Silbertal

Wappen Karte
Wappen von Silbertal
Silbertal
Österreichkarte, Position von Silbertal hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz (BZ)
Fläche: 88,61 km²
Koordinaten: 47° 4' N, 9° 58' O
Höhe: 889 m ü. A.
Einwohner: 880 (31. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner je km²
Postleitzahl: 6780
Vorwahl: 05556
Gemeindekennziffer: 8 01 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Zentrum 256
6780 Silbertal
Offizielle Website:
Politik
Bürgermeister: Willi Säly (ÖVP)
Gemeinderat: (2005)
(12 Mitglieder)
11 ÖVP, 1 FPÖ

Silbertal ist eine vom Tourismus geprägte Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Bludenz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Silbertal liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz auf 889m Höhe im Silbertal, einem Seitental des Montafons, in der Verwallgruppe. 31,7 % der Fläche sind bewaldet, 35 % der Fläche Alpen. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Silbertal.
Der Name Silbertal kommt vom Kupfer- und Silberbau. Der einzige Ort des Tals heißt ebenfalls Silbertal und ist eine Streusiedlung.
Silbertal ist ein Seitental des Montafons mit dem Hauptfluss Litz. In die Litz münden zahlreiche Bäche, wie den Gaflunabach, Gieslabach, Burtschabach, Teufelsbach, Fetzgertobel, Kuanzatobel, Feschatobel, Badtobel, Mesmertobel, Endbach, Röfigraben, Stampftobel, Vermolatobel, Grofatobel, Frauenlobtobel und Bargehratobel. Das Tal hat zwei Nebentäler. Nachbarorte sind Schruns, St. Gallenkirch, Gaschurn, St. Anton am Arlberg, Klösterle, Dalaas, Braz und Bartholomäberg.

Geschichte

Schon vor über 1000 Jahren wurde hier Bergbau betrieben und die Bergknappen schürften auf den Höhen des Kristberghanges nach Silber, Kupfer und Eisen. In den Gunstlagen am Talgrund siedelten sich die die rätoromanischen Hofjünger des Hofes Bludenz an.

Das Silbertal wurde von den zugezogenen Walsern erstmals im Zeitraum zwischen 1100 und 1200 besiedelt. Den ersten Nachweis liefert die Weihe der Kapelle im Silberberg, durch die Walser im Jahr 1332.

Das Montafon hatte bis 1806 auf der rechtlichen Grundlage des Montafoner Landsbrauches (seit 1554) eine gewisse Unabhängigkeit. Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich.

Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Silbertal seit der Gründung 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2006  
2001 873
1991 847
1981 824
1971 774

Quelle: Bevölkerungsentwicklung 1869 - 2006 der Statistik Austria Am 31. Dezember 2002 hatte die Gemeinde 873 Einwohnern (inkl. Zweitwohnsitze). Der Ausländeranteil lag 2002 bei 3,3 %.

Wappen

Das Wappen ist gespalten von Rot und Weiß und mit drei Sternen in wechselnden Farben belegt. Ein goldener Hammer ist gekreuzt mit einem soílbernen Hammer, im blauen Schild.

  • Der Balken mit den drei Sternen ist dem Walliser Wappen entnommen und verwist auf die Besiedlung des Tales im frühen 14. Jahrhundert durch die Walser.
  • Der goldene Schlüssel steht für die Zugehörigkeit zum Montafon.
  • Der silberne Hammer erinnert an den Silberabbau am Kristberghang.

Politik

Der Gemeinderat besteht aus 12 Mitgliedern. Die Zusammensetzung nach der Wahl 2005 ist ÖVP: 11 Sitze und FPÖ 1 Sitz. Bürgermeister ist Willi Säly. Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2001 bei 950.054 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 1.885.650 €. Der Schuldenstand betrug 2001 2.061.740 €.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Hll. Josef und Nikolaus
  • Bergknappenkapelle St. Agatha am Kristberg, die älteste Kirche des Montafons.
    Erstmals findet hier ein Kirchenbau in einer Urkunde von 1450 Erwähnung. Dieser spätgotische Bau wurde 1507 von Kasper Schop erbaut. Damals wurden Bergknappen in einem Stollen verschüttet. Unter den Trümmern versprachen die Verschütteten den Bau einer Kirche zu Ehren der Heiligen Agatha. Die Rettung ist gelungen und die Knappen hielten ihr Versprechen [1].
    Außergewöhnlich sind die hölzernen Türstöcke mit eingeschnittenen „Hauszeichen“ von Bewohnern aus einer Zeit, als die wenigsten lesen und schreiben konnten, und damit ihr Werkzeug und Eigentum kennzeichneten. Durch eine von starkem Mauerwerk überwölbte Türe betritt man die kleine Vorhalle, die zum Schutz gegen Wind und Wetter an der Westseite errichtet ist. Das Langschiff hat - wie in Kirchen dieses Alters und dieser Gegend üblich - keine Fenster an der Nord- und Westseite. Bemerkenswert ist die alte Holzdecke, welche mit maßwerkartig ornamentierten Bändern geschmückt ist. Der Hochaltar ist mit seinen gewundenen Säulen, seinen Ziergiebeln und seiner reichen Gliederung ein prächtiges Barockwerk [2] [3].
  • Montafoner Bergbaumuseum Silbertal
  • Freilichtbühne Silbertal
  • Gemeindeamt


Wirtschaft und Infrastruktur

Am Ort gab es im Jahr 2003 13 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 61 Beschäftigten und 4 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 399. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig. Im Tourismusjahr 2001/2002 gab es insgesamt 82.226 Übernachtungen.

Bildung

1949 werden die Schulhäuser in Silbertal-Buchen erbaut, die bis 1959 in Betrieb sind.
Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 64 Schüler. In Silbertal gibt es zudem einen Kindergarten.

Sport

Im Jahr 1949 wird der Wintersportverein Silbertal gegründet.

Persönlichkeiten

Der NS-Massenmörder Josef Vallaster stammt gebürtig aus Silbertal.

Einzelnachweise

  1. Emil Scheibenstock: Die St. Agatha Bergknappenkapelle am Kristberg. 2004, PDF 506KB.
  2. Onlineauftritt Panoramagasthof Kristberg Emil Scheibenstock: Die St. Agatha Bergknappenkapelle am Kristberg. 2004
  3. Adolf Zudrell (Hrsg.): Kristberg - Silbertal. Montafon. Thurnher, Rankweil 1977
Quelle:
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