| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Somaliland (Begriffsklärung). |
| Jamhuuriyadda Soomaaliland (Somali) جمهورية ارض الصومال |
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| Wahlspruch: Justice, Peace, Freedom, Democracy and Success for All
englisch, "Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit, Demokratie und Erfolg für alle" |
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| Amtssprache | Somali, Arabisch, Englisch[1] | ||||
| Hauptstadt | Hargeysa | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | Präsident Dahir Riyale Kahin |
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| Fläche | 137.600 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 3.500.000 | ||||
| Bevölkerungsdichte | 25 Einwohner pro km² | ||||
| Währung | Somaliland-Schilling | ||||
| Unabhängigkeit | 18. Mai 1991 von Somalia, international nicht anerkannt | ||||
| Nationalhymne | dum ala khair, dum ala khair, Samo ku waar Samo ku waar Saamo ku waar | ||||
| Zeitzone | UTC +3 | ||||
| Kfz-Kennzeichen | - | ||||
| Internet-TLD | - | ||||
| Telefonvorwahl | +252 | ||||
Die Republik Somaliland (Somali: Jamhuuriyadda Soomaaliland) ist ein de facto unabhängiger, aber international nicht anerkannter Staat, der den Nordteil Somalias – das ehemalige Kolonialgebiet Britisch-Somaliland – umfasst. Nach Ausbruch des somalischen Bürgerkrieges hatte sich Somaliland am 18. Mai 1991 einseitig für unabhängig erklärt. Seine Hauptstadt ist Hargeysa, Präsident ist seit 2002 Dahir Riyale Kahin.
Inhaltsverzeichnis |
Somaliland befindet sich im Osten des afrikanischen Kontinents, am Horn von Afrika auf der Somali-Halbinsel. Das Land liegt zwischen 08°00'–11°30' nördlicher Breite und 42°30'–49°00' östlicher Länge. Es grenzt im Westen an Dschibuti, im Süden an Äthiopien und im Osten an Somalia bzw. Puntland. Außerdem besitzt das Land im Norden eine über 700 km lange Küste am Roten Meer.
Die weitgehend flachen Küstenstreifen – genannt Guban – reichen bis zu 70 Kilometer in das Landesinnere und weisen ein heißes Klima auf.
Die Republik Somaliland ist in sechs administrative Regionen (gobolada) unterteilt:
Das Klima das Landes wird stark durch tropische Monsune geprägt. Man unterscheidet vier Jahreszeiten:
In den Küstengebieten kommt es mit bis zu 1000 mm zum höchsten Niederschlagswert pro Jahr, wohingegen im Landesinneren durchschnittlich nur etwa 500 mm zu verzeichnen sind. Die Niederschlagsmengen fallen jedoch zeitlich sehr unterschiedlich aus.
Die Bevölkerung wird auf etwa 3,5 Millionen geschätzt. Das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum beträgt 3,4 %. Auf einem km² leben durchschnittlich 25 Einwohner. 55 % der Bevölkerung sind Nomaden oder zumindest teilweise Nomaden, während 45 % in Dörfern oder Städten einen festen Wohnsitz haben. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt für Männer 50 Jahre, für Frauen 55.
Größter Clan in Somaliland sind die Isaaq, als Minderheiten sind Dir und Darod vertreten.
Hauptartikel: Geschichte Somalias
1884 schloß Großbritannien Verträge mit verschiedenen lokalen Clans und errichtete so das Protektorat Britisch-Somaliland. Dabei beschränkte es sich weitgehend auf eine indirekte Herrschaft über das Gebiet. 1899–1920 führte der heute als somalischer Nationalheld verehrte Muhammad ibn ʿAbd Allāh Hassān in der Region einen Aufstand gegen die beginnende britische, italienische und äthiopische Fremdherrschaft über die Somali, bei dem etwa ein Drittel der Bevölkerung Nordsomalias umkam.
Am 26. Juni 1960 wurde Britisch-Somaliland von Großbritannien unabhängig. Kurz darauf verband es sich am 1. Juli mit dem ehemaligen Protektorat Italienisch-Somaliland zu Somalia mit Mogadischu als Hauptstadt. Dem damaligen Ministerpräsidenten Britisch-Somalilands Mohammed Haji Ibrahim Egal wurde ein Ministerposten in der neuen Regierung Somalias überlassen. Egal wurde 1967 Premierminister, bis er 1969 beim Putsch Siad Barres abgesetzt wurde.
