Der Begriff Sinus wird als Hohlraumbezeichnung in der Anatomie mehrfach verwendet. Neben den Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales) werden verschiedene Gefäße damit gekennzeichnet.
Die großen venösen Blutleiter des Gehirns (lat. Sinus durae matris), im medizinischen Sprachgebrauch meist als Sinusvenen bezeichnet, liegen innerhalb der harten Hirnhaut (Dura mater). Sie sind deshalb starrwandig. Sie sammeln das Blut aus den Venen der Dura, der übrigen Hirnhäute, des Schädelknochens, der Augen und des Gehirns. Der Sinus sagittalis superior verläuft unter dem Schädeldach entlang der sogenannten Hirnsichel (Falx cerebri, häutiges Septum zwischen den Hemisphären). Der Sinus sagittalis inferior verläuft dazu parallel etwas tiefer und mündet in den Sinus rectus. Die paarigen Sinus transversus leitet das Blut weiter zur hinteren Schädelbasis, wo sie in die tiefen Halsvenen münden. Der Sinus cavernosus, ein schwammartiges Netz, liegt vorne unten auf dem Keilbein.
Die Sinus können bei Schädelverletzungen stark bluten. Gerinnsel in ihnen werden als Sinusvenenthrombose bezeichnet.
siehe auch: Blutversorgung des Gehirns
In der Genese des Herzens ist der Sinus venosus eine Entwicklungsstufe zwischen dem ursprünglichen Blutschlauch und dem vollausgebildeten Mehrkammerherz.
Der Schlemm-Kanal (Sinus venosus sclerae oder Plexus venosus sclerae) ist ein den Augendruck regulierendes venöses Gefäß im Augenwinkel.
Brockhaus-1911: Sinus · Anatomie
DamenConvLex-1834: Anatomie (Heilkunst)
Meyers-1905: Sinus · Chirurgische Anatomie · Anatomīe
Pierer-1857: Hermēus sinus · Gangetĭcus sinus · Gallĭcus sinus · Hipponiātes sinus · Persĭcus sinus · Maliăcus sinus · Lagnus sinus · Petrosi sinus · Arabĭcus sinus · Sinus · Clinoidalis sinus · Gabrantuicorum sinus · Cumānus sinus · Codānus sinus · Anatŏmie · Chirurgische Anatomie