Eine Skisprungschanze ist eine Sportstätte und ist neben den Sprungskiern das maßgebliche Sportgerät für den Skisprung-Sport. Es wird auch oft der skandinavische Begriff Bakken verwendet.
Sprungschanzen für Spitzensportler liegen an steilen Berghängen und erlauben – bei entsprechender Länge und Höhenunterschied – Sprünge von über 100 Meter. Ab etwa 150 m spricht man von „Skifliegen“.
Inhaltsverzeichnis |
Die Geometrie der Schanzenanlage (Länge, Höhe und Neigung des Schanzentischs, Radius und Neigung des Aufsprungbereichs) ist dafür verantwortlich, welche Weite auf einer Schanze theoretisch gesprungen werden kann. In der Praxis kommt dazu noch die Anlaufgeschwindigkeit, die wiederum abhängig ist von den Schneeverhältnissen in der Anlaufspur, der Länge des Anlaufs und dem Wind. Der Konstruktionspunkt einer Schanze gibt an, für welche Weite sie ausgelegt ist und wird für die Ermittlung der Weitenpunkte herangezogen.
Seit Sommer 2004 wird die Größe einer Sprungschanze durch den Hillsize-Punkt (HS) angegeben. Die Hillsize ist der Punkt im Auslauf, an dem dieser einen Neigungswinkel von 32° besitzt. Er wurde eingeführt, um die Schanzengröße besser bezeichnen zu können. Vorläufer der Bezeichnung Hillsize war die sogenannte Juryweite.
Skisprungschanzen werden nach ihrem K-Punkt in unterschiedliche Größenklassen eingeteilt:
Kleine und mittlere Schanzen sind hauptsächlich Trainigsschanzen für Nachwuchsspringer. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen werden Einzelwettkämpfe auf Normal- und Großschanzen ausgetragen. Im Weltcup wird hauptsächlich auf Großschanzen gesprungen, es gibt aber auch einige wenige Weltcupspringen, die auf Flugschanzen ausgetragen werden (z. B. Planica als Saisonabschluss). Alle zwei Jahre finden auf Flugschanzen auch Skiflugweltmeisterschaften statt. Continental-Cup-Springen und Wettbewerbe der Damen finden überwiegend auf Normalschanzen statt.
Normal- und Großschanzen stehen in vielen Ländern, so z. B. auch in China (K 90), Korea (K 90 und K 120) oder Spanien (K 75 und K 90). Die Mehrzahl der vom Weltverband FIS zugelassenen Anlagen liegen jedoch in den traditionellen Wintersportländern Europas sowie in Nordamerika und Japan. In Deutschland gibt bzw. gab es ca. 1500 Skisprungschanzen, davon etwa 40 Normal- und acht Großschanzen. Eine Liste der Groß- bzw. Normalschanzen mit aktuellem FIS-Zertifikat kann hier und hier gefunden werden.
Es gibt zur Zeit fünf Skiflugschanzen (alle mit K-Punkt 185 Meter), auf denen Weltcupspringen oder Weltmeisterschaften abgehalten werden können:
Eine weitere Flugschanze ist die Copper-Peak-Schanze (K 145) in Ironwood im US-Bundesstaat Michigan. Das Profil der Schanze gilt jedoch als veraltet und besitzt kein aktuelles FIS-Zertifikat mehr. Der letzte Weltcup auf dieser Schanze fand am 14. Februar 1981 statt. Seit den 1990er Jahren finden keine Wettbewerbe mehr statt, die Anlage ist teilweise verfallen. Bestrebungen einer Renovierung der Anlage und eines Ausbaus auf K 170 sind bislang an finanziellen Problemen gescheitert.
Mit Matten belegte Schanzen sind auch für den Betrieb im Sommer ohne Schnee geeignet. Der Aufsprungbereich wird mit Kunststoffmatten belegt, die befeuchtet werden und dadurch eine ähnliche Gleiteigenschaft haben wie Schnee. Der Anlauf besteht bei modernen Anlagen aus einer Keramik- oder Porzellanspur.
Zunehmend werden auch sehr große Sprunganlagen mit Matten ausgestattet (z. B. Oberstdorf oder Bischofshofen). Das Skispringen entwickelt sich damit zu einer Ganzjahressportart. Neben den traditionellen Wettbewerben im Winter gewinnen auch Sommerwettbewerbe (z. B. der FIS-Sommer-Grand-Prix) zunehmend an Bedeutung.