Skriptsprachen (häufig auch Scriptsprachen) sind Programmiersprachen, die vor allem für kleine, überschaubare Programmieraufgaben gedacht sind. Sie verzichten oft auf bestimmte Sprachelemente, deren Nutzen erst bei der Bearbeitung größerer Projekte zum Tragen kommen. So wird etwa in Skriptsprachen auf den Deklarationszwang von Variablen verzichtet – vorteilhaft zur schnellen Erstellung von kleinen Programmen (siehe auch Prototyping (Softwareentwicklung)), bei großen hingegen von Nachteil, etwa wegen der fehlenden Überprüfungsmöglichkeit von Tippfehlern in Variablennamen.
Programme, die in Skriptsprachen geschrieben sind, werden auch Skripte genannt. Skripte werden fast ausschließlich in Form von Quelltextdateien ausgeliefert, um so ein einfaches Bearbeiten und Anpassen des Programms zu ermöglichen.
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Häufig vorhandene Merkmale sind:
Bei einigen Skriptsprachen kann der Programmcode selbst, wie andere Daten auch, manipuliert werden, was die Sprache besonders flexibel macht.
Die Anwendungsgebiete und Eigenschaften konventioneller Programmiersprachen und Skriptsprachen überschneiden sich mittlerweile sehr stark (siehe hierzu den Abschnitt Abgrenzung), weshalb eine strikte Trennung zwischen konventionellen Programmiersprachen und Skriptsprachen nur selten möglich ist.
Während Skriptsprachen anfangs nur für kleinere Automatisierungen verwendet wurden, werden sie heute teilweise auch in Bereichen eingesetzt, die früher den klassischen Programmiersprachen vorbehalten waren. Dadurch wurde es nötig, die Sprachen um einige der Eigenschaften von kompilierten Sprachen zu erweitern, wodurch sich der Unterschied zu diesen verringerte. So können in vielen der selbstständigen Programmiersprachen Variablen optional deklariert werden. Dies dient einerseits einer besseren Fehlerüberprüfung, andererseits kann der Interpreter dadurch schneller ausgeführt werden.
Andere Techniken haben den Geschwindigkeitsunterschied zu den kompilierten Sprachen verringert. So wird zum einen der Quellcode nicht direkt interpretiert, sondern zuerst in einer Zwischenform, dem sogenannten Bytecode, zu Laufzeiten umgewandelt, der dann wesentlich schneller interpretiert werden kann. Des Weiteren werden häufig verwendete Funktionen oder rechenintensive Teile eines Programms selbst in einer kompilierten Sprache geschrieben und damit stark beschleunigt. Dadurch kann dann das Programm in ähnlicher Geschwindigkeit ausgeführt werden.
Manche Skriptsprachen sind von den Kommandozeileninterpretern der Betriebssysteme abgeleitet. Die Interpreter sind vorrangig für interaktive Benutzung, d. h. für die Eingabe von Kommandos, ausgelegt. Die Eingabesprache wird um Variablen, arithmetische Ausdrücke, Kontrollstrukturen (if, while) und anderes erweitert und ermöglicht so die Automatisierung von Aufgaben (z. B. bei der unbeaufsichtigten Installation), indem „kleine Programme“ in Dateien geschrieben werden. Diese Dateien können dann vom Interpreter ausgeführt werden. Die Dateien nennt man unter dem Betriebssystem Unix Shell-Skripte (ausgeführt von einer der Unix-Shells sh, csh, …) oder unter DOS bzw. Windows Batch-Dateien (ausgeführt von command.com bzw. cmd.exe).
Abzugrenzen sind Kommandozeileninterpreter von interaktiven Sprachen (wie z. B. LISP, Python, Tcl oder Perl im Debugger), die zum Testen und Debuggen interaktive Programmabschnitte ausführen können, aber nicht so eng im Betriebssystem integriert sind.
Hauptartikel: Makro
Skriptsprachen können auch in Anwendungsprogrammen zur Automatisierung von Aufgaben oder durch Erweiterung der Fähigkeiten des Programms dienen. Teilweise wird auch ein Teil der Funktionalität des Programms selbst in dieser Skriptsprache realisiert. Somit können Anwender die Funktionalität eines solchen Programms schnell mit neuen Funktionen erweitern oder bestehende abändern, ohne das Programm selbst umzuschreiben. Diese Erweiterungen können selbst so weitreichend sein, dass das Programm völlig neue Aufgaben erledigt, die mit dem vorherigen Programm – aus Anwendersicht – nichts mehr gemeinsam haben. So wurden aus dem Texteditor Emacs auch ein E-Mail-Programm (Wanderlust) oder ein Webbrowser (Emacs-W3).
Im Gegensatz zu Plugins sind Makros wesentlich flexibler und werden vor allem für kleine Automatisierungen angewendet.
Für das WWW werden Skriptsprachen häufig auf den Servern verwendet, um dynamisch Seiten oder ganze Webanwendungen zu erstellen. Dies geschieht zum Beispiel bei den Wikis, bei Foren, Gästebüchern und bei Onlinegeschäften.
Des Weiteren werden clientseitige Skriptsprachen auch in den Webseiten selbst eingebunden und in den Browsern ausgeführt.
Skriptsprachen können auch von anderen Programmen getrennt von ihrem Interpreter ausgeführt werden. Einige dieser sind für Spezialaufgaben konzipiert, andere sind allgemein verwendbare Sprachen. Diese Sprachen haben die für umfangreiche Programmprojekte notwendigen Konzepte wie Namensräume und Kapselung, und werden deshalb nicht selten für größere Anwendungen verwendet.