| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Kyffhäuserkreis | |
| Koordinaten: | 51° 22′ N, 10° 52′ O | |
| Höhe: | 208 m ü. NN | |
| Fläche: | 114,36 km² | |
| Einwohner: | 21.301 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 186 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 99701–99706 | |
| Vorwahl: | 03632 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KYF | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 65 067 | |
| Stadtgliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 7 99706 Sondershausen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Joachim Kreyer (CDU) | |
Die Musik- und Bergstadt Sondershausen ist eine im Norden des Bundeslandes Thüringen gelegene Mittelstadt und die Kreisstadt des Kyffhäuserkreises. Sie liegt im Tal der Wipper zwischen den Höhenzügen Hainleite im Süden und Windleite im Norden.
Inhaltsverzeichnis |
Sondershausen liegt in einem Tal zwischen den Gebirgszügen Windleite und Hainleite und ist vom Fluss Wipper durchzogen. Die Landschaft ist durch Sandsteinboden und Lehmboden gekennzeichnet. Die Vegetation besteht vorwiegend aus Laubwald.
Die Stadt gliedert sich in die Stadtteile Stockhausen, Östertal, Hasenholz, Borntal, Zentrum, Jechaburg, Jecha und Bebra. Zur Stadt gehören weiterhin die Ortsteile Berka/Wipper (seit 1997), Großfurra und Oberspier.
Am 12. Oktober 2006 wurden Verträge unterzeichnet, die die Einheitsgemeinde Schernberg als Ortsteil Sondershausens eingemeinden. Damit werden zum 1. Oktober 2007 die Orte Schernberg, Hohenebra, Thalebra, Himmelsberg, Immenrode, Kleinberndten, Großberndten, Dietenborn und Straußberg eingemeindet.
Sondershausen entwickelte sich aus einer fränkischen Siedlung im 8. Jahrhundert. 1125 wurde Sondershausen erstmals urkundlich erwähnt und zwar als Siedlung, die von zwei Dienstmannen des Mainzer Erzbischofs namens Wydego und Remarus verwaltet wird. Um 1300, unter den Grafen von Hohnstein (seit 1263 auf der Spatenburg ansässig), erhält Sondershausen das Stadtrecht. Die Stadt umfasste damals etwa 400 Häuser, die in einem unregelmäßigen Viereck zu Füßen des Schlosses lagen. Seit 1356 war dieses im Besitz der gräflichen, dann fürstlichen Dynastie Schwarzburg und Residenz des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen (bis 1918). In diese Zeit fällt auch die erste größere Stadterweiterung, mit der sich die ummauerte Stadt mit der Neustadt dun dem Plan genannten Gebiet nach Westen und Osten ausdehnt. Seit 1391 wurde ein Schulmeister in der Stadt ausgewiesen.
1531 bekannt sich die Stadt zur Reformation. Im 16. Jahrhundert begann der Aufbau des Schlosses anstelle der bisher hier befindlichen Burg, der sich bis in das 18. Jahrhundert fortsetzt. 1801 wurde die Hofkapelle Harmoniecorps gegründet, aus der später das Loh-Orchester hervorging. Der Fürstenhof, der zu dieser Zeit das wirtschaftliche und mit seinem Beamtentum auch das soziale Leben der Stadt bestimmt, sorgte auch für weitere kulturelle Einrichtungen. So wurde 1815 das Theater und 1883 das Konservatorium gegründet. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde im Westen die Karlstadt angelegt.
1869 erhielt Sondershausen mit dem Bau der Nordhausen–Erfurter Eisenbahn Bahnanschluss, 1898 folgte mit dem Bau der Kyffhäuserbahn der Anschluss nach Bad Frankenhausen. Die Eröffnung eines ersten Kalibergwerks 1893 markierte den Beginn der Industrialisierung. Der Kalibergbau bestimmte in den folgenden 100 Jahren die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Zwischen 1920 und 1945 war der Landkreis Sondershausen eine thüringische Enklave in der preußischen Provinz Sachsen. Von 1936 bis 1945 war Sondershausen Garnisonsstadt der Wehrmacht. Die nicht mehr genutzten Kalischächte 3 und 4 wurden 1937/1938 als Heeresmunitionsanstalt ausgebaut. Diese Umstände waren am Ende des Zweiten Weltkriegs auch die Ursache für schwere Bombenangriffe der Alliierten, die zu schweren Zerstörungen in der Stadt führten.
