Silicon Valley [ˌsɪlɪkn̩ ˈvæli] (deutsch etwa: „Silizium-Tal“) ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das südliche Gebiet der „San Francisco Bay“, geprägt durch den Journalisten Don C. Hoefler im Jahre 1971. Es umfasst das Santa Clara Valley und die südliche Hälfte der Halbinsel von San Francisco. Es reicht ungefähr von Menlo Park bis nach San José und konzentriert sich auf Sunnyvale. Der Namensteil Silicon („Silizium“) rührt von der hohen Konzentration Halbleiter und Computer herstellender Industrie in dem Gebiet her, und Valley („Tal“) steht für das Santa Clara Valley. Die Bezeichnung kann mittlerweile auch auf die umgebenden Gebiete angewendet werden, da viele Unternehmen expandiert haben. Viele Jahre, vor allem während der 1970er und 1980er, wurde das Tal fälschlicherweise Silicone Valley („Silikontal“) genannt, hauptsächlich von Journalisten, bis der Name ein bekannter Begriff im US-amerikanischen Sprachraum wurde.
Die Entwicklung der Region zu einem wirtschaftlichen Zentrum begann 1951 mit der Einrichtung eines Forschungs- und Industriegebiets, dem Stanford Industrial Park, neben der Stanford University. Nach und nach gründeten ehemalige Mitarbeiter der Elektrofirmen und Absolventen der Universitäten Kleinunternehmen und entwickelten neue Ideen und Produkte. Zu den bekanntesten gehören Hewlett Packard und Apple. Seit den 1960er und 1970er Jahren entstanden mit der Verbreitung der Computertechnik immer mehr Unternehmen der Hochtechnologie im Silicon Valley.
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Die Konzentration der Computerindustrie auf das Tal geht hauptsächlich auf zwei Männer zurück, Frederick Terman und William B. Shockley.
Terman, Dekan und Professor an der Stanford University, meinte, dass die großen, ungenutzten Flächen Land, die der Universität gehörten, perfekt für die Ansiedlung von Immobilien und Unternehmen geeignet seien. Er rief ein Programm ins Leben, das Studenten ermutigen sollte, in dem Gebiet zu bleiben, indem es ihnen Kapital zur Verfügung stellte. Bereits 1938 hatte Terman die Studenten William Hewlett und David Packard bei der Gründung einer Elektronikfirma unterstützt, die im Zweiten Weltkrieg gute Gewinne erwirtschaftete. Hewlett-Packard sollte zur ersten großen „High-Tech“-Firma in der Umgebung werden, die nicht in direkter Verbindung zur NASA oder der US Navy stand.
1951 wurde das Programm durch die Schaffung des Stanford Industrial Park erneut erweitert, eine Anzahl kleiner Industriegebäude, die zu sehr geringen Kosten an Technologieunternehmen vermietet wurden. Das Gelände war bald gut belegt, so dass sich neue Elektronikunternehmen entlang des Freeway 101 in Richtung San Jose ansiedelten. 1954 kam das „Honors Cooperative Program“ dazu, heutzutage bekannt unter dem Namen „co-op“, welches Vollzeit-Angestellten der Unternehmen erlaubte auf Teilzeit-Basis an der Universität zu studieren. Mitte der 1950er entwickelte sich die Infrastruktur des späteren „Silicon Valley“ dank Termans Bemühungen hervorragend.
Aufgrund dieser Aufbruchsstimmung entschied sich William B. Shockley, der wesentliche Beiträge zur Erfindung des Transistors geleistet hatte und dafür später mit dem Nobelpreis belohnt wurde, in diese Gegend zu ziehen. Er hatte 1953 Bell Laboratories aufgrund persönlicher Differenzen verlassen. Nach der Scheidung von seiner Frau und dem erfolglosen Versuch, bei den etablierten Elektronikkonzernen an der Ostküste Unterstützung zu erlangen, um die Transistortechnologie produktionsreif weiterzuentwickeln, kehrte er zum California Institute of Technology zurück, wo er seinen „Bachelor of Science“ erlangt hatte. 1956 zog er dann nach Mountain View, um Shockley Semiconductor als Teil von Beckman Instruments zu gründen und um näher bei seiner alternden Mutter zu leben.
