| Singhalesisch (සිංහල) | ||
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Gesprochen in |
Sri Lanka | |
| Sprecher | 16 Millionen | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache in | Sri Lanka | |
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
si |
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| ISO 639-2: | (B) sin | (T) |
| ISO 639-3 (SIL): |
SNH |
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Singhalesisch ist die Sprache der Singhalesen, der größten ethnischen Gruppe Sri Lankas. Sie gehört zum indoarischen Zweig der indoiranischen Untergruppe der indogermanischen Sprachen. Es wird auch der von der Eigenbezeichnung සිංහල (siṃhala, gesprochen ˈsiŋhələ) abgeleitete Name Sinhala verwendet.
Sie wird von etwa 16 Millionen Menschen vorwiegend in Sri Lanka, wo sie seit 1958 auch erste Amtssprache ist, gesprochen. Singhalesisch verfügt über eine eigene Schrift (siehe singhalesische Schrift).
Die am engsten mit dem Sinhala verwandte Sprache ist das auf den Malediven gesprochene Dhivehi.
Inhaltsverzeichnis |
Das erste Element (siṃha/sīha) in Sinhala (eigentlich Sanskrit) und dem entsprechenden mittelindischen Begriff Sīhala bedeutet "Löwe". Nach der Legende war Sīhabāhu ("Löwenarm"), der Sohn einer Vanga-Prinzessin und eines Löwen. Nachdem er seinen Vater getötet hatte, wurde er König von Vanga. Sein Sohn Vijaya wanderte nach Lanka aus und wurde der Stammvater der Singhalesen. Aufgrund dieser sprachlichen und mythologischen Belege kann man davon ausgehen, dass der erste Bestandteil des Wortes "Löwe" bedeutet.[1]
Die örtliche Überlieferung bringt das zweite Element la entweder in Verbindung mit der Sanskritwurzel lā- "ergreifen"[2], und übersetzt es "Löwenergreifer" oder "Löwentöter", oder mit Sanskrit loha/Singhalesisch lē "Blut", übersetzt also "Löwenblut". Vom sprachwissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen ist allerdings keine der Interpretationen überzeugend. Mit Sicherheit kann nur gesagt werden, dass das Wort Sinhala mit dem Wort für "Löwe" in Verbindung steht.
Im 5. Jhd. v. Chr. gelangten Siedler aus dem Nordwesten Indiens auf die Insel Laṃkā, die einen westlichen Prakrit sprachen. In den darauffolgenden Jahrhunderten gab es substantielle Zuwanderung aus dem Nordosten Indiens (Kalinga, Magadha), was zu einer Beimengung von Charakteristika der östlichen Prakrits führte.
Erste singhalesische Inschriften sind aus dem 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. bekannt, die ältesten literarischen Zeugnisse stammen aus dem 10. Jahrhundert n. Chr.
Die Entwicklung der singhalesischen Sprache wird gemeinhin in vier Abschnitte untergliedert:
Ein Beispiel für ein westliches Charakteristikum im Singhalesischen ist die Beibehaltung von /v/ am Wortanfang, das sich in den östlichen indoarischen Sprachen zu /b/ entwickelte (z.B. Sanskrit viṃśati "zwanzig", Sinhala visi-, Hindi bīs). Ein Beispiel für ein östliches Charakteristikum ist die Endung -e für den Nominativ Singular im Maskulinum (anstatt westlichem -o) im singhalesischen Prakrit.
Es gibt zahlreiche Fälle von gemischtem Vokabular, z.B. die Wörter mässā ("Fliege") und mäkkā ("Floh"), die beide Sanskrit makṣikā entsprechen, aber aus den beiden regional unterschiedlichen Prakritwörtern macchiā und makkhikā (so im Pali) entstanden sind.
Die wichtigsten charakteristischen phonetischen Entwicklungen des Singhalesischen sind
Das Singhalesische ist geografisch durch den dravidischen Sprachraum von den anderen indoarischen Sprachen in Nord- und Zentralindien getrennt. Es hat es im Laufe der Zeit nicht nur zahlreiche Lehnwörter aus benachbarten Sprachen, insbesondere dem Tamil, aufgenommen, sondern auch syntaktische und phonetische Charakteristika; im Bereich der Syntax steht es dem (Süd-)Dravidischen sehr nahe. Einige der Charakteristika, die auf dravidischen Einfluss zurückgehen dürften, sind
Im Laufe der über vier Jahrhunderte der Kolonialherrschaft hat das Singhalesische viele Lehnwörter aus dem Portugiesischen, Niederländischen und Englischen aufgenommen.
Im Singhalesischen besteht, wie bei vielen Sprachen des indischen Subkontinents, eine ausgeprägte Diglossiesituation: Die Schrift- und die Umgangssprache weichen in vielerlei Hinsicht stark voneinander ab. Die Schriftsprache wird für alle Formen geschriebener Texte verwandt, aber auch mündlich bei formalen Anlässen (öffentliche Reden, Fernseh- und Radionachrichten etc.), während die Umgangssprache als allgemeine Verkehrssprache des Alltags dient. Der größte Unterschied ist das Fehlen flektierter Verbalformen in der Umgangssprache. Man kann sich die Situation so vorstellen, als ob im deutschsprachigen Raum die Schriftsprache Mittel- oder gar Althochdeutsch wäre. Die Schriftsprache wird von den Kindern in der Schule fast wie eine Fremdsprache erlernt.
Die singhalesische Umgangssprache hat folgende charakteristische Eigenschaften:
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