| Konzern Information | |
|---|---|
| Name | Sixt Aktiengesellschaft |
| Hauptsitz | Pullach, Oberbayern |
| Mitarbeiter | 1.923 (2006) |
| Umsatz | 1,44 Mrd. Euro (2006) |
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft |
| Industrie | Mietwagenunternehmen |
| Gründungsdatum | 1912 |
| Gründungsort | Pullach |
Sixt ist ein deutscher Mobilitätsdienstleister mit Sitz in Pullach bei München. Sixt ist einer der größten deutschen Autovermieter und Full-Service-Leasinganbieter.
Inhaltsverzeichnis |
Der Sixt-Konzern ist in den Geschäftsfeldern Vermietung, Leasing und Fuhrparkmanagement sowie dem Verkauf von Fahrzeugen tätig. Darüber hinaus bietet Sixt zahlreiche Dienstleistungen im Mobilitätsbereich an.
Marken der Sixt-AG sind Sixt, Sixti, Sixt Holiday Cars und e-Sixt.
Der Konzernumsatz betrug 2006 1,44 Mrd. Euro, der operative Konzernumsatz aus Vermiet- und Leasinggeschäften (Konzernumsatz abzüglich Erlösen aus dem Verkauf gebrauchter Leasingfahrzeuge) 1,21 Mrd. Euro. Im Jahr 2005 wurden 83 Prozent des Umsatzes in Deutschland erzielt. Der Konzerngewinn vor Abzug von Steuern (EBT) belief sich im Jahr 2006 auf 121,6 Mio. Euro. Daraus errechnet sich eine Umsatzrendite von 8,4 Prozent.
Im Jahre 1912 wurde die Sixt Autofahrten und Selbstfahrer von Martin Sixt mit einem Fuhrpark von 7 Autos gegründet. Leisten konnten sich den Luxus damals nur Reiche. Während des Ersten Weltkrieges wurde die Fahrzeugflotte konfisziert und dem deutschen Heer zur Verfügung gestellt. 1927 übernahm Hans Sixt das Unternehmen. 1939 wurde die Fahrzeugflotte ein zweites mal konfisziert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Hans Sixt zuerst eine Taxi-Flotte für die amerikanischen Truppen auf, bevor er die ersten Funktaxis in München einsetzte. Nach der Gründung der Auto Sixt im Jahre 1951 wuchs das Unternehmen, teils durch Kooperationen (z. B. mit Budget Rent A Car oder Payless), teils durch Aufnahme des Leasinggeschäfts.
Seit 1986 führt Erich Sixt das Unternehmen als Vorstandsvorsitzender.
Sixt wurde im Jahre 1991 zum größten deutschen Autovermieter. In vielen Ländern wurden Sixt-Filialen gegründet oder Kooperationen geschlossen.
1999 verurteilte der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil die Sixt AG wegen unzulässiger Preisbindung ihrer Franchisenehmer zu Schadenersatz. Sixt hatte den selbstständigen Franchisepartnern die Preise faktisch vorgeschrieben, indem sie in das deutschlandweite Reservierungssystem eingebunden wurden und bei abweichender Preisgestaltung den Mietauftrag zurückgeben mussten. Dies ist eine nach dem deutschen Kartellrecht unzulässige Preisbindung der zweiten Hand, die der BGH untersagte.
2003 musste sich Sixt des Hedge-Fonds-Managers Florian Homm erwehren, der auf einen sinkenden Aktienkurs spekulierte. Der Angriff endete für Homm mit einer Geldstrafe wegen Kursmanipulation.[1]
Im Mai 2005 trat das Vorstandsvergütungs-Offenlegungsgesetz (VorstOG) in Kraft. Sixt machte als erstes Unternehmen in Deutschland von der Möglichkeit Gebrauch, durch einen Aktionärsbeschluss mit mindestens 75-prozentiger Mehrheit die Vorstandsgehälter weiter geheim zu halten. Der Vorstandschef konnte in eigener Sache allein entscheiden: Erich Sixt hielt zu diesem Zeitpunkt 56,8 Prozent der Sixt-Stammaktien, dies entsprach 89 Prozent des auf der Hauptversammlung anwesenden stimmberechtigten Kapitals. Insgesamt stimmten 98 Prozent des stimmberechtigten Kapitals der fortgeführten Geheimhaltung der Vorstandsgehälter zu.[2]
2006 bot sich Sixt die Gelegenheit, den Konkurrenten Europcar zu übernehmen, dessen Eigentümer Volkswagen ihn zum Kauf anbot. Neben kartellrechtlichen Bedenken (Sixt hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 23 Prozent Marktanteil, Europcar 22 Prozent) gab es auch Widerstand seitens des Europcar-Betriebsrats, der einen Personalabbau nach der Fusion befürchtete.[3] Volkswagen entschied sich schließlich für das bessere Angebot des französischen Finanzinvestors Eurazeo.[4]
Im Juli 2006 machte das Unternehmen Schlagzeilen durch die Entlassung zweier Filialleiter, die sich für die Bildung eines Betriebsrates einsetzten. Bis heute hat die Führung des Sixt-Konzerns die Gründung eines eigenen Betriebsrates verhindert.
Sixt gibt höhere Summen als Konkurrenten für Werbung aus. Die Sixt-Werbung erzielt hohe Wiedererkennung durch strikte Ausrichtung am Corporate Design. Sie setzt systematisch auf provozierende Werbeslogans. In der Werbebranche etablierte sich der Begriff des Sixt-Etats.
1999 brachte dies dem Unternehmen eine Klage von Oskar Lafontaine ein, der seine Persönlichkeitsrechte durch eine Sixt-Werbekampagne verletzt sah. Sixt wurde 2004 vom Oberlandesgericht Hamburg zur Zahlung von 100.000 Euro Schadenersatz an Lafontaine verurteilt. Das Urteil wurde 2006 vom Bundesgerichtshof aufgehoben und die Klage des Politikers abgewiesen.[5]
2007 wurde Sixt für eine getarnte Werbekampagne mit dem Titel "Geh zur Armee" scharf kritisiert und musste die Werbung zurückziehen.[6] Zum Bildmotiv eines offenen Jeeps mit Soldaten wurde der Slogan "Erlebe, was Kameradschaft bedeutet, zeige dem Feind seine Grenzen und fahre noch günstiger Cabrio als bei Sixt" präsentiert.[7] So sollte mit Nachwuchsproblemen und Ausrüstungsmängeln bei der Bundeswehr gespielt werden. Außerdem wurde ohne deutliche Kennzeichnung von Sixt als Urheber auf eine von der Werbeagentur Jung von Matt eingerichtete Website www.gehzurarmee.de verwiesen. Unmittelbar nach Start der Werbung wurden in Afghanistan drei Bundeswehr-Soldaten durch einen Selbstmordanschlag getötet. Nach öffentlicher Kritik mussten Unternehmen und Werbeagentur die Werbekampagne zurückziehen.[8] Innerhalb kürzester Zeit wurden alle Spuren der Werbung vollständig getilgt.[9] Weder auf den Internet-Seiten von Sixt noch auf denen von Jung von Matt finden sich noch ein Hinweis darauf, es gibt keine Presserklärungen dazu, und auch die Website wurde stillgelegt.
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