Dort begann er einen neuartigen Transistor zu entwickeln, heutzutage bekannt als Shockley-Diode. Die Theorie war vielversprechend, die Herstellung jedoch war bedeutend komplizierter als die herkömmlicher Transistoren. Als das Projekt zu scheitern drohte, wurde Shockley immer paranoider. Er verlangte Lügendetektortests von den Angestellten, veröffentlichte ihre Gehälter und verärgerte seine Mitmenschen. 1957 verließen ihn acht seiner talentiertesten Mitarbeiter auf Grund dieser Vorgänge und weil Shockley sich gegen die Erforschung von Silizium zur Entwicklung integrierter Schaltkreise wandte, und gründeten Fairchild Semiconductor.
Die nächsten Jahre sollten sich ähnliche Vorgänge wiederholen. Wissenschaftler verloren die Kontrolle über von ihnen begründete Unternehmen an externe Manager, verließen die Firma und gründeten erneut ein eigenes Unternehmen. AMD, Signetics, National Semiconductor, Intel und der Venture Capitalist Kleiner Perkins [1] wurden alle als solche Neugründungen von ehemaligen Fairchild-Mitarbeitern gegründet.
In den frühen 1970er-Jahren war das gesamte Tal mit Halbleiter-, Computer- und Softwareunternehmen belegt. Es gab jedoch noch reichlich Fläche in der Umgebung und der Wohnraum war immer noch günstig zu mieten. Das Wachstum wurde von der neu entstandenen Risikokapitalindustrie angetrieben, welche bereitwillig Geld an die Unternehmen verlieh.
Die Leyland Stanford Junior University wurde 1891 gegründet. Dies wurde möglich durch eine Landstiftung des damaligen Senators Stanford, der 8800 Morgen Land einer Farm sowie 20 Millionen Dollar zur Verfügung stellte, um eine Universität zu gründen.
1924 wird Frederick E. Terman Professor für Radiotechnik in Stanford. Er spielte in der Geschichte des Silicon Valley gleich in zweifacher Weise eine besondere Rolle. Zunächst verhalf er der allerersten Elektronikfirma in der Bucht zur Gründung, indem er seinen Studenten William Hewlett und David Packard einen größeren Kredit verschaffte. Die Firma Hewlett-Packard gehört heute zu den weltweit führenden IT-Unternehmen.
Seine zweite bedeutende Tat war die Gründung des Stanford Industrial Parc, auch Stanford Research Parc genannt. Die Gründung dieses Forschungsparks für universitätsnahe industrielle Forschung sollte Stanford zu mehr Kapital verhelfen, um mehr Wissenschaftler einstellen und bessere Einrichtung anschaffen zu können. Denn das Problem in Stanford war, daß man sehr viel Land besaß, aber laut Schenkungsurkunde nichts davon verkaufen durfte. So kam Terman Ende der vierziger Jahre auf die Idee, das Land einfach für 99 Jahre an interessierte Firmen zu verpachten. 1951 war es dann soweit: die erste Firma bezieht ihr Grundstück im Forschungspark: Varian Associates. Hewlett-Packard folgt 1954. Zu Beginn der 80er Jahre waren mehr als 90 Firmen, darunter die bekanntesten der amerikanischen Hi-Tech-Industrie, im Forschungspark vertreten.
Tausende Technologieunternehmen befinden sich im Silicon Valley. Die wichtigsten sind (in alphabetischer Reihenfolge):
Folgende Städte befinden sich im Silicon Valley (in alphabetischer Reihenfolge):
In der Hoffnung, den Erfolg des ursprünglichen Silicon Valley zu wiederholen, haben viele andere Regionen Gebiete mit „High-Tech“-Unternehmen geplant und gefördert. Häufig werden im inoffiziellen Namen der Region „Silicon“ oder „Valley“ geführt, um eine Verbindung zum Original herzustellen. Einige der Namen wurden von öffentlichen Institutionen aus Marketing-Gründen eingeführt, andere wiederum wurden durch die Medien geprägt.