Silver Convention

Silver Convention war eine deutsche Disco-Formation in den 1970er Jahren.

Die Gruppe wurde in München von den Produzenten und Songschreibern Sylvester Levay und Michael Kunze ins Leben gerufen. „Silver“ war ursprünglich Sylvester Levays Spitzname. Für ihre ersten Aufnahmen benutzten sie Studiomusikerinnen für die Gesangsstimmen; als sie dann aber 1974 mit „Save Me“ einen Hit in Großbritannien landen konnten, mussten sie reale Gesichter für die bis dahin reine Studioformation finden. Die erste Singleveröffentlichung „Save Me“ wurde unter dem Gruppennamen „Silver Bird Convention“ veröffentlicht.

Daraufhin wurden Linda G. Thompson (bürgerl. Linda Übelherr - Ex-Mitglied der Les Humphries Singers), Penny McLean (bürgerl. Gertrude Wirschinger - brachte bereits als Solosängerin und im Duo Tonträger heraus) und Ramona Wulf (bürgerl. Ramona Kraft) für Live-Präsentationen rekrutiert. Letztere hatte bereits als Ramona zahlreiche Platten mit achtbarem Erfolg im Schlagerbereich veröffentlicht.
Das musikalische Konzept für das Girltrio, das kurzzeitig vielerorts als die „deutschen Supremes“ oder die „deutschen Three Degrees“ bezeichnet wurde, war eben so simpel wie kühn: Ein eleganter, minimalistischer Discosound aus Rhythmus, hypnotisch-eingängigen Melodien, violinlastigen Arrangements und sirenensüßen, punktuell platzierten Harmonie-Gesängen, der in seinen besten Stücken (z.B. „Fly, Robin, Fly“) beinah psychedelische Qualitäten erreichte und die Discobesucher an die Tanzflächen fesseln sollte. Silver Convention zählten zu den ersten Vertretern des Munich Sound.

Nach dem Anfangserfolg mit „Save me“ gelang Silver Convention 1975 ein internationaler Tophit mit „Fly, Robin, Fly“, dessen kompletter Text aus den mehrfach wiederholten Worten „Fly, Robin, fly, up up to the sky“ bestand. Damit erreichten sie Platz Nr. 1 der US-Charts, was deutschen Produktionen zuletzt in den 60ern geglückt war (z.B. „Strangers in the night“ von Bert Kaempfert). Der Song über ein fliegendes Rotkehlchen bescherte den Machern Kunze und Levay einen Grammy Award für die beste R&B-Instrumental-Performance.

Als der Nachfolge-Titel „Get Up and Boogie“ ebenfalls Platz 1 der US-Charts erreichte, schien die Sensation perfekt und der Durchbruch zur Weltkarriere geschafft.

Die nachfolgenden Singles boten jedoch vornehmlich eine Wiederholung des einmal erfolgreichen Sounds, allerdings konnten Silver Convention mit „No, No, Joe“ und "Everybody's Talkin' 'Bout Love" wenigstens noch zwei mittlere Charts-Notierungen erreichen. Ende 1976 wird Linda G. Thompson durch Rhonda Heath ersetzt. 1977 vertraten Silver Convention Deutschland beim Eurovision Song Contest in London mit „Telegram“. Sie belegten Rang acht und erreichten in den deutschen Charts mit dem Titel zum letzten Mal die Top 30.
1978 ändert sich die Besetzung ein weiteres Mal: Für Penny McLean kam Zenda Jacks, die aber nur für ein Jahr der Gruppe angehörte. Die letzte Single mit neuem Material wird dann 1979 wieder mit Penny McLean aufgenommen.


Die Mitglieder der Anfangsbesetzung machten zeitgleich auch Solo-Aufnahmen und veröffentlichten sowohl Singles als auch Alben: Von Linda erscheinen die Singles „Ooh What A Night“ und „Come Softly“, von Ramona „Save The Last Dance For Me“, „Natural Man“ und „Parlez-moi d'amour“ sowie das Album „Natural Woman“. Diese sind allerdings kommerziell wenig erfolgreich. Einzig Penny McLean hat mit „Lady Bump“ und „1-2-3-4 Fire“ in Deutschland zwei Solo-Erfolge mit Top-Positionen in den Charts plus weiteren Notierungen in den mittleren Rängen. Sie bringt die Alben „Lady Bump“ und „Penny“ heraus.


Diskografie

Singles (in Deutschland)

  • 1974 Save Me
  • 1975 Always Another Girl
  • 1975 Fly, Robin, Fly
  • 1976 Get Up and Boogie
  • 1976 No, No, Joe
  • 1976 Everybody's Talkin' 'Bout Love
  • 1976 Dancing in the Aisle
  • 1977 Telegram
  • 1977 The Boys from Liverpool
  • 1978 Spend the Night With Me
  • 1978 Get It Up
  • 1979 Café Au Lait
  • 1981 Silver Stars: World Hits of Silver Convention

Alben (in Deutschland)

  • 1975 Silver Convention
  • 1976 Get Up and Boogie
  • 1976 Madhouse
  • 1977 Success
  • 1977 Summernights
  • 1978 Love in a Sleeper
  • 1978 The Best of Silver Convention
  • 1998 Greatest Hits
  • 1999 Get Up and Boogie (The Hits)
  • 2003 The Very Best of Silver Convention


Außerhalb Deutschlands wurden noch andere und weitere Singles veröffentlicht. Darauf finden sich einerseits lediglich zusätzliche Auskoppelungen aus den Alben, andererseits unterscheiden sich teils nur die B-Seiten bzw. sind Titel auf A- und B-Seiten anders kombiniert.
Im Ausland sind darüber hinaus nicht nur weitere Hitzusammenstellungen erschienen, sondern tragen die eigentlichen Alben auch andere Titel wie z.B. "Silver Convention" in einigen Ländern "Save Me" hieß oder "Summernights" unter "Golden Girls" veröffentlicht wurde.

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