Sint Eustatius (engl. Saint Eustace, dt. St. Eustatius) ist eine der fünf Inseln, die zu den Niederländischen Antillen und damit zum Königreich der Niederlande, aber nicht zur EU gehören. Benannt wurde sie nach Eustatius, einem katholischen Heiligen. Währung ist der Antillen-Gulden. Vor allem von Einheimischen wird sie oft als Statia bezeichnet. Hauptstadt von Sint Eustatius ist Oranjestad (nicht zu verwechseln mit Oranjestad auf Aruba)
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Die Insel gehört, wie auch Saba und Sint Maarten zu den Inseln über dem Winde, genauer zu dem im Englischen Leeward Islands genannten Nordteil. Sie hat eine Landfläche von 21 km² und ist damit nach Saba die kleinste der fünf bewohnten Antillen-Inseln. Auf Sint Eustatius selbst befindet sich im Südosten mit dem ca. 600 m hohen Mount Mazinga ein erloschener Vulkan, dessen Krater eine Touristenattraktion ist. Im Nordosten befindet sich eine weniger hohe Hügelgruppe um den Boven Mountain. Der Großteil der Bevölkerung der Insel lebt in dem Tal zwischen beiden Erhebungen (siehe Karte bei "Weblinks"). Es gibt einen internationalen Flughafen, den F.D. Roosevelt Airport (IATA-Flughafencode: EUX). Die Hauptstadt Oranjestad zählt 2004 etwa 1.100 Einwohner.
Im 18. Jahrhundert, als die Insel ihren wirtschaftlichen Höhepunkt erreichte, lebten auf der Insel ungefähr 20.000 Einwohner. Bei einer im Jahr 2001 durchgeführten Volkszählung bewohnten 2.292 Personen Sint Eustatius, das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 109 Ew./km². Ende 2004 zählte die Insel ungefähr 2.500 Einwohner.
Sint Eustatius wurde 1493 von Christoph Columbus entdeckt und innerhalb der nächsten 150 Jahre von verschiedenen Nationen in Anspruch genommen. 1638 kolonisierte die Abteilung der niederländischen Provinz Zeeland der Niederländischen Westindien-Kompanie die Insel. Von der inzwischen durch den Zuckeranbau profitierenden Kolonie wurden auch die angrenzenden Gebiete Saba und Sint Maarten verwaltet.
1739 wurde hier mit der Honin-Dalim-Synagoge eine der ersten jüdischen Gemeinden in Amerika begründet. Im 18. Jahrhundert gelangte die Insel zu Reichtum, indem sie über Handelsembargos hinweg an jeden Staat, der bereit war dafür zu zahlen, vor allem Waffen und Munition lieferte. Nutzen daraus konnten vor allem auch die Dreizehn Kolonien ziehen, die auf diese Weise Waffen für ihre Rebellion gegen Großbritannien bekommen konnten. Soviel diese Handelsbeziehung auch wirtschaftlichen Fortschritt brachte, sie war auch einer der Hauptgründe für den Vierten Englisch-Niederländischer Seekrieg, der von 1780 bis 1784 dauerte und eine Katastrophe für den niederländischen Handel war. Im Verlauf dieses Seekrieges übernahmen die Briten am 1. Februar 1781 Sint Eustatius vom niederländischen Kommandeur Johannes de Graaff, der sich angesichts der großen Übermacht britischer Truppen unter General John Vaughan und Admiral George Brydges Rodney kampflos ergab. Zehn Monate später eroberte Frankreich, Verbündete der Niederlande die Insel, die am Ende des Krieges (1784) wieder in niederländische Hand kam und seitdem in deren Besitz ist.
1954 wurde Sint Eustatius als "eilandgebied" (Inselgebiet, eine Art Gemeinde) Teil des neu gegründeten autonomen Bundeslandes Niederländische Antillen.
Voraussichtlich am 15. Dezember 2008 wird der Landesverband der Niederländischen Antillen aufgelöst. Sint Eustatius hat sich in einem Referendum dafür entschieden im Landesverband der Niederländischen Antillen zu bleiben, stand mit seiner Meinung jedoch alleine, da alle andere Inseln sich für Auflösung aussprachen. Seitdem befürwortete die Politiker direkte Beziehungen mit den Niederlanden. Am 11. Oktober 2006 einigten sich Sint Eustatius, Saba und Bonaire mit der niederländischen Regierung auf die Eingliederung der Inseln in den Niederlanden als "bijzondere gemeente" (besondere Gemeinde).
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