Siebenschläfer

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Nagetier. Für den Lostag siehe Siebenschläfertag. Für die Gestalten der christlichen Heiligenlegende siehe Sieben Schläfer von Ephesus.
Siebenschläfer
Siebenschläfer (Glis glis)
Siebenschläfer (Glis glis)
Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Familie: Bilche (Gliridae)
Unterfamilie: Eigentliche Bilche (Glirinae)
Gattung: Siebenschläfer (Glis)
Art: Siebenschläfer
Wissenschaftlicher Name
Glis glis
(Linnaeus, 1766)

Der Siebenschläfer (Glis glis) ist ein mausähnliches, nachtaktives Nagetier aus der Familie der Bilche (Gliridae). Er erhielt seinen Namen wegen seines sieben Monate dauernden Winterschlafes. Der Siebenschläfer sucht sich gerne in Baumlöchern, Vogelhäuschen und auch unter den Dächern von Häusern sein Schlafquartier. Während er dort den Tag verschläft, pflegt er nachts herumzulaufen und macht dabei so viel Lärm, dass dieser auch einem erwachsenen Menschen, etwa einem Einbrecher, zugeordnet werden könnte und nicht einem kleinen Tier von wenigen hundert Gramm Gewicht. Die Gestalt dieses Tieres erinnert an Eichhörnchen und Grauhörnchen. Doch ist der Siebenschläfer erheblich kleiner, hat große, schwarze Augen, rundliche Ohren und einen buschigen Schwanz. Das Gesicht weist keine Zeichnungen, aber lange Tasthaare auf. Die Fußballen dieser Tiere sind stets etwas feucht und so konstruiert, dass Siebenschläfer Bäume und Wände ohne Probleme erklimmen können.

Die Siebenschläfer werden traditionell mit den Sieben Schläfern in Verbindung gebracht und je nach Stimmung als entweder gute Hausgeister und Beschützer der Hausbewohner oder böses Omen gedeutet. Dies fällt jedoch in den Bereich des Aberglaubens.

Der Siebenschläfer war Tier des Jahres 2004.


Inhaltsverzeichnis

Lebensraum

Man findet diese Tiere in Laubwäldern oder großen Gärten (ideal Obstgärten) von Kontinentaleuropa bis hin nach Persien. In England wurden auch schon Einbürgerungsversuche unternommen, aber nur mit mäßigem Erfolg.

Nahrung

Im Herbst wird zum Anfressen des Winterspecks besonders fettreiche Nahrung bevorzugt. Dazu gehören Bucheckern, Eicheln, Haselnüsse, Kastanien und andere Samen, die viel Öl und Fett enthalten. In den Sommermonaten ernähren sich Siebenschläfer eher von Knospen, Rinden, Früchten und Pilzen. Hin und wieder wird die Nahrung durch Insekten, Vogeleier oder kleine Vögel ergänzt.

Fortpflanzung

Einen Monat nach dem Erwachen aus dem langen Winterschlaf beginnt die Paarungszeit. Manchmal zieht diese sich bis Ende August hin. Die Tragzeit variiert zwischen 30 und 32 Tagen. Zwischen Anfang August und Mitte September kommen dann normalerweis 4 bis 6, aber auch bis zu 11 blinde Junge zur Welt. Nach 21 bis 32 Tagen öffnen diese die Augen und beginnen, feste Nahrung zu sich zu nehmen.

Bedrohungen

Zu den Fressfeinden gehören Marder, Hauskatzen und größere Eulen. Lange Winter können einen hohen Schaden in der Population verursachen.

Wegen seiner Bedrohung wurde der Siebenschläfer 2004 in Deutschland von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild als Tier des Jahres ernannt.

Die IUCN stuft den Siebenschläfer als "gering gefährdet" ein.

Literatur

Weblinks

Commons
Commons: Bilche – Bilder, Videos und Audiodateien
Quelle:
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