Songwriting

Songwriting (Liederschreiben) beschreibt die Kompositionslehre in der Popmusik. Beim Komponieren moderner Stücke (umgangssprachlich „Songs“), wie Pop- oder Rocksongs spricht man vom Songwriter. Dies ist derjenige, der im klassischen Sinn die Aufgaben des Komponisten und/oder Librettisten übernimmt, d.h. Form, Harmonik, Melodik, Rhythmik und/oder Text eines Songs kreiert und damit Urheber eines Songs ist.

Bekannte Songwriter sind, z. B. Ne-Yo (u.a. für Rihanna, Beyoncé, Mario) Lee Hazlewood (u.a. für Nancy Sinatra), Max Martin (u.a. für Ace of Base, Bon Jovi, Britney Spears, Backstreet Boys, Celine Dion), John Shanks (u.a. für Avril Lavigne, Kelly Clarkson, Sheryl Crow), Kara DioGuardi (u.a. für Britney Spears, Anastacia, Gwen Stefani) , Linda Perry (u.a. für Pink und Christina Aguilera) und Dieter Bohlen (u.a. für Bonnie Tyler, Wildecker Herzbuben, Yvonne Catterfeld - teils unter verschiedenen Pseudonymen).

Ebenfalls erfolgreiche und bekannte Songwriter sind oder waren Musiker wie John Lennon und Paul McCartney (Beatles), Mick Jagger und Keith Richards (Rolling Stones) sowie Martin Gore (Depeche Mode). Im Gegensatz zu den oben Genannten sind letztere jedoch hauptsächlich als Songwriter für ihre jeweils eigenen Bands tätig (gewesen).

Häufig verwechselt wird der Beruf des Songwriters mit der Musik- und Darbietungsform des Singer-Songwriters in der Tradition von beispielsweise Bob Dylan oder Joni Mitchell.

Typischer Ablauf eines Songwriter Songs
Typischer Ablauf eines Songwriter Songs

Das Songwriting hat eigene Fachausdrücke, die aus dem Englischen kommen und von modernen Popularbands, u.a. den Beatles geprägt wurden: Lick, Riff, Break, Fill, Stopp und Hookline.

Ein Songwriter teilt den Song in Parts auf, die Strophe, Bridge, Refrain und Chorus genannt werden. Es gibt noch spezielle Parts wie den C-Part oder Zwischenteil, die ein harmonischen oder rhythmischen neuen Part im bestehenden Song beschreiben. Dann gibt es noch den Breakpart, der eine rhythmische, kurze Phrasierung darstellt und das Intro bzw. das Outro eines Songs. Eine eindeutige, universell verständliche Begrifflichkeit existiert jedoch nicht. Welche Bezeichnung für welchen Teil des Songs verwendet wird ist u.a. abhängig von unterschiedlichen Traditionen und dem verwendeteten Musikstil.

Der Songwriter hat im Gegensatz zum klassischen Komponisten eine viel schmalere Besetzung zu instrumentieren, da Popmusik oft von nicht mehr als fünf oder sechs Musikern interpretiert wird. Zu der Besetzung zählen meist Harmonieinstrumente wie die E-Gitarre, das Keyboard und der E-Bass, Percussiv-Instrumente wie das Schlagzeug und alle Percussion-Instrumente. Am prägnantesten ist beim Songwriting die Melodieführung für die Gesangsstimme. Diese ist häufig ausschlaggebend für den Erfolg eines Songs. Sie bildet, zusammen mit den Harmonien, die Hookline, die für die Popmusik sehr wichtig ist.

Für die Umsetzung der Songidee produzieren aktuelle Songwriter häufig ihre Idee am Computer mit synthetischen Instrumenten vor, um dann dem Interpreten eine Demoversion vorspielen zu können. Im Umsetzungsprozess sind längst nicht so viele Noten im Gebrauch wie bei den Klassikern. Es wird sich meist auf die Akkordsymbolik beschränkt und die genannte Demoversion als Anschauungsmaterial verwendet.

Literatur

  • Masen Abou-Dakn: Songtexte schreiben. Handwerk und Dramaturgie im Songwriting. Autorenhaus Verlag 2006
  • Volkmar Kramarz: Die Pop Formeln. Voggenreiter 2006
  • Markus Fritsch, Andreas Lonardoni, Peter Kellert: Harmonielehre und Songwriting. Leu, Bergisch-Gladbach 1995
  • Jason Blume: 6 Steps to Songwriting Success: The Comprehensive Guide to Writing and Marketing Hit Songs. Billboard Books 2004
  • Jack Perricone: Melody in Songwriting: Tools and Techniques for Writing Hit Songs. Berklee Press Publications 2000
  • Claudia Nentwich: Liederfänger - Wege zum Songwriter. BOD 2007

Weblinks

Quelle:
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