Snamensk (Kaliningrad)


Snamensk / Знаменск
Wappen von Wehlau
Snamensk / Знаменск auf der Karte von Oblast Kaliningrad
Snamensk / Знаменск
Snamensk / Знаменск
Basisdaten
Staat: Russland
Föderationskreis: Nordwestrussland
Föderationssubjekt: Oblast Kaliningrad
Geographische Lage: 54° 37' N, 21° 13' O
Höhe: m n.p.m.
Einwohner: 4.100 (2004)
Kfz-Kennzeichen: 39
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Chrabrowo (Powunden)

Snamensk (russ. Знаменск (    anhören ?/i), dt. Wehlau, poln. Welawa, lit. Vėluva), ist eine Gemeinde in der russischen Oblast Kaliningrad in der Region Preußen im Baltikum. Der Ort hat etwa 4.100 Einwohner (2004).

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Snamensk befindet sich an der Mündung der Lawa (Alle) in den Pregel, etwa 10 km südöstlich von Gwardeisk (Tapiau).

Geschichte

Früher stand an dieser Stelle eine Burg der Prußen/ Altpreußen/ Pruzzen, um die herum eine Siedlung "Velowe" entstand, die 1258 urkundlich erwähnt wurde (1326 Wilaw; 1405 Wilouwe/ Welouwe). Der Name deutet auf eine heidnische Kultstätte (prußisch wele: Seele, Geister der Verstorbenen; welauks, welawa: Seelenacker, Totenacker, Friedhof). Die Burg der Nadrauer wurde vom Deutschen Orden übernommen, jedoch 1281 von Sudauern zerstört. 1336 erhielt die Siedlung Stadtrechte: ein Gottfried Hundertmark erhielt den Gründungsbrief vom Ordenskomtur Heinrich Dusmer, mit Erlaubnis des Hochmeisters Dietrich von Altenburg. Nachdem die Stadt 1347 von Litauern unter Kynstut/ Kestutis dem Boden gleich gemacht worden war, ließ Winrich von Kniprode eine neue befestigte errichten. Aus dieser Zeit stammt auch die Kirche, eine der ältesten und schönsten der Provinz. 1454 trat Wehlau dem Preußischen Städtbund bei und wurde vom Orden belagert. Die neu aufgeworfenen Schanzen schützten nicht davor, dass die Stadt ausgehungert wurde. 1657 wurde Preußen im Wehlauer Vertrag der Alleinherrschaft des Großen Kurfürsten übergeben. Herzog Albrecht bezeichnete Wehlau als seine "liebe Rose" und soll sich mit dem Gedanken getragen haben, hier statt in Königsberg die Universität zu errichten. Wehlau wurde wegen seiner niedrigen Lage bis zum Bau einer Pregelbrücke 1880 oft von Überschwemmungen heimgesucht.

Bekannt wurde die Stadt durch ihren Pferdehandel. Im Vertrag von Wehlau erhielt der Kurfürst der Mark Brandenburg vom König von Schweden die Souveränität über das damalige Herzogtum Preußen, das als Überrest des früheren Ordensstaats seit 1466 unter der Lehnshoheit der polnischen und schwedischen Könige gestanden hatte. Seit 1818 war Wehlau Verwaltungssitz eines Landkreises, zu dem auch die Stadt Tapiau gehörte.

1875 hatte Wehlau 5.178 Einwohner. Die Zahl wuchs 1890 auf 5.385 (davon 69 Katholiken und 67 Juden) und sank kurzfristig 1910 auf 5.288. Bis 1939 war ein starkes Anwachsen auf 8.606 Einwohner zu verzeichnen.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt. Die Altstadt mit ihrem rechteckigen Grundriss und den vielen Giebelhäusern wurde seither fast völlig vernichtet. Die ansässige deutsche Bevölkerung wurde, sofern sie nicht bereits geflüchtet war, in der Folge vertrieben. 1946 wurde Wehlau in Snamensk (übersetzt in etwa Bannerstadt) umbenannt und verlor seine Stadtrechte. Wahrzeichen des heute unbedeutenden Ortes ist die Ruine der Pfarrkirche, deren Turm durch Mittel der ehemaligen Bewohner renoviert und mit einer Aussichtsplattform versehen wurde.

Bauwerke

Wie erwähnt, wurde die geschichtsträchtige Altstadt von Wehlau 1945 und danach fast vollständig vernichtet. Daher sei an die folgenden verlorenen Sehenswürdigkeiten erinnert:

  • Pfarrkirche mit reicher Ausstattung (als Ruine erhalten)
  • Rathaus, mit gotischem Schaugiebel, häufig umgebaut, mit Dachreiter; hier wurde am 19. September 1657 der Vertrag von Wehlau geschlossen.
  • Steintor, gotisch
  • Hakenbuden am Rathaus
  • zahlreiche Giebelhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts
  • Schanze, Platz vor der Stadt, Schauplatz eines der größten Pferdemärkte in Europa


Siehe auch

Persönlichkeiten

Weblinks

Quelle:
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