| Slowenisch (Slovenščina) | ||
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Gesprochen in |
Siehe unter "Offizieller Status", des Weiteren in Ungarn (Komitat Vas), Österreich (Steiermark), Kroatien | |
| Sprecher | 2,2 Millionen | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache in | ||
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
sl |
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| ISO 639-2: | (B) slv | (T) |
| ISO 639-3 (SIL): | ||
Slowenisch (Slovenščina) ist eine Sprache aus dem slawischen Zweig (siehe südslawische Sprachen) der indogermanischen Sprachen.
Ungefähr 2 Millionen Menschen in Slowenien sprechen Slowenisch als Muttersprache; dort ist es Amtssprache. Seit dem 1. Mai 2004 ist Slowenisch auch eine der Amtssprachen in der EU. Darüber hinaus wird es noch in Teilen Österreichs, insbesondere in Kärnten (die Anzahl der Kärntner Slowenen in Südkärnten beträgt rund 20.000) und in Italien (Gebiet um Gorizia, Resia-Tal, Kanaltal, Collio, Triest) sowie in Teilen Westungarns (Komitat Vas) als Muttersprache gesprochen. Die Sprecher bezeichnen sich selbst als Slovenci, ihre Sprache als slovenščina, was nicht verwechselt werden sollte mit „Slovenčina“, der slowakischen Sprache.
Die Sprache wird mit einer eigenen Variante des Lateinischen Alphabets (latinica), dem Slowenischen Alphabet geschrieben.
Die frühere, wertneutrale deutsche Bezeichnung lautete windisch, doch ist dieser Begriff heute auf Grund seines Missbrauchs in den letzten hundert Jahren (Windischentheorie) umstritten.
Inhaltsverzeichnis |
Die frühesten slowenischen Textdokumente sind die Brižinski spomeniki (Freisinger Denkmäler), welche man im bayrischen Freising fand. Diese Mischung aus homiletischen und liturgischen Schriften war wahrscheinlich ein bischöfliches Handbuch. Man nimmt an, dass das Freisinger Denkmal aus der Zeit um 1000 n. Chr, stammt.
Slowenisch war lange Zeit eine zweitrangige Sprache in der Österreich-Ungarischen Monarchie. Bis 1918 dominierte die Deutsche Sprache in zahlreichen Bereichen wie Verwaltung und Wissenschaft.
Die Übersetzung des Neuen Testaments durch den Reformator Primož Trubar (veröffentlicht 1582) sowie der gesamten Bibel durch Jurij Dalmatin 1584 legten die Grundlage für die moderne slowenische Schriftsprache.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine puristische (Germanismen entfernende) Sprachform, wobei Wortschatzentlehnungen gezielt aus anderen slawischen Sprachen erfolgten. Der Revolutionär Ljudevit Gaj wollte in der ersten Hälfte des 19. Jh. alle Südslawischen Sprachen unter einer politischen Führung zusammenbringen, doch die große Mehrheit der slowenischen Intelligenz lehnte diesen Illyrismus ab. In dieser Zeit erfuhr das Slowenische zudem eine literarische Blüte durch France Prešeren.
Die heutige Rechtschreibung mit den aus dem Tschechischen entlehnten Buchstaben č, š und ž wurde im wesentlichen Mitte des 19. Jahrhunderts festgelegt. Die Kodifizierung der slowenischen Sprache erfolgte durch die Grammatiker Stanislav Škrabec und Fran Ramovš um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert.
Nach der Gründung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen wurde 1919 die Laibacher Universität gegründet. Die Sprachwissenschaftler Franc Miklošič und Jernej Kopitar wurden zu Vätern der Slowenischen Sprache. Andererseits gab es den Versuch, eine gemeinsame Serbo-Kroatisch-Slowenische (jugoslawische) Schriftsprache zu schaffen. Als 1929 das Königreich Jugoslawien ausgerufen wurde, fürchtete die slowenische Intelligenz um das Slowenische und gründete 1938 eine eigene slowenische Akademie der Wissenschaften.
