Shinōkōshō (jap. 士農工商) war das Gesellschaftsmodell in Japan während der Edo-Zeit. Es wurde unter Tokugawa Ieyasu eingeführt. Die vier Stände waren Samurai (士, shi), Bauern (農, nō), Handwerker (工, kō) und Kaufleute (商, shō).
Das Modell entspricht konfuzianischen Vorstellungen: die Adelsschicht (die Samurai) führt das Volk, die Bauern erwirtschaften den gesellschaftlichen Wohlstand, die Handwerker verarbeiten die Produkte der Landwirtschaft, und die Händler verteilen diese Produkte. Daraus leitet sich auch die Rangfolge der Stände ab.
Über dem Shinōkōshō standen die Kuge, die Adligen des Hofes in Kyōto, die bereits im 11. Jahrhundert ihre Macht eingebüßt hatten, aber immer noch eine zeremonielle Funktion erfüllten.
Unter dem Shinōkōshō standen die heute als Buraku bezeichneten: Zum einen Eta (穢多, dt. Schmutz), die Berufe ausübten, die nach dem buddhistischen und shintōistischen Glauben als unrein galten: Bestatter, aber auch fleisch- und lederverarbeitende Berufe, und Hinin (非人, dt. „Nicht-Menschen“), wozu fahrendes Volk und verurteilte Verbrecher gezählt wurden.
1869 wurde das Shinōkōshō im Rahmen der Meiji-Restauration abgeschafft. Bauern, Händler und Handwerker wurden zu normalen Bürgern. Eta und Hinin erhielten ebenfalls die Staatsbürgerschaft, wurden allerdings mit einem Stempel als „Neubürger“ gekennzeichnet. Kuge und Samurai wurden zu den Kazoku, einem neuen Adelsstand zusammengefasst, der sich am englischen Peerage-System orientierte.