| Shkodra | |||
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| Basisdaten | |||
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| Staat: | Albanien | ||
| Qark: | Shkodra | ||
| Kreis: | Shkodra | ||
| Koordinaten: | 42° 4' N, 19° 30' O | ||
| Einwohner: | 109.632 (2003) | ||
| Zeitzone: | MEZ (UTC+1) | ||
| Telefonvorwahl: | (+355) 022 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | SH | ||
| Struktur und Verwaltung | |||
| Bürgermeister: | Artan Haxhi (PD) | ||
| Webpräsenz: | |||
Shkodra (albanisch auch Shkodër, deutsch früher auch Skutari, italienisch Scutari, serbisch Skadar, lateinisch Scodra) ist die wichtigste Stadt Nordalbaniens und Hauptort der gleichnamigen Präfektur und des gleichnamigen Kreises am Shkodrasee, nahe der Grenze zu Montenegro gelegen. Die Stadt hat 109.632 registrierte Einwohner (2003). Schätzungen gehen aber davon aus, dass in Shkodra mehr als 130.000 Einwohner leben.
Inhaltsverzeichnis |
Wenig außerhalb an der Buna liegt die Burgruine Rozafa, deren Ursprünge auf die vorrömische Zeit der Illyrer zurückgehen. Die Burg hat bis in die Neuzeit die Geschicke der Stadt bestimmt. Die Lage in der fruchtbaren Ebene zwischen den Nordalbanischen Alpen, dem See und dem Meer an wichtigen Flüssen und Verkehrswegen war immer von strategischer Bedeutung. Der alte Basar lag ursprünglich südöstlich des Burghügels. Nach Erdbeben 1815 und 1837 veränderte sich aber der Lauf des Drins und die Gegend wurde regelmäßig überflutet. Das heutige Stadtzentrum liegt zwei Kilometer nordöstlich der Burg in der Ebene zwischen Bergen und See. Mit Ausnahme der Befestigungsmauer sind die meisten Gebäude der Burg zerstört. Bis zur Niederlage der türkischen Truppen im Jahr 1913 wurde sie noch militärisch genutzt.
Das nordalbanische Zentrum hat viel von seinem alten Glanz verloren. Während des Kommunismus war Shkodra noch eine wichtige Industriestadt. Seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes leidet die Stadt unter einer relativ schlechten wirtschaftlichen Lage, die sich aber zunehmend bessert. Besonders Ende der 1990er Jahre war auch die Sicherheitslage sehr labil. Das Stadtbild, hat sich in den letzten zwei Jahren aufgrund starken Zuzugs aus den umliegenden Dörfern beträchtlich verändert. Es wird jedoch ohne Kriterium und ohne einen langfristigen Plan gebaut. Viele alte Häuser in der Altstadt müssen den neuen Hochbauten weichen. Die Stadtverwaltung scheint dem nichts entgegenzusetzen.
In und um Shkodra ist seit Beginn der 90er Jahre das albanische Gewohnheitsrecht wieder aufgelebt. Ohne dieses genau zu kennen, glauben viele, Blutrache ausüben zu müssen. Hunderte von Familien in der Region können ihr Haus nicht mehr verlassen, weil sie von der Blutrache bedroht sind. Inzwischen sind unabhängige Organisationen und Privatpersonen in der Versöhnung der verfeindeten Parteien engagiert. Dank dieser Vermittlung hat sich die Lage in den letzten Jahren entspannt.
Shkodra ist das Zentrum der Katholiken Albaniens, die primär im Norden leben. Die Stadt ist Sitz einer Erzdiözese und beherbergt ein theologisches Seminar des Jesuitenordens. Die Kathedrale (1898 fertig gestellt) war während des Kommunismus zu einer Turnhalle umfunktioniert.
Der lokale Fußballklub Vllaznia Shkodër spielt in der Ersten Liga.