Während der Besetzung Sloweniens im Zweiten Weltkrieg durch die Achsenmächte (Deutschland/Italien/Ungarn) 1941-1945 unterdrückten diese gezielt den Gebrauch der slowenischen Sprache.
Mit der Gründung des sozialistischen Jugoslawiens 1945 wurde Slowenisch - neben Mazedonisch und Serbokroatisch mit seinen beiden Schriftvarianten Kroatisch und Serbisch - erstmals zu einer gleichberechtigten Staatssprache. Seit der Unabhängigkeit Sloweniens 1991 ist es dessen alleinige Amtssprache.
Das Slowenische Alphabet basiert auf dem Lateinischem Alphabet und weist die folgende Buchstaben auf:
A, B, C, Č, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, R, S, Š, T, U, V, Z, Ž.
In der Wikipedia werden die Buchstaben Č, Š, Ž folgendermaßen kodiert:
Die Buchstaben Q, W, X, Y werden nur in fremdländischen Eigennamen und manchmal in Fremdwörtern verwendet. In der Regel werden Fremd- und Lehnwörter jedoch an die slowenische Schreibweise angepasst (z. B. menedžer, rizling, apartma, nivo).
Slowenisch wird in Lateinschrift geschrieben, und die Ausspracheregeln sind in ihrer Schlichtheit mit Italienisch oder Latein vergleichbar.
Eine Schwierigkeit besteht darin, dass das Slowenische über einen freien Akzent verfügt, der sich auch in der Schreibung nicht niederschlägt. Dasselbe gilt für die unterschiedlichen Aussprachemöglichkeiten betonter Vokale, besonders des e und o. Eine genauere Schilderung sollte früher oder später bei Wikibooks entstehen.
Einige wichtige Unterschiede zum Deutschen in der Aussprache:
Die Buchstabenkombinationen lj und nj werden wie ein Laut gesprochen:
Anders als im Serbischen und Kroatischen werden sie jedoch als getrennte Buchstaben gezählt: l bzw. n + j. Regional gibt es abweichende Aussprachen wie einfaches l bzw. n.
Das „r“ kann den Silbenton tragen; in diesem Fall geht ihm (wie im Serbischen und Kroatischen) in der Aussprache ein Schwa voran, Beispiel: prt („Tuch“; vgl. auch die bekannte kroatische Insel Krk). Das „l“ und das „lj“ tragen dagegen nie den Silbenton. Deshalb ist das Wort čmrlj („Hummel“) nur einsilbig und umrl („gestorben [er]“) nur zweisilbig.
Das „v“ wird im Anlaut vor stimmlosen Konsonanten als stimmloser labiovelarer Frikativ [ʍ] gesprochen, z. B. in vprašanje („Frage“) oder všeč („gefällig“), ebenso im Wort v („in“) vor stimmlosen Konsonanten. Umgangssprachlich klingt es jedoch meist als [u], [w] oder als [və] (deutsches „w“ mit folgendem Schwa).
Die Präpositionen v, z/s und k/h sind Klitika, die mit dem nachfolgenden Nomen als ein Wort gesprochen werden. Umgangssprachlich ist allerdings oft ein Schwa und folgender stimmloser glottaler Plosiv zu hören (glottal stop, im Deutschen allgemein üblich).
Slowenisch ist eine flektierende Sprache. Die Beziehung des Wortes zum Satz wird hauptsächlich durch äußere Flexion ausgedrückt. Daraus ergibt sich eine sehr freie Satzstellung. Üblich ist jedoch, wie im Deutschen, die Reihenfolge SPO.
Eine Besonderheit ist die Zweizahl (Dual, Dvojina), z. B. „grem“ (ich gehe), „greva“ (wir zwei gehen), „gremo“ (wir gehen) oder „en klobuk“ (ein Hut), „dva klobuka“ (zwei Hüte), „trije klobuki“ (drei Hüte).
