Als Sonderwagen werden die gepanzerten Radfahrzeuge der deutschen Polizei bezeichnet. Während der Weimarer Republik wurden sie bei den bürgerkriegsartigen Straßenkämpfen eingesetzt. Die heutigen Sonderwagen werden von den Bereitschaftspolizeien der Länder und von der Bundespolizei verwendet. Neben einer leichten Panzerung verfügen sie über eine Bewaffnung mit Maschinengewehr , sowie über die Möglichkeit, Zusatzgeräte wie Räumschilde anzubringen. Neuere Sonderwagen auf Basis von geländegängigen PKWs erscheinen weniger militärisch und sind unauffälliger.
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Wegen der politisch unruhigen Situation in der Weimarer Republik verfügten die Schutzpolizeien über Panzerwagen, die sowohl für den Straßenkampf als auch für Fahrten über Land geeignet waren. Der Friedensvertrag von Versailles verbot Deutschland den Besitz von Panzern; für die innere Sicherheit wurden jedoch 150 SchuPo-Sonderwagen zugestanden. Dies wurden teilweise aus den Beständen des Heeres übernommen, teilweise von den Firmen Daimler, Benz und Erhard neu gebaut.
In der Anfangszeit des Bundesgrenzschutz und der Bereitschaftspolizeien wurden umgebaute und überholte Spähpanzer des amerikanischen Typs M8 Greyhound aus dem 2. Weltkrieg verwendet.
Die Mowag-Sonderwagen wurden ab 1963 beim Bundesgrenzschutz und den Bereitschaftspolizeien der Länder eingeführt. Das Fahrzeug (4x4) wurde von Mowag in der Schweiz als MOWAG MR 8 entwickelt und von Büssing und Henschel in Deutschland gebaut. Beim Bundesgrenzschutz wurde der SW 1 auch als Kfz 91 bezeichnet.
Der Sonderwagen 1 verfügte über keine eigene Bewaffnung. Der Sonderwagen 2 war ähnlich dem Sonderwagen 1, hatte jedoch einen Drehturm mit Bewaffnung: Maschinenkanone 20 mm im SW 2a, Maschinengewehr MG 1/2 im SW 2b.
1966 wurden beim Bundesgrenzschutz auch 80 schwerer bewaffnete Spähpanzer des britischen Typs Saladin eingeführt, allerdings 1977 wieder außer Dienst gestellt.[1] Die Hauptbewaffnung war eine Kanone 76 mm. Der Verbleib dieser Panzer ist unklar.
Der Sonderwagen 3 ist eine gepanzerte Version der Mercedes G-Klasse.
Vor der Einführung des Sonderwagen 4 wurden von einigen Polizeien einzelne Exemplare des UR-416 beschafft. Der UR 416 ist ein gepanzertes Fahrzeug auf Basis des Unimog, gebaut von Thyssen.
Als Ersatz für die älteren Sonderwagen 1 und 2 wurde ab 1984 der Thyssen-Maschinenbau TM-170 als Sonderwagen 4 eingeführt. Der TM-170 ist ein Panzerwagen auf dem Fahrgestell des Unimog. 1995/96 wurden 121 Sonderwagen 4 vom Bundesgrenzschutz an die Bundeswehr abgegeben, die sie ursprünglich unter dem Namen Hermelin einsetzen wollte, dann allerdings nicht verwendete, sondern nach Mazedonien verkaufte. Andere Länder, die den TM-170 verwenden, sind Luxemburg, Spanien, Österreich, Kuwait, Indonesien, Südkorea und demnächst der Irak.
Der TM-170 wird auch von privaten Sicherheitsunternehmen und Geldtransportunternehmen, z. B. der Heros Unternehmensgruppe verwendet.
Bei der Bundespolizei wird der Sonderwagen 4 (SW 4) zur Zeit nur noch an bestimmten Flughäfen z.B. Köln, Düsseldorf und Stuttgart und bei einigen Unterstützungseinheiten (UEs) eingesetzt. Sie gelten zur aussterbenden Fahrzeuggeneration, für die auch kein Ersatz mehr beschafft wird. Nicht mehr fahrtaugliche SW 4 werden als Ersatzteillager für die noch im Dienst befindlichen SW 4 ausgeschlachtet.
Der Condor ist ein gepanzertes Mehrzweckfahrzeug mit Unimogkomponenten, wie Achsen, Motor und Getriebe. Im Gegensatz zum TM 170 besteht der Condor aus einer selbsttragenden Panzerstahlwanne. Das Fahrzeug verfügt über einen Allradantrieb und kann bewaffnet werden. Mit seinem 170 kW Dieselmotor erreicht es eine Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h und hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 12,4 t. Bisher wurden 64 Fahrzeuge nach Uruguay, 457 nach Malaysia, 25 in die Türkei, 12 nach Portugal, 19 nach Thailand sowie 8 Fahrzeuge in der Version Condor 2 nach Kuwait geliefert. Der Condor 2 verwendet Komponenten des Unimog U 5000 und ist mit einem Thales FVT 800-Turm ausgestattet.
1. Generation: Daimler-Benz LG315/46 | Ford G398 | Kraftkarren (KraKa) | Magirus-Deutz Jupiter 6x6 | MAN 630 | VW Typ 2 | DKW Munga | Unimog (S404) | VW Typ 181 | Hercules K 125 BW
2. Generation: Unimog (U 1300 L) | MAN gl | Raketenwerfer LARS | SLT 50-2/3 Elefant | Mercedes-Benz NG | TPz Fuchs | Spähpanzer Luchs | VW Iltis | VW Typ 3 | Hercules K 125 1A1 BW
Ungepanzerte Radfahrzeuge der 3. Generation: Wolf | SLT 56 Franziska | Unimog (U3000/U4000/U5000) | MAN gl | Wechselladersystem MULTI | Hercules K 180 BW | KTM
Geschützte Radfahrzeuge der 3. Generation: ATF Dingo (1&2) | Serval/Wolf AGF | Wolf MSA und FSA | Mungo ESK | GTK Boxer | Duro 3 | Spähwagen Fennek
Truppenversuche: Porsche Jagdwagen (Ausschreibung Lkw 0,25 gl 4x4) | Goliath Jagdwagen (Ausschreibung Lkw 0,25 gl 4x4) | Zobel (Panzer) (Projektstudie zum Fennek) | Sonderwagen 4 (TM-170) (nur zur Erprobung, nicht realisiert)