Ein Soldatenfriedhof ist ein Friedhof, auf dem während eines Kriegs gestorbene Soldaten beerdigt sind. Manche dieser Anlagen sind abgetrennte Gräberfelder innerhalb eines zivilen Friedhofes. Soldatenfriedhöfe liegen nicht immer am eigentlichen Kriegsschauplatz. Oft finden sich Soldatengräber auch im räumlichen Zusammenhang mit Kriegsgefangenenlagern oder Lazaretten. Gefallene wurden auch in ihre Heimat überführt und dort auf Ehrenfriedhöfen bestattet.
In den letzten Jahren und Jahrzehnten wird insbesondere im Zusammenhang mit den Kriegsgräbern des Zweiten Weltkriegs auch von einer Kriegsgräberstätte gesprochen. Der Grund ist, dass ein großer Teil der dort bestatteten keineswegs Opfer unmittelbarer militärischer Kampfhandlungen - also Kombattanten - waren, sondern oft an den unmenschlichen Bedingungen der Lagerhaft starben. Hinzu kommen zivile Tote durch Bombenangriffe und die Opfer von Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus.
Galten Soldatengräber vielen früher als Ort des „Heldengedenkens“, werden heute, nach den Erfahrungen des Ersten und Zweiten Weltkrieges und Millionen von Toten, Kriegsgräberstätten von der Mehrheit der Europäer als Orte der Mahnung für Frieden und gegen Krieg und Gewalt betrachtet.
Die Genfer Konventionen liefern heute international verbindliche Grundlagen für die Anlage und den Erhalt von Kriegsgräberstätten. Im Zusatzprotokoll von 1977 heißt es im Art. 34 Sterbliche Überreste:
In Deutschland gibt es seit 1952 das Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz)[2]. Damit wurden die inländischen Kriegsgräberstätten in die Obhut der jeweiligen Gemeinden gestellt. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. übernimmt im Auftrag der Bundesregierung für ausländische Soldatenfriedhöfe, auf denen deutsche Soldaten beerdigt sind, die Pflege. Deutschland hat dazu mit zahlreichen Staaten bilaterale Abkommen geschlossen.
siehe auch: Soldatenfriedhof Lommel
In Deutschland existieren insgesamt 760.000 Gräber von Kriegstoten aus Russland bzw. der ehemaligen Sowjetunion. Dies sind Einzelgräber auf Gemeindefriedhöfen bis hin zu großen Kriegsgräberstätten mit Zehntausenden von Toten.
Die Mehrzahl stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, den Jahren von 1940 bis 1945. Es handelt sich um Soldaten der Roten Armee, um sowjetische Kriegsgefangene oder um Opfer der Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus.
siehe dazu den Artikel Sowjetische Kriegsgräberstätten in Deutschland
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