Sinn (Metaphysik)

Dieser Artikel behandelt den Sinn im teleologischen Sinn; für Sinn im semantischen Sinn siehe Sinn (Semantik).

Sinn im teleologischen Sinn ist die zu verstehende Bedeutung einer Handlung, eines Zeichens /Symbols.

Es geht um den Zweck selber, - d.h., mehr als die Mittel, ihn zu erreichen: so, wie Immanuel Kant forderte, den Menschen niemals als Mittel (zur Erfüllung der eigenen Zwecke), sondern immer als Zweck an sich schlechthin zu betrachten (in: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, 1785). Auf den Zweck einer Sache zielt das Interrogativpronomen wozu.

Prominentes Beispiel ist Sinn des Lebens. Um den teleologischen Sinn geht es auch in der Redensart, eine Sache sei sinnlos oder zwecklos. (Oft drückt das jedoch aus, man hat sich um einen bestimmten Zweck zu erreichen, bislang zumindest, eines falschen Mittels bedient - obwohl sich das Ziel lohnt.)

Viktor E. Frankl und die von ihm gegründete Logotherapie hat Sinn als den zentralen Begriff. Logos heißt Sinn, Weg u.a., Dao..., auch Gewissen als Sinn-"Organ". Elisabeth Lukas, literarische Zentralfigur der Logotherapie nach Viktor Frankl, beschreibt Sinn in vielen (Fall-)Beispielen als Bibliotherapie. Einmal hat sie aufgelistet: * überragende Chance, gutes zu bewirken * frei von selbstsüchtiger Motivation * im hier und jetzt äußerst konkret *über- und unterfordert nicht *mit dem Rat lebenserfahrener Menschen konsensfähig * das Wohl aller Beteiligten mit betrachtet * die Kraft, es zu wollen, wächst zu.

Niklas Luhmann meint, Sinn ist […] eine raffinierte evolutionäre Errungenschaft. (Walter Reese-Schäfer: Luhmann zur Einführung, Hamburg: Junius 1992, 207 S., zit. S. 50)

Siehe auch:

Literatur

  • Eifler, G./O. Saame/P. Schneider (Hrsg.): Sinn im Wissenschaftshorizont, Mainz 1983
  • Günter Dux: Wie der Sinn in die Welt kam, und was aus ihm wurde. In: Klaus E. Müller, Jörn Rüsen (Hrsg.): Historische Sinnbildung. Problemstellungen, Zeitkonzepte, Wahrnehmungshorizonte, Darstellungsstrategien. Rowohlt, Reinbek 1997, ISBN 3499555840
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