Die Short Stirling war ein britischer schwerer Bomber des Zweiten Weltkrieges, entworfen und hergestellt von der Firma Short Brothers.
Die Stirling wurde das Opfer der für sie herausgegebenen Spezifikation (B. 12/36) des britischen Luftfahrtministeriums. Sie hatte Flügel mit geringer Spannweite, damit das Flugzeug in die vorhandenen Hangars hineinpasste, so dass die Gipfelhöhe sehr bescheiden blieb. Außerdem konnten im Bombenschacht lediglich Bomben bis zu einem Stückgewicht von 907 kg untergebracht werden.
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Vor dem eigentlichen Prototyp wurde 1938 ein flugfähiges Holzmodell im halben Maßstab gebaut. Der richtige Prototyp (L 7600) flog am 14. Mai 1939. Er verunglückte bei der Landung, doch flog bereits am 3. Dezember 1939 der zweite Prototyp (L 7605). Das erste Serienflugzeug Stirling Mk I absolvierte im Mai 1940 den Erstflug. Die Auslieferungen begannen im August 1940 an die Squadron 7. Die erste Bestellung von 100 Stirling wurde bald erhöht; zur Zeit der München-Krise 1939 waren 1.500 Stirling bestellt. Die 1.375 PS Hercules II der Prototypen wurden durch 1.595-PS-Hercules-XI-Motoren ersetzt. Zwei Flugzeuge wurden zu Prototypen für eine Version mit 1.600-PS-Wright R-2600-A5B-Motoren umgebaut. Diese Variante ging allerdings nie in Produktion. Die häufigste Version bildeten die Mk III, welche außer Hercules XVI auch einen neueren Rumpfrückenturm aufwiesen. Aus zwei Mk III wurden 1943 Prototypen für die Version Mk IV. Diese Variante wurde für Fallschirmjägertransporte und als Schleppflugzeug gebaut. Der Mk IV glich dem Mk III, es fehlten ihm allerdings einige Waffenstände, und die Fallschirmjägerversion besaß hinter dem Bombenschacht eine Absprungtür. Die letzte Variante, Mk V, war ein unbewaffnetes Passagier- oder Frachtflugzeug mit einer hinteren Ladetür sowie einer seitlich schwenkbaren Nase, um eine weitere Belademöglichkeit zu schaffen. Short Brothers baute 532 Mk I, 618 Mk III, 450 Mk IV und 160 Mk V. Zusätzlich baute die Austin Motor Company 191 Mk I und 429 Mk II.
Die Short Stirling war bei ihren Besatzungen anfangs nicht sehr beliebt. Das lag an verschiedenen Eigenarten, die so in der Flugboot-Branche üblich waren, bzw. Eigenentwicklungen der Short-Brüder waren. Maßgebliche Ursache der harten Kritik des Flugpersonals an ihrem Flugzeug war wohl, dass die meisten zuvor noch keinen 4-motorigen Bomber geflogen waren, ihnen fehlte einfach der Vergleich zu dem was überhaupt technisch erreichbar war. Einer der Kritikpunkte ist, dass die Stirling sich nur mit extremem Kraftaufwand lenken ließ, bei Ausfall eines Motors war ein Weiterflug nur möglich, wenn die Bombenlast unverzüglich abgeworfen wurde. Short hatte aus aerodynamischen und statischen Gründen auf ein Doppelleitwerk verzichtet. Statt dessen kam eine Eigenentwicklung zum Einsatz: Um die 4 Motoren mit einer Hand leicht kontrollierbar zu machen, setzte man eine spezielle hydraulische Schubkontrolle ein, die das Trimmen der Motorenleistung einhändig erleichtern sollte. Probleme durch gerissene Seilzüge sollten vermieden werden, bei Nachlassen der Leistung eines Motors sollte der Differenzialschubregler ein schnelles Umverteilen der Leistung mit einer Hand ermöglichen. Mit einer Hand an der Steuersäule und einer am Differenzialschubregler sollte der Pilot seine Flugbewegungen noch schneller und effektvoller ausführen können, dies versprach die Wendigkeit und Führigkeit zu erhöhen. Leider verzögerte dies jedoch die Reaktionszeit der Vergaser. Auch konnte der Pilot schlecht fühlen ob er "schon am Anschlag war". Um damit gut umgehen zu können, erforderte es viel Erfahrung.
Ein weiteres Problem erwuchs aus der Konzeption als Schulterdecker: Ein Schulterdecker hat große statische Vorteile, allerdings muss das Fahrwerk sehr hochbeinig ausgeführt werden. Ein einfaches Schwenkfahrwerk reichte nicht aus, und so wurde ein Faltfahrwerk eingebaut. Bei schlechtem Öldruck (aufgrund von Beschädigungen etc.) fuhr das Fahrwerk nicht mehr gegen den Fahrtwind aus. Auch konnte man die Reifen nicht komplett in die Motorgondeln einfahren, aerodynamische Test hatten jedoch gezeigt, dass dies vertretbar war. Um dem Fahwerk mehr Standfestigkeit zu geben, wählte man einen großen Abstand der Aufhängungen der einzelnen Beine zueinander, dazu musste eine spezielle 3-teilige Fahrwerks-Schacht-Tür entwickelt werden, die zum Teil am Fahrwerk selbst befestigt wurde.
Der erste Kriegseinsatz von Stirling fand am 10. Februar 1941 bei einem Angriff auf ein Ölvorratslager bei Rotterdam statt. Im Laufe des Jahres 1942 begannen dann die heftigen Bombenangriffe auf feindliche Ziele, welche später durch die Handley Page Halifax und Avro Lancaster während der Nacht und durch die amerikanischen Fortress und Liberator während des Tages weitergeführt wurden. Stirling nahmen am ersten und an manchen weiteren Tausend-Bomber-Angriffen teil. Er erhielt auch als erster britischer Bomber das Bombenzielgerät Oboe für Bombenblindabwurf. Vor ihrer Verwendung für weniger kriegerische Aufgaben gegen Kriegsende dienten noch viele Stirling als Minenleger.
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Im Einsatz | 1940 bis 1945 |
| Hersteller | Short Bros. Ltd |
| Spannweite | 30,22 m |
| Länge | 26,32 m |
| Höhe | 6,93 m |
| Leergewicht | ca. 20.000 kg |
| Startgewicht | ca. 27.000 kg |
| Besatzung | 7 oder 8 Mann |
| Höchstgeschwindigkeit | 416 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 6.250 m |
| Normale Reichweite | 3.090 km |
| Triebwerke | vier 1.590 PS Bristol Hercules XI Doppelsternmotoren |
| Bewaffnung | acht 7,7-mm-Browning-MGs, bis zu 6.350 kg Bomben |
Siehe auch: Liste von Flugzeugtypen
| Commons: Short Stirling – Bilder, Videos und Audiodateien |