1988 begann die separatistische Somali National Movement (SNM) in Nordsomalia den Aufstand gegen die autoritäre somalische Regierung unter Siad Barre. Die Regierungsarmee reagierte mit Repressionen wie der Bombardierung der Städte Burao und Hargeysa, wodurch 50.000–60.000 Menschen umkamen, 400.000 zu Binnenvertriebenen wurden und weitere 400.000 über die Grenze in Flüchtlingslager wie Hartishek im äthiopischen Ogaden flohen[2]. Heute (2007) sind die meisten dieser Flüchtlinge zurückgekehrt.
Am 18. Mai 1991, nach dem Zusammenbruch der Regierung Somalias und dem Ausbruch des Bürgerkrieges, erklärte sich das ehemalige Protektorat Britisch-Somaliland unter Federführung der SNM als Republik Somaliland für unabhängig. Rebellenchef Abd-ar-Rahman Ahmad Ali Tur wurde erster Präsident. 1993 wurde Ibrahim Egal zum Präsidenten gewählt. Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Teilen der SNM und Clan-Konflikte hielten bis 1996 an. Bemühungen zur Schaffung einer Verfassung und eines demokratischen Systems wurden weiter vorangetrieben, 2001 wurde die Verfassung in einem Referendum von einer großen Mehrheit angenommen. Egal blieb in seinem Amt bis zu seinem Tod am 3. Mai 2002. Daraufhin wurde der Vizepräsident Dahir Riyale Kahin als neuer Präsident vereidigt, seine Amtszeit läuft bis 2008. Ex-Präsident Tur kämpfte bis zu seinem Tod (2004) mit Hilfe somalischer Warlords für die Wiedervereinigung mit Somalia.
Hauptartikel: Politik Somalilands
Das Land besitzt seit 1997 eine Verfassung und ein republikanisches Zweikammernsystem mit Ältestenrat und Repräsentantenhaus. Präsident und Vizepräsident werden gewählt, der Präsident mit seinem Kabinett bildet den Vorsitz der Regierung.
In den dritten Mehrparteienwahlen seit 1991 ist im Oktober 2005 die Regierungspartei UDUB mit 33 von 82 Parlamentssitzen als Siegerin hervorgegangen. Die beiden Oppositionsparteien Kulmiye und UCID kamen auf 28 beziehungsweise 21 Sitze. Die Neue Zürcher Zeitung kommentiert dazu: „Während große Teile von Somalia in Bürgerkrieg und Anarchie versanken, verstand es Somaliland, nicht nur den inneren Frieden zu wahren, sondern auch eine einigermaßen stabile Demokratie einzurichten – eine beachtliche Leistung im regionalen Kontext.“ (Nr. 242, 17. Oktober 2005)
Somaliland wurde bislang international nicht als unabhängiger Staat anerkannt und ist Mitglied der UNPO. Obwohl das Land als politisch stabil und friedlich gilt, besteht die UNO auf der Wiedervereinigung mit Rest-Somalia. Somaliland wiederum sieht sich in der Kontinuität des britischen Protektorats, das im Jahre 1960 für immerhin fünf Tage bereits unabhängig gewesen ist.
Unklarheit herrscht hinsichtlich der beiden östlichen Regionen Sool und Sanaag, die sowohl von der Republik Somaliland als auch vom selbsterklärten somalischen Teilstaat Puntland beansprucht werden; im Zuge der Grenzstreitigkeiten sind auch mehrmals militärische Gruppierungen aus Puntland in diese Regionen vorgedrungen. Historisch gehörten sie zu Britisch-Somaliland. Ohne eine Einigung über ihre Zugehörigkeit scheint die internationale Anerkennung Somalilands weiterhin unwahrscheinlich. Zudem wollen manche Vertreter des Dir-Clans in der Region Awdal die Autorität der Regierung von Somaliland nicht anerkennen und riefen 1995 ihre eigene „Republik Awdal“ aus, die aber de facto nicht besteht.
Hauptartikel: Wirtschaft Somalias
Die Haupteinnahmequelle des Landes ist der Export von Lebendvieh nach Saudi-Arabien. Der Hafen von Berbera dient als wichtiger Exporthafen für Äthiopien.
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