Sola gratia

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Der Begriff sola gratia (lat. Allein durch Gnade) ist ein Grundsatz insbesondere der reformatorischen Theologie.

Er drückt die Idee aus, dass ein Mensch nicht durch sein Handeln Gnade Gottes erwarten kann. Die bedeutendste biblische Grundlage für diesen Gedanken stellt Römer 3,21-28 LUT dar. Neben dem "sola gratia" stehen in den reformatorischen Kirchen die Grundsätze des sola scriptura, des sola fide und solus Christus.

Diese Grundsätze stehen in Beziehungen zueinander. Erst die Vereinigung dieser "solas" führt nach Luthers Auffassung zum durch Gott gegebenen Glauben, der sich durch die Schrift selbst begründet. Die Auffassung Luthers steht damit konträr zur römisch-katholischen Glaubensgrundlage.

Insbesondere hebt diese Lehre die Abrechnung im katholischen Ablasshandel auf eine andere Ebene und liefert damit auch die entsprechende theologische Voraussetzung, die damalige Praxis abzulehnen. Die Idee, dass die Menschen anhand ihrer guten, wie bösen Taten gerichtet werden, - wie sich dies im Bilde von der Waage zeigt, auf der diese Taten gegeneinander aufgewogen werden -, pervertiert nach Luthers Ansicht im Ablasshandel, da jede böse Tat durch eine darauffolgende gute aufgewogen werden kann, und sei es durch eine Spende an die Kirche. Um diesem Handel den Boden zu entziehen, weist Luther auf die Anmassung hin, zu meinen man kenne Gottes "Bewertungskriterien am Jüngsten Tage". Im Hintergrund erscheint gar der blasphemische Gedanke an einen Rechtstreit mit Gott, falls die Waage sich zur "guten Seite" neigt und der Mensch dennoch verdammt wird. Luther sagt, dass es nicht zu begreifen sei, anhand welcher Kriterien Gott Leben und Menschsein beurteilt und es allein bei seiner Gnade liegt, wer angenommen wird.

Rettungsgedanke

Der theologische Gedanke einer "sola gratia" soll die höhere Stellung Gottes zur Geltung bringen und explizit Gläubigen bewusst machen, dass sie nicht "Punkte" sammeln können, um sich einen Platz im Jenseits zu sichern. Die Gnade Gottes ist weder willkürlich, noch beschreibbar. Luther lässt die Frage über die Vorgehensweise für eine durch Gott gegebene Rettung offen, da er vergleichbare Ideen nicht durch die Bibel erkennen kann (sola scriptura). Er äußert sich nur in der Hinsicht, dass Gott auf das Herz des Einzelnen schauen wird und dass dessen Glaube das Vordergründige für Gott darstellt und darstellen wird (sola fide). Für den Menschen, so Luther, ist es illegitim, an Gott Erwartungen zu stellen. Nur Gott selbst entscheidet über die Rettung des Einzelnen.

Offenbarungsgedanke

Der Begriff "sola gratia" befasst sich jedoch auch mit der Thematik der Offenbarung. Luther meint, dass dem Menschen nur die durch Gott gegebene Offenbarung zugängig ist und dass diese nicht durch traditionelle Kirchenlehre beeinflusst werden darf (sola scriptura).



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