Eine Sommerrodelbahn ist eine Sport- und Freizeitanlage, ähnlich einer sehr langen Rutschbahn, auf der man mit einem Schlitten zu Tal gleitet oder rollt. Der Fahrer kann dabei die Geschwindigkeit durch ein Bremssystem selbst bestimmen. Neben den Bahnen mit Rinnen werden auch schienengeführte Bahnen, die sogenannten Alpine Coaster, zu den Sommerrodelbahnen gezählt.
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Die ersten Sommerrodelbahnen wurden von Skiliftbetreibern entwickelt, die nach einer Nutzungsmöglichkeit ihrer Anlagen in den schneefreien Monaten suchten. Vorreiter waren hier Karl Josef Freiherr von Wendt, der gemeinsam mit der Firma Mannesmann Fördertechnik Bahnen mit einer Rinne aus Faserzement entwickelte und Josef Wiegand mit Bahnen aus Edelstahl.
1972 wurde die erste Bahn mit zugehörigem Sessellift von Wendt in Bestwig eröffnet. Später entwickelte sich daraus der Freizeitpark Fort Fun Abenteuerland. Wegen des Asbest-Gehaltes der Rinne wurden die Bahnen Ende 2003 stillgelegt.
Die erste Edelstahl-Bahn eröffnete Wiegand 1975 in seinem Skigebiet auf der Wasserkuppe. Die mittlerweile mehrfach modifizierte Anlage wird noch heute betrieben.
Dem gesteigerten Sicherheitsbedürfnis der Fahrgäste Rechnung zu tragen, entwickelte die Firma Wiegand in den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts den Alpine Coaster, bei dem die Schlitten auf Schienen fahren und die Fahrer durch Gurte gesichert sind. 1997 wurde die erste Anlage von Wiegand ebenfalls auf der Wasserkuppe eröffnet.
Neben dem Betrieb in Skigebieten sind Sommerrodelbahnen auch als Attraktionen in Freizeitparks häufig anzutreffen.
Die längste Sommerrodelbahn Deutschlands gibt es seit August 2006 in der Alpsee Bergwelt in Immenstadt. Sie hat eine Länge von ca. 3 km, eine Fahrt dauert etwa 5 Minuten.
Da das Prinzip der Bahnen mit Faserzement-Rinnen nicht geschützt wurde, werden ähnliche Bahnen von verschiedenen Firmen produziert. Heute wird die Rinne statt aus Faserzement in der Regel aus Kunststoff gefertigt. Die Kurven der Bahn sind überhöht, um ein Herausfallen der Schlitten zu vermeiden.
Die Schlitten gleiten meist auf Kunststoffkufen. Zur Beschleunigung werden durch Drücken eines Hebels Räder abgesenkt, wodurch sich die Reibung vermindert. Zum Bremsen wird der Hebel zum Körper gezogen, die Räder heben sich und Gummikufen werden auf die Bahn gedrückt. Durch das Rutschen ist das Fahrgefühl dieses Schlittentyps am ehesten mit dem von Rodelschlitten vergleichbar.
Das Prinzip gleicht grundsätzlich den Zement- bzw. Kunststoffbahnen. Die Fertigung aus Edelstahl sorgt für eine höhere Verschleißfestigkeit der Strecke. Neben Kufenschlitten wurden vom Weltmarktführer Wiegand auch Rollenschlitten entwickelt. Statt auf Kufen zu rutschen, fährt der auf einem Metallgestell basierende Kuststoffschlitten auf vier Rädern. Das Brems- und Beschleunigungssystem funktioniert ähnlich.
Während bei den Kufenschlitten bei feuchter Witterung der Fahrbetrieb eingestellt werden muss, haben die Rolleschlitten auch bei Regen noch genug seitliche Haftung.
Da es durch herausfallen aus der Bahn oder Stürze vom Schlitten immer wieder zu Verletzungen kam, wurden Schienengebundene Varianten entwickelt. Da die Doppelschiene der einer Achterbahn (engl. Roller Coaster) ähnelt, entstand der Name Alpine Coaster. Der Begriff bezeichnet zwar eigentlich ausschließlich die Bahnen der Firma Wiegand, hat sich aber umgangssprachlich auch für ähnliche Anlagen anderer Hersteller durchgesetzt.
Die vor allem in Österreich verbreiteten Bahnen des Herstellers Brandauer besitzen nur eine einzelne mittig führende Schiene.
Um die Fahrzeuge auf ihre Abfahrtposition auf dem Berg zu transportieren werden verschiedene Systeme eingesetzt.
Die einfachste Variante besteht darin, die Schlitten an einen, die Fahrgäste transportierenden, Lift zu hängen und oben wieder zu entladen.
Andere Anlagen besitzen einen extra Lift für die Schlitten. Hier werden die Schlitten automatisch an den Lift gehängt und an der Bergstation automatisch entladen.
Viele Anlagen setzen ein System ein, bei der der Mitfahrer nicht mit einem separaten Lift den Aufstieg antritt, sondern auf dem Schlitten nach oben gezogen wird. Dazu wird an eine Öse am Schlitten ein Kabel eingehängt, der das Fahrzeug mitzieht. Bei Alpine Coastern gibt es unter dem Schlitten eine Vorrichtung, die sich an ein Umlaufendes Stahlseil einhakt wodurch er mitgenommen wird.
Ein verwandtes Fahrgeschäft sind die Bobkartbahnen des Herstellers Wiegand. Die Fahrrinne ist auch hier aus Edelstahl und gleicht denen der Sommerrodelbahn. Die Fahrzeuge werden mit einem Elektromotor angetrieben, der über eine neben der Strecke angebrachte Stromschiene versorgt wird. Die Geschwindigkeit wird vom Fahrer über einen Hebel gesteuert. Auffahren wird durch eine elektronische Steuerung des Antriebs verhindert. Zur Zeit befindet sich eine „inverted“ Version des Bobkart der Wie-Flyer in der Entwicklung. Das Fahrzeug hängt in diesem Fall unter einer Schiene.
Die Bobkartbahn verhält sich zur Sommerrodelbahn wie die Achterbahn zum Powered Coaster.