Singspielhalle

Singspielhalle ist die deutschsprachige Entsprechung zu Music Hall, ein Aufführungsort für gemischte Unterhaltungsprogramme (Varieté), der im Zuge der Urbanisierung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Mode kam.

Vor allem in Wien, zentral im Prater und in den Vororten, gab es gegen Ende des Jahrhunderts zahlreiche Singspielhallen. Im Unterschied zu den Londoner, Pariser und New Yorker (siehe Vaudeville) Vorbildern widmeten sie sich oft einer kleinbürgerlichen Variante der Operette, aber auch dem Kabarett und anderen Varianten der Kleinkunst wie den folkloristischen Volkssängern. Auch in anderen Städten wie München, Berlin oder Frankfurt am Main wurden Singspielhallen eröffnet. Bekannte Artisten wie Karl Valentin oder Armin Berg sind aus ihnen hervorgegangen.

Die erste Wiener Singspielhalle wurde 1860 in Hernals eröffnet ("Ungers Casino"). Johann Fürsts Singspielhalle war seit 1861 eine der größten Singspielhallen im Prater. Die Singspielhalle von Gustav Münstedt wurde bereits 1902 zum Münstedt Kino Palast umfunktioniert, einem der ersten Wiener Kinos. Viele Singspielhallen bis etwa 1930 ereilte dasselbe Schicksal.

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