1952 wurde Sondershausen Kreisstadt des verkleinerten Kreises Sondershausen, der zum Bezirk Erfurt gehörte. Das nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als SAG-Betrieb weitergeführte Kalibergwerk Glückauf wurde ab 1952 als Volkseigener Betrieb weitergeführt. Es bildete die Grundlage dafür, dass hier 1970 das VEB Kombinat Kali ihren Sitz erhielt. Nach dem Ende der DDR 1990 wurde in den Jahren 1991/1992 die Kaliförderung schrittweise eingestellt. Die damit einhergehende Deindustrialisierung sorgt bis heute dafür, dass die Arbeitslosigkeit in Sondershausen wie im gesamten Kyffhäuserkreis, der 1994 aus dem bisherigen Kreis Sondershausen und dem im ehemaligen Bezirk Halle gelegenen Kreis Artern gebildet wurde, mit am höchsten in Thüringen ist.
Die Stadt erregte bundesweit Aufsehen, als Mitglieder der NS-Black-Metal-Band Absurd im April 1993 einen Mitschüler ermordeten, was von der Presse als „Satansmord von Sondershausen“ bezeichnet wurde.
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1981 31. Dezember):
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1834 bis 1984
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1994 bis 2001
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2002 bis 2006
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1 29. Oktober
2 31. August
Blasonierung: „In Silber ein rotes Hirschgeweih mit drei seitlichen und drei oberen Enden, zwischen den Stangen ein blauer Schild, darin ein nach rechts steigender goldener gekrönter, rot gezungter und bewehrter Löwe.“
Sondershausen pflegt Partnerschaften mit Rolla in den Vereinigten Staaten (seit 1998), mit Pecquencourt im Département Nord in Frankreich (seit 1969) sowie mit der litauischen Stadt Kazlų Rūda im Distrikt Marijampolė (seit (2000).
Wirtschaftlich ist Sondershausen geprägt durch die Elektroindustrie und bis in die 1990er-Jahre durch das Kalibergwerk. In Sondershausen befindet sich der älteste noch befahrbare Kalischacht der Welt. Auch wenn die Kaliproduktion in großem Stil eingestellt wurde, wird in geringem Maße noch Industriesalz (vor allem als Streusalz) gefördert. Das Bergwerk Glückauf dient heute als Versatzbergwerk und wird von der Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH (GSES) betrieben. Teile der unterirdischen Anlagen wurden Ende der 1990er Jahre zu einem Besucherbergwerk ausgebaut. Größter Betrieb ist die Fertigungsstätte der WAGO Kontakttechnik GmbH Co. KG mit über 1000 Beschäftigten. Hergestellt werden Federklemmen und -systeme für die Elektroinstallation.
In Sondershausen gibt es ein Schlossmuseum mit umfangreichen Sammlungen, z.B. der „Goldenen Kutsche“, außerdem befindet sich unter der Stadt ein zum Besucherbergwerk umfunktioniertes Kalibergwerk. Unter der Galerie am Schlossberg gibt es ein 1999 ausgegrabenes jüdisches Bad ( Mikwe) aus dem 14. Jahrhundert.
Sondershausen führt neben dem Beinamen Bergstadt auch den Beinamen „Musikstadt“. Musikalische Traditionen lassen sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen.
Die Hofkapelle ist erstmals 1637 erwähnt worden und wurde 1918 in Loh-Orchester Sondershausen umbenannt, heute Bestandteil der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen. Hier wirkten Musiker wie Max Bruch, Gottfried Herrmann, Franz Liszt und Max Reger. Der Musikwissenschaftler Hugo Riemann lehrte ebenfalls in Sondershausen. Der Musikwissenschaftler Philipp Spitta ließ sich 1867 von Tallinn an das Gymnasium in Sondershausen. Außerdem bestehen in der Stadt der Albert-Fischer-Chor und eine Musikschule.
Sondershausen ist darüber hinaus auch Namensgeber des Sondershäuser Verbandes Akademisch-Musikalischer Verbindungen (SV) (Dachverband der nichtschlagenden musischen Studentenverbindungen in Deutschland und Österreich). Neben Verbandfesten im fünfjährigen Turnus veranstaltet der SV hier regelmäßig Verbandstagungen und Fortbildungsseminare und ist darüber hinaus mit eigenen Konzerten regelmäßig in Sondershausen anzutreffen. Sondershausen ist Sitz der Landesmusikakademie Thüringen.
Ein Ausflugsziel nahe Sondershausens ist der Freizeit und Erholungspark Possen, der Teil der Hainleite ist. Im Bereich des Possens verändert sich die Hainleite zu einer Hochebene. Hier steht mit dem Possenturm der höchste Fachwerkturm Deutschlands (42 Meter hoch), mit Fernsicht bis zum Brocken.
Weiter Ausflugsziele mit Aussicht im Süden Sondershausens sind der Spatenberg und das Rondell Sondershausen.
Unter Sondershausen erstrecken sich die Stollen eines ehemaligen Kali-Bergwerkes. Heute ist es zum Besucherbergwerk umfunktioniert, welches unter Tage vielfältige Aktivitäten anbietet.