Nomen werden durch Deklination markiert nach Fall, Zahl und Geschlecht. Diese drei Eigenschaften werden gemeinsam durch eine Nachsilbe (Suffix) ausgedrückt.
Im Slowenischen sind von den acht urindogermanischen Fällen sechs erhalten:
Wie im Deutschen gibt es die grammatischen Geschlechter Maskulin (Männlich), Feminin (Weiblich), und Neutrum (Sächlich), die oft nicht mit dem Natürlichen Geschlecht übereinstimmen.
Es gibt 11 Deklinationen mit bedeutenden Ausnahmen:
Es gibt keine zweite sächliche Deklination. Die angegebenen Beispiele sind die Musterwörter für jene Deklination.
Das Adjektiv steht unmittelbar vor dem Substantiv, auf das es sich bezieht und stimmt mit ihm in Fall, Zahl und Geschlecht überein. Die Adjektivdeklination unterscheidet sich geringfügig von der der Substantive.
Im Slowenischen gibt es die Zeiten
Wegen der Ähnlichkeit in der Bildung sei in diesem Zusammenhang auch der Konjunktiv erwähnt.
Um Abgeschlossenheit beziehungsweise Dauerhaftigkeit auszudrücken, bedient sich das Slowenische, ähnlich wie das Russische und andere slawische Sprachen, der Aspekttrennung. Dies erklärt, warum das Slowenische nur drei Zeiten benötigt, im Gegensatz zum Deutschen oder gar Englischen, wo die Wahl der Zeitform ein wichtiges Stilmittel ist.
Das Slowenische hat, wie die meisten Sprachen Europas, Fremdwörter aus folgenden Sprachen entlehnt:
Das Deutsche hat aus dem Slowenischen übernommen:
Daneben sind ins Kärntnerische einige slowenische Wörter eingegangen.
siehe Hauptartikel Slowenische Mundart
Da das slowenische Sprachgebiet durch die Jahrhunderte selten eine politische Einheit bildete und stets vom Deutschen als Schriftsprache bedrängt war, bildeten sich zahlreiche sehr unterschiedliche, aber auch sehr ursprüngliche Mundarten heraus. Diese lassen sich zusammenfassen zu sieben Gruppen:
slowenisch: Koroško
Der Kärntner Mundartenzweig des Slowenischen greift über die heutigen Grenzen Kärntens hinaus. Er wird auf dem Gebiet des bis 1918 existierenden Herzogtums Kärnten gesprochen (welches den heute gemischtsprachigen Teil Kärntens, das obere Kanaltal um Tarvis, sowie das Mießtal umfasst). Zusätzlich ist das kärntnerisch-slowenische in der Gemeinde Rateče (Ratschach), einem Ort der Oberkrain (Gorenjska), sowie im untersteirischen Drautal verbreitet.
Es lässt sich gliedern in
Als Untergruppe des Jauntaler Slowenischen kann man die slowenische Obermundart sehen, die unter Einfluss des Oberkrainerischen steht.
Die kärntnerslowenischen Mundarten sind besonders ursprünglich.
slow. Štajersko
slow. Gorenjsko
slow. Dolenjsko
In der Primorska, dem Küstenland
Im Prekmurje, dem Übermurgebiet
In der Region Prlekija (in der slowenischen Steiermark)
Für die geographische Ausdehnung der verschiedenen Dialekträume siehe: Karte der slowenischen Mundarten
Die slowenische Sprache und der kajkavische Dialekt der kroatischen Sprache ähneln sich in vielerlei Hinsicht, da es sich beim kajkavischen kroatischen Dialekt um einen offen ersichtlichen und fließenden Übergang des Slowenischen in das Kroatische handelt.
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| Wiktionary auf Slowenisch – ein freies Wörterbuch |
| Wikibooks: Slowenisch – Lern- und Lehrmaterialien |
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