| Agaven | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Agave sisalana | ||||||||||||
| Perrine |
Sisal (Agave sisalana Perrine) auch Sisal-Agave genannt, ist eine von ca. 136 Agaven-Arten.
Die hapaxanthe Rosettenpflanze stammt aus den Trockengebieten des mexikanischen Hochlandes und wurde benannt nach der Hafenstadt Sisal, die auf der Halbinsel Yucatán am Golf von Mexiko liegt, in der die Agavenpflanze erstmals ausgeschifft wurde. Die von unzähligen Fasersträngen durchzogenen Blätter werden bis zu zwei Meter lang. Der Stamm wird bis zu einem Meter hoch. Sisal kann bis zu zwölf Jahre alt werden und entwickelt in ihrem letzten Lebensjahr einen mächtigen, bis zu sechs Meter hohen, Blütenstand. Die Blüten sind etwa 6 cm lang und grün mit weit herausragenden, braun punktierten Staubblättern. Jährlich werden zwischen 15 und 20 Blätter gebildet. Die Vermehrung erfolgt vegetativ durch Seitentriebe oder durch im Blütenstand gebildete Brutknospen.
Erstmals nach ca. fünf Jahren und danach alle zwei bis vier Jahre werden die untersten der bis zu zwei Meter langen Blätter geschnitten. Nach maschineller oder manueller Entfernung des Blattgewebes werden die Fasern gewaschen, getrocknet, geschlagen und gebürstet. Nach dem Trocknen bleiben lediglich 4% des ursprünglichen Blattgewichtes übrig. Die Sisalfaser zeichnet sich durch eine beinahe weiße Farbe aus. Die daraus gefertigten Seile können bis zu 20% gedehnt werden. Da es sich um eine Naturfaser handelt kann diese kostengünstig, durch Kompostierung entsorgt werden. Heute wird Sisal hauptsächlich in Brasilien, Kenia, Tansania und Madagaskar angebaut.
Die Sisal-Weltproduktion belief sich im Jahr 1989 auf 426.000 t (1977 471.000 t). Haupterzeugungsländer und mit Ausnahme von Mexiko auch Anbieter sind Brasilien (52%), Mexiko (12%), Kenia (10%), Tansania (9%) und Madagaskar (5%). Die wichtigsten Abnehmer sind Portugal und Frankreich.
Aus dem groben Material werden Schiffstaue, Sandalen, Seile, Fußmatten, Netze, Teppiche, Hängematten, Möbelstoffe, Dartscheiben und vor allem Bindegarn hergestellt. Seit neustem, wird es sogar im Lautsprecherbau, zur Verstärkung der Pappmembran, genutzt.
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