Sissi-Syndrom

Als Sissi-Syndrom wird seit 1998 eine angebliche Form der Depression bezeichnet, unter der besonders aktiv wirkende Menschen leiden sollen. Dabei soll sich die depressive Stimmung hinter gesteigerter Aktivität verbergen. Ein Werbeslogan der Industrie dazu lautet Das Sissi-Syndrom – Trotz Power depressiv.

Die Existenz des Sissi-Syndroms ist stark umstritten, Jörg Blech sieht das Sissi-Syndrom in seinem Buch Die Krankheitserfinder als Beispiel für erfundene und propagierte Krankheiten, so genanntes Disease Mongering. Der Name tauchte zum ersten Mal in einer Werbung auf, er wurde von einer PR-Firma erfunden und im Zusammenspiel mit Medien und deren Lesern berühmt und populär.

Benannt wurde das Syndrom nach Sissi, der Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn (wegen verschiedener Schreibweisen ihres Spitznamens siehe dort), die davon betroffen gewesen sein soll.

Literatur

  • Jörg Blech: Die Krankheitserfinder - Wie wir zu Patienten gemacht werden. Fischer (S), Frankfurt 2003, ISBN 310004410X
  • Der Spiegel Nr 33/11. August 2003 Seite 117
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