichen für den Sesterz war IIS oder HS. (Die Vermutung, dass daraus das $-Zeichen entstanden sei, gilt als falsch.)
Der Sesterz taucht erstmals im 3 Jhd. v. Chr in der römischen Republik auf, wurde in dieser Zeit in Silber geschlagen und wog knapp über einem Gramm.
Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde der Sesterz unter Julius Caesar erstmals in Bronze geschlagen und in großen Mengen ausgegeben.
Mit der Münzreform unter Augustus nahm der Sesterz seine endgültige Form an. Er wurde von da an aus Aurichalkum, einer messingähnlichen Kupfer-Zink-Legierung geprägt, hatte einen Durchmesser von 27 bis 35 Millimetern und ein Gewicht von etwa 27,3 Gramm (eine Unze). Dieser Sesterz bestimmte die Münzwirtschaft für die nächsten zweihundert Jahre. Zwar nahmen Gewicht und Zinkanteil ständig ab, das Erscheinungsbild und die Wertigkeit der Münze blieb aber konstant.
Der Sesterz war auch die Buchwährung bis zur Münzreform des Diocletian. So wurden öffentliche Ausgaben, bargeldlose Geschäfte und die Buchführung mit dem Sesterz als Recheneinheit durchgeführt.
Wie die anderen Münzen der ersten beiden Jahrhunderte der Kaiserzeit, fiel auch der Sesterz der Inflation zum Opfer, da der Materialwert den Nominalwert um ein Vielfaches überstieg.
Eine letzte kurze Blüte erlebte der Sesterz unter dem Augustus des gallischen Sonderreichs Postumus, der in Köln geschlagene Doppelsesterzen ausgab.
Die letzten Prägungen gab es Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr.
Eine einfache Hauptmahlzeit oder 0,55 L Wein kostete zwei Asse. Ein normaler Sklave kostete ca. 500 Denare (= 2000 Sesterze) oder mehr. Eine nette Sklavin kostete ca. 2000 Denare (= 8000 Sesterze) oder mehr. Tageslohn des Legionärs war zehn Asse. Tagesbedarf eines Arbeiters war ein Denar (= vier Sesterzen).
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