Die Slowinzen (Polnisch: Słowińcy) waren ein westslawisches Volk, das im Slowinzischen Küstenland in Hinterpommern (heute die polnische Woiwodschaft Pommern/Województwo pomorskie) lebte. Ihr Siedlungsgebiet befand sich etwa zwischen den Städten Stolp (Słupsk) und Leba.
Die Slowinzen unterschieden sich von den in Pommerellen lebenden katholischen Kaschuben dadurch, dass sie protestantisch waren. Anders als die Kaschuben nahmen viele Slowinzen bereits ab Mitte des 17. bis in das 18. Jahrhundert die deutsche Sprache an, da der Konfirmandenunterricht wie auch der Gottesdienst in kaschubischer Sprache systematisch abgeschafft wurden. Zahlreiche Flurnamen zeugten jedoch noch von der slawischen Herkunft der Slowinzen.
Ab 1945 wurden die Nachkommen dieser Volksgruppe aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. Es gab zwar Versuche, die (deutschsprachigen) Slowinzen aufgrund ihrer Herkunft zu Slawen zu erklären und ihnen damit einen Verbleib zu ermöglichen, doch sind diejenigen, die nicht vertrieben wurden, später aus der Region ausgewandert. Heute gibt es dort keine Slowinzen oder Leba-Kaschuben mehr.
Nach dem Volk der Slowinzen ist der Slowinzische Nationalpark (Słowiński Park Narodowy) benannt. Bestandteil des Nationalparks ist das Freilichtuseum Slowinzisches Dorf in Kluki/Klucken, in dem das Leben der Slowinzen dokumentiert ist.
Siehe auch: Slowinzische Sprache