Slawenaufstand

Als Slawenaufstand von 983 bezeichnet man eine Erhebung der slawischen Stämme der Liutizen und der Abodriten gegen die ab 928 erfolgte Eroberung durch das Ostfrankenreich, speziell das Herzogtum Sachsen, unter sächsisch-ottonischer Herrschaft östlich der Elbe.

Der Aufstand begann mit dem Überfall auf den Bischofssitz von Havelberg am 29. Juni 983, bei dem Bischof Dudo getötet wurde. Es folgten die Zerstörung von Burg und Bischofssitz Brandenburg, Hamburgs und der Altmark. Den Sachsen gelang es unter Führung des Magdeburger Erzbischofs Giselher lediglich, die aufständischen Slawen aus den Gebieten westlich der Elbe fernzuhalten.

Die Hintergründe des Aufstands sind unklar. Während zeitgenössische Quellen von der Überheblichkeit der sächsisch-deutschen Siedler gegenüber der einheimischen Bevölkerung sprechen, vermuten manche Historiker, dass eine nahezu gleichzeitige Niederlage Kaiser Ottos II. bei Cap Crotone in Süditalien gegen die Sarazenen in Süditalien die Slawen zum Aufstand motiviert haben könnte. Sicher ist nur, dass durch den Italienfeldzug Ottos die an der Elbe verbliebenen Garnisonen schwach besetzt waren. Erst nach einiger Zeit konnte sich ein deutsches Heer sammeln, welches die Slawen an der Tanger schlagen konnte. Die sorbischen Marken hatten sich jedoch nicht am Aufstand beteiligt, da sie durch die Ausrottungspolitik des Markgrafen Gero am sorbischen Adel und niedergeschlagene Aufstände zwischen 939 und 965 wahrscheinlich zu stark geschwächt waren.

Konsequenz des Slawenaufstandes war ein fast völliger Stopp der sogenannten Ostsiedlung für die nächsten 200 Jahre. Die Bischöfe von Brandenburg und Havelberg lebten fortan als Titularbischöfe am königlichen Hof, erst im 12. Jahrhundert] wurde nach erneuter Eroberung und teilweiser Einbindung slawischer Fürsten die deutsche Besiedelung jenseits der Elbe fortgesetzt.

Literatur

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