Solms (Adelsgeschlecht)

Wappen der Fürsten zu Solms-Braunfels
Wappen der Fürsten zu Solms-Braunfels

Das hessische Adelsgeschlecht Solms ist nach dem sich in seinem Stammgebiet befindlichen Solmsbach benannt. Ihr Stammsitz war seit etwa 1100 die Burg Solms im gleichnamigen Ortsteil Burgsolms der heutigen Stadt Solms. Die letzten Reste dieser Burg wurden zwischen 1952-54 abgerissen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als Stammvater gilt der Edelherr Marquard von Solms, der erstmals 1129 erwähnt wird. Er wird als Zeuge in der Stiftungsurkunde des Klosters Schiffenberg bei Giessen genannt.

Ab 1223 werden die Brüder Heinrich und Marquard als Grafen von Solms genannt.

Ca. 1250 wurde das Territorium in die Grafschaften Solms-Königsberg (bis 1363), Solms-Burgsolms und Solms-Braunfels geteilt. 1384 wurde die Burg Solms nach einer längeren Fehde mit der freien Reichsstadt Wetzlar zerstört. Als dann 1415 die Linie Solms-Burgsolms erlosch fiel aller Besitz an Solms-Braunfels als einzige verbliebene Linie. So wurde die Burg Braunfels (Ersterwähnung 1246) zur neuen Stammburg des Geschlechtes.

Nachdem 1418 die Herren von Falkenstein-Münzenberg ausstarben, konnten die Solmser kräftige Gebietszuwächse in der Wetterau verzeichnen. Kurz darauf wurde die Grafschaft erneut geteilt, diesmal in die Linien Solms-Braunfels (Bernhardinische Linie) und Solms-Lich (Johannische Linie). Diese Teilung blieb endgültig. Sie bildeten von nun an die beiden Hauptlinien, die sich später wiederum teilten. Bestand hatten davon die Linien

sowie von Solms-Laubach abstammend

  • Solms-Rödelheim,
  • Solms-Baruth (Sachsen, Brandenburg),
  • Solms-Sonnewalde (Sachsen),
  • Solms-Wildenfels (Sachsen)

Der vollständige Titel des Regenten der Hauptlinie Solms-Braunfels war Seine Durchlaucht Fürst zu Solms-Braunfels, Graf zu Greifenstein, Lichtenstein und Hungen, Tecklenburg, Crichingen, Lingen, Herr zu Münzenberg, Rheda, Wildenfels, Sonnewalde, Püttlingen, Dorstweiler und Beaucourt.

Der Reichsdeputationshauptschluss 1803 beendete die politische Selbständigkeit der solms'schen Grafschaften und Fürstentümer, deren Dynasten als Standesherren aber bis 1918 noch etliche Vorrechte (und die Anrede „Durchlaucht“) beanspruchen konnten.

Bedeutende Persönlichkeiten aus dem Haus Solms

  • Arnold von Solms, Bischof von Bamberg, 1286-1296
  • Reinhard Graf zu Solms-Lich, Generalfeldmarschall und Festungsbauer unter Kaiser Karl V.
  • Johann Albrecht II. Graf von Solms-Braunfels, Großhofmeister und engster Berater der Kurfürsten Friedrich IV. und Friedrich V. von der Pfalz (sog. böhmischer Winterkönig)
  • Heinrich Trajektin Graf von Solms-Braunfels, General der englisch-niederländischen Fußtruppen in der Glorious Revolution von 1688
  • Eleonore Großherzogin von Hessen-Darmstadt, geb. Prinzessin zu Solms-Hohensolms-Lich, Ehefrau von Großherzog Ernst-Ludwig
  • Friedrich Graf zu Solms-Laubach, Oberpräsident der preußischen Rheinprovinz
  • Amalie von Solms-Braunfels (1602-1675), Ehefrau und Beraterin des Statthalter der Niederlande Friedrich Heinrich von Oranien
  • Carl Prinz zu Solms-Braunfels (1812-1875), 1844/45 Generalkommissar des „Verein zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas“, Gründer der texanischen Städt New Braunfels sowie Indianola
  • Karl August zu Solms-Wildenfels (1823-1918), Generalleutnant
  • Friedrich Hermann zu Solms-Baruth (1886-1951), Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944
  • Max Graf zu Solms-Rödelheim (1893-1968), Soziologe
  • Feodora zu Solms-Baruth (1920-2006), Leichtathletin
  • Dr. Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels geb. Gross (* 1933), Präsidentin der Steuben-Schurz-Gesellschaft
  • Hermann Otto Solms (* 1940), eigl. Herrmann Otto Prinz zu Solms-Hohensolms-Lich, Politiker

Burgen und Schlösser

Schloss Braunfels
Schloss Braunfels
Schloss Hungen
Schloss Hungen
Burgruine Greifenstein
Burgruine Greifenstein
  • Schloss Braunfels: Stammschloss der Solmser. Zahlreiche Umbauten über 700 Jahre hinweg, zuletzt neoromanisch mit zahlreichen Türmen umgebaut (1880). Gotische Schlosskirche (14. Jh.).
  • Schloss Lich: Aus mittelalterlicher Wasserburg hervorgegangene Vierflügelanlage der Spätrenaissance.
  • Schloss Hungen: Dreiflügliges Renaissance-Schloss.
  • Schloss Laubach: Aus mittelalterlicher Wasserburg hervorgegangen, Renaissance- und Barockerweiterungen.
  • Schloss der Grafen zu Solms-Rödelheim und Assenheim in Niddatal-Assenheim: 1924 bis 1932 war es Sitz des von Max Graf zu Solms begründeten und als Mäzen unterhaltenen „Forscherheims Assenheim“, eines der ersten deutschen Gelehrtenkollegs.
  • Burgruine Greifenstein: Eine der bedeutendsten Festungen der Renaissance. Deutsches Glockenmuseum.
  • Kloster Arnsburg: Ehemaliges Zisterzienserkloster [1174 bis 1803), danach im Besitz des Hauses Solms-Laubach; barocke Teile als Schloss genutzt.
  • Burgruine Münzenberg: Burganlage mit zwei Bergfrieden.
  • Schloss [[Werdorf]. Witwensitz: Kleines Barockschlösschen.
  • Solmspark Rödelheim: Auf der Nidda-Insel gelegen, entstand er aus einem klassischen Landschaftspark, der im Jahr 1879 um das damalige Schloss des Grafen von Solms-Rödelheim angelegt wurde. Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und später vollständig abgetragen.

Siehe auch

Weblinks

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