Das antike Scodra wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. gegründet und war das städtische Zentrum der illyrischen Labeaten. Hier residierte im 3. Jahrhundert v. Chr. die bekannte illyrische Königin Teuta. Ihre Truppen wurden im Ersten Illyrischen Krieg vor Scodra von den Römern entscheidend geschlagen und Teuta musste ihre Hauptstadt für immer verlassen. Genthios, der letzte illyrische Herrscher Scodras wurde 168 v. Chr. von den Römern besiegt und Scodra wurde Teil des römischen Imperiums. Seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. Teil der Provinz Dalmatia, wurde sie im Zuge der Verwaltungsreform Kaiser Diokletians Metropole der neu geschaffenen Provinz Praevalitana. Seit dem 4. Jahrhundert ist die Stadt auch Sitz eines Erzbischofs gewesen. Dieser wurde aber 535 von Kaiser Justinian der neu geschaffenen Metropolie Justiniana Prima unterstellt und Shkodra somit zum Bistum zurückgestuft.
In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts drangen die Slawen bis in die Gegend von Shkodra vor und eroberten die Stadt.
Ab 1040 gehörte Shkodra zum Fürstentum Duklija. Nach wechselnden Herrschaften war die Stadt im 14. Jahrhundert bis 1355 Teil des Serbischen Reichs. Danach regierten die Ballsha in Shkodra. 1393 besetzen die Türken zum ersten Mal für kurze Zeit die Stadt. 1396 übernahmen die Venezianer die Macht in Shkodra. 1403 kam es zu einem Aufstand der Shkodraner gegen die venezianische Herrschaft.
1479 wurde Shkodra von den Osmanen nach langer Belagerung der Burg erobert und Shkodra wurde Hauptstadt eines Sandschaks. Es dauerte jedoch längere Zeit bis sich die Stadt von den zahlreichen Kriegen erholen konnte und zu einem bedeutenden Handelsort wurde, der vom Austausch zwischen dem Osmanischen Reich und dem übrigen Europa profitieren konnte. Noch 1614 wurde Shkodra von einem französischen Reisenden als kleine Stadt mit kaum 300 Häusern beschrieben. Der türkische Reisende Evliya Çelebi dagegen schildert sie etwa 50 Jahre später als blühende Handelsstadt mit 1800 Häusern. (Das entspricht etwa 9000 Einwohnern, etwas mehr als Berlin in jener Zeit hatte.)
In den Wirren der Balkankriege 1912/13 beanspruchten Montenegriner und Serben die Stadt für ihre Staaten (immerhin gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts tatsächlich einen serbischsprachigen Bevölkerungsanteil in der Stadt und ihrem Umland, der heute aber fast ganz assimiliert ist). Die montenegrinische Armee hielt Shkodra einige Zeit besetzt. Auf Druck der europäischen Großmächte musste diese 1914 wieder abziehen, und Shkodra wurde dem gerade unabhängig gewordenen Albanien zugeschlagen. Im Ersten Weltkrieg von 1916 bis 1918 stand die Stadt unter österreichischer Besatzung. Nach dem Krieg folgten die Franzosen, die Shkodra 1919 an die Regierung des wiedererstandenen Albanien übergaben.
Bis zum Aufschwung der neuen Hauptstadt Tirana in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts war Shkodra die wichtigste Stadt des Landes (zeitweise in Konkurrenz mit der Hafenstadt Durrës). Im 19. Jahrhundert lebten hier mehr als 40.000 Menschen. Die vielen katholischen Bewohner hatten starke Beziehungen nach Italien und Österreich, was der Entwicklung förderlich war. Katholische Mönche eröffneten verschiedene Schulen. 1879 wurde hier erstmals in Albanien eine Zeitung publiziert und 1901 fanden wichtige Treffen der albanischen Nationalbewegung statt.
1990 war die Stadt ein Zentrum des Aufstandes gegen die kommunistische Diktatur. Bei Demonstrationen kamen vier Personen ums Leben. Der katholische Priester Simon Jubani zelebrierte auf einem Friedhof der Stadt den ersten Gottesdienst nach über 30 Jahren Religionsverbot und läutete damit das Ende dieser Bestimmung ein.