Sinop

Dieser Artikel behandelt die türkische Stadt, für andere Bedeutung siehe Sinop (Begriffsklärung).
Sinop
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Sinop auf der Karte von Türkei
Sinop
Sinop
Basisdaten
Staat: Türkei
Provinz (il): Sinop
Koordinaten: 42° 01' N, 35° 08' O
Einwohner: 30,502 (2000)
Telefonvorwahl: (+90) 368
Postleitzahl: 57 000
Kfz-Kennzeichen: 57
Struktur und Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Zeki Yılmazer (AKP)
Webpräsenz:

Sinop (griech. Σινώπη Sinópē), Hafenstadt und Badeort am Schwarzen Meer, ist die Hauptstadt der gleichnamigen türkischen Provinz Sinop im Norden Anatoliens. Die Stadt hat etwa 25.000 Einwohner, in den Sommermonaten jedoch bis zu 50.000. Sinop liegt auf dem Übergang zu einer dem Festland vorgelagerten Halbinsel und ist an der schmalsten Stelle nur rund 200 m breit.

Sinop
Sinop

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Sinop hat über mehrere Jahrtausende eine bedeutende Rolle als Kultur- und Handelszentrum am Schwarzen Meer eingenommen. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Bronzezeit.

Sinop war die erste Schwarzmeerkolonie der an der Westküste Kleinasiens gelegenen griechischen Stadt Milet. Die ältesten Zeugnisse griechischer Besiedlung stammen aus dem 7. Jahrhundert v. Chr.. Sinop hatte im 5. Jahrhundert v. Chr. die militärische Vormacht im Schwarzen Meer und gründete viele eigene Kolonien entlang der Schwarzmeerküste, so z. B. Amisos (das heutige Samsun), Cerausos (Giresun), und Trapezous (Trabzon), die es selbst zu großer Bedeutung brachten.

183 v. Chr. eroberte Pharnakes I. Sinop und machte es zur Hauptstadt des Königreiches Pontos. Nach der Niederlage des pontischen Königs Mithridates VI. 64 v. Chr. gegen den römischen Feldherrn Pompeius Magnus verleibten die Römer Pontos in ihr Reich ein und der Einfluss Sinops nahm ab. Julius Caesar gründete im Jahre 46 v. Chr. eine Kolonie in Sinop.

Nachdem die Seldschuken die Stadt im Jahre 1214 eingenommen hatten, gewann die Stadt wieder an Bedeutung und gehörte seit 1458 zum Osmanischen Reich.

Die Schlacht von Sinope von Iwan Aiwasowskij (1853)
Die Schlacht von Sinope von Iwan Aiwasowskij (1853)

Nach der vernichtenden Seeschlacht von Lepanto im Jahre 1571 ließ der osmanische Sultan Selim I. in Sinop mehrere hundert Schiffe für die Flotte des Reiches bauen. Dafür wurden Arbeiter aus dem gesamten Osmanischen Reich nach Sinop gebracht, von denen sich viele in der Region ansiedelten. Sie trugen, wie auch Griechen, Tscherkessen, Georgier, Bulgaren und Türken zur kulturellen Vielfalt bei.

Am 30. November 1853, kurz nach Ausbruch des Krimkrieges, griff die russische Schwarzmeerflotte, unter Vizeadmiral Nachimow den osmanischen Hafen Sinope mit Sprenggranaten an und schoss sämtliche dort liegenden Schiffe in Brand. Dabei brannten große Teile der Stadt nieder.

Berühmte Söhne der Stadt

In Sinop geboren wurden

  • der Philosoph Diogenes (Diogenes in der Tonne) (* ca. 400 v. Chr.; † 323 v. Chr. in Korinth)
  • der pontische König Mithridates VI. (* 132 v. Chr.; † 63 v. Chr.)
  • der Politiker und Mitglied der türkischen Delegation während der Friedensverhandlungen in Lausanne Dr. Riza Nur
  • der Politiker Yusuf Kemal Tengirsenk, erster Finanzminister der Großen Türkischen Nationalversammlung und späterer Justizminister
  • der Dichter Ahmet Muhip Dranas
  • der ehemalige türkische Ministerpräsident Necmettin Erbakan, Galionsfigur der islamistischen Bewegung der Türkei (* 29. Oktober 1926)
  • das ehemalige Mitglied der türkischen Fußballnationalmannschaft Hakan Ünsal

Literatur

  • Askold I. Ivantchik: „Die Gründung von Sinope und die Probleme der Anfangsphase der griechischen Kolonisation des Schwarzmeergebietes“, in: Gocha R. Tsetskhladze (Hrsg.), The Greek Colonisation of the Black Sea Area (= Historia Einzelschriften 121), Stuttgart 1998, S. 297-330. ISBN 3-515-07302-7

Weblinks

Quelle:
Artikel Sinop aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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