Die Umgebung von Sondershausen bietet mit ihren Wäldern in der Hainleite (hauptsächlich Buchenwald), südlich von Sondershausen, und der Windleite, nördlich von Sondershausen eine umfangreiche Artenvielfalt von Pflanzen. Besonders Orchideen kann man hier finden, wie den Frauenschuh, Fuchs' Knabenkraut und das Weiße Waldvöglein. Ebenfalls häufig zu finden sind geologische Aufschlüsse. Gelegentlich werden dort Ammoniten gefunden.
Über die Stadt hinaus bekannt ist die in Sondershausen geborene Eisschnellläuferin Gunda Niemann-Stirnemann. Bekannt sind außerdem der Untertage-Marathon und die Untertageradrennen im Besucherbergwerk Sondershausen.
Außerdem findet in der Stadt jährlich das „Sparkassenmeeting der Leichtathletik“ mit vielen Medaillengewinnern der laufenden Saison statt.
Bekanntester Sportverein ist der Fußballverein BSV Eintracht Sondershausen (bis 1990 BSG Glückauf Sondershausen). Der Verein spielte von 1980 bis 1987 in der DDR-Liga (zweithöchste Spielklasse) und wurde 2000 Landesmeister in der Landesliga Thüringen, spielte danach fünf Jahre NOFV Oberliga Süd (4. Liga). Spielstätte des Vereins ist das Sportzentrum „Am Göldner“ mit 5.000 Plätzen, davon 1.700 überdachte Sitzplätze.
Nicht nur in der Musik gingen Persönlichkeiten hervor. Auch die Schriftsteller Johann Karl Wezel (31. Oktober 1747 - 28. Januar 1819), Stefanie Keyser (30. März 1847 - 30. Januar 1926) und der Mundartendichter Karl Krieghoff (1905-1984) wurden überregional bekannt, ferner Ludwig Günther Martini (1647-1719), Bürgermeister von Annaberg, Jurist und Kanzleidirektor der Grafen zu Stolberg.
In Sondershausen lebte und wirkte auch der verdienstvolle deutsche Geograph Johann Günther Friedrich Cannabich (1777-1859).
Seit 1889 lebte Richard D. Volkmann in Sondershausen, als er als Offiziersanwärter in das dortige Regiment eintrat. Volkmann wurde später zu einem reichsweit bekannten Kolonialheld, als er während des Aufstandes im damaligen Deutsch-Südwestafrika nach monatelanger Verfolgungsjagd einen berühmten Häuptling gefangen nahm. Seit 1928 wohnten Volkmann und seine Familie wieder in Sondershausen auf dem Franzberg. 1954 ist Richard Volkmann in Sondershausen gestorben. Hier fand er auch seine letzte Ruhestätte
Als berühmteste Tochter der Stadt gilt die erfolgreichste Eisschnellläuferin aller Zeiten, Gunda Niemann-Stirnemann. Sie kam hier am 7. September 1966 als Gunda Kleemann zur Welt.
Eng verbunden ist Sondershausen auch mit der Familie des Unternehmers Kurt Lindner (* 1877 in Großenhain; † 1966 in Eggolsheim), leitete ab 1902 die von ihm übernommene Porzellanfabrik für elektrisches Zubehör als „Lindner & Co“ (heute ELSO). Linder, am 15. Dezember 1909 zum Gemeinderat, 1920 zum Stadtrat und Dezernent des Lebensmittelamtes gewählt, war wegen vieler großzügiger Spenden, so für eine Diakoniestation in Jecha, die Karl-Günther-Schule und die neuen Glocken der Stadtkirche St. Trinitatis, hoch angesehen. Zum 25-jährigen Bestehen seiner Firma wurde ihm 1927 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Sondershausen verliehen. Am 11. März 1946 demontierte die sowjetische Besatzungsmacht den gesamten Betrieb, 1948 folgte die Enteignung des Werkes von Kurt Lindner einschließlich seines gesamten Privatvermögens durch die Sowjets und die neuen SED-Machthaber. Die nun mittellose Familie zog daraufhin nach Eggolsheim, wo seit 1938 ein Zweigbetrieb existierte. Auch Kurt Lindners Sohn, der Unternehmer und Jagdwissenschaftler Kurt Lindner (1906-1987), wurde in Sondershausen geboren und besuchte dort das humanistische Gymnasium.
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Brockhaus-1911: Sondershausen · Schwarzburg-Sondershausen
DamenConvLex-1834: Sondershausen · Karoline Wilh. Fr., Fürstin von Schw.-Sondershausen
Herder-1854: Sondershausen · Schwarzburg-Sondershausen
Meyers-1905: Sondershausen · Schwarzburg-Sondershausen
Pataky-1898: Schwarzburg-Sondershausen, Fürstin Friederike Alexandrine Marie Katharina Charlotte Eugenie Luise Mathilde von · Mathilde, Fürstin von Schwarzburg-Sondershausen