Die Sinti Allianz Deutschland (kurz SAD) sieht sich als "Zusammenschluss deutscher Zigeuner (Sinti)". Sie ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Sitz in Köln und finanziert sich ausschließlich durch Eigenmittel.
Der Verein ist eine Interessenvertretung deutscher Stämme, Sippen und Vereine deutscher Sinti und Lowara, "die sich der traditionellen Lebensweise der Sinti mit ihren historisch gewachsenen Geboten und Verboten für die Lebensführung verpflichtet fühlen und diese soziale und kulturelle Ordnung der Sinti erhalten wollen." (Website der SAD)
20 Stammesvertreter aus den alten Bundesländern gründeten sie im Jahr 2000 als Dachverband von neun bisherigen Sinti-Organisationen und einem Lowara-Stamm. Ihre Vorsitzende ist Natascha Winter.
Als Ziele gibt sie die Durchsetzung politischer und sozialer Anliegen der vertretenen Volksgruppen an. Besonders weist sie darauf hin, daß sie sich vor "unberechtigte[n] Vertretungsansprüche und Vereinnahmung anderer Organisationen schützen" möchte; damit ist vor allem der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma gemeint, von dem sich, lt. Sinti Allianz, die deutschen Sinti unzureichend vertreten fühlen.
Weitere Ziele sind der Erhalt der Kultur und Sprache der deutschen Sinti, die Anerkennung der kulturellen Identität durch den Staat und Respektierung bei Entscheidungen, und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Sinti auf Basis der Empfehlung des Europarates von 1969 für Zigeuner.
Besonders geht es dem Verein auch um die Verständigung zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und den Sinti.
Alois Lucke, Präsident des Jenischen Kulturverbandes Österreich e.V., meint zur umstrittenen Verwendung des Begriffes Zigeuner: “Manche von uns nennen sich „Zigeuner“, manche nicht." Von der Sinti Allianz wird das Wort Zigeuner nicht als diskriminatorisch, sondern als neutrale Bezeichnung der Gesamtheit aller ziganischen Völker angesehen. Andere Verbände wie etwa der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, das European Roma and Travellers Forum und die Rom und Cinti Union e.V. empfinden den Begriff dagegen als diskriminierend.
Die Sinti Allianz Deutschland schaltete sich in die Meinungsbildung des Mahnmales von Porajmos, dem Holocaust an ziganischen Völkern während des Nationalsozialismus, ein und streitet momentan mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma um die Inschrift des Mahnmales. Die Allianz sieht dabei die restlichen ziganischen Völker, die Opfer von Porajmos wurden, durch die exklusive Formulierung "Sinti und Roma" nicht gewürdigt. Europaweit wurde die Einigung mit dem Begriff "Roma in Europa" akzeptiert. Auf Grund der Proteste der Sinti Allianz wurde von dieser Einigung abstand genommen, was zu einer Blockade des Mahnmals führte.
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