Ein Sonnenfilter ist ein Zubehörteil eines optischen Instrumentes und ermöglicht bei richtiger Anwendung die gefahrlose Beobachtung der Sonne. Die geeigneten Geräte zur Sonnenbeobachtung, bei denen Sonnenfilter zum Einsatz kommen sind meist astronomische Teleskope oder Feldstecher.
Auch mit bloßem Auge darf die Sonne nie ohne einen geeigneten Sonnenfilter beobachtet werden, um Augenschäden zu vermeiden.
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Um die Sonne mit dem Teleskop oder Feldstecher beobachten zu können benötigt man einen Filter, der das meiste Licht absorbiert, damit das Auge des Beobachters keinen Schaden nimmt. Ideal dafür geeignet ist eine kostengünstige, geeignete Sonnenfilterfolie aus dem Fachhandel, die man vor die Öffnung des Teleskops spannt. Sie reduziert das einfallende Licht auf 0,001 % (1/100.000-stel). Neben den Folien werden häufig auch Objektiv-Sonnenfilter aus Glas verwendet.
Sonnenfilter werden in folgenden Formen angeboten:
Eine weitere Möglichkeit der Lichtabschwächung ist neben der Verwendung eines Filters die Verwendung eines Herschelkeils oder Pentaprismas in der Nähe des Brennpunktes. Im Gegensatz zur Filterfolie sind die letztgenannten Methoden deutlich teurer, liefern aber in der Regel auch deutlich bessere Bilder. Auch so kann man die Sonne gefahrlos betrachten.
Sichtbar sind mit dieser Methode neben Sonnenflecken auch die Granulation und Sonnenfackeln. Zur Kontraststeigerung können noch Farbfilter eingesetzt werden.
Protuberanzen, Flares und weitere Details werden mit amateurastronomischen Mitteln am besten mit einem Hα Filter sichtbar. Dieser Filter lässt nur das Licht mit einer Wellenlänge von 656,28 Nanometern hindurch.
Bei Glasfiltern erzeugt eine Chromschicht ein gelboranges Sonnenbild, wohingegen eine Aluminiumschicht ein blauweißes Bild erzeugt. Bei Folienfiltern wird ebenfalls meist ein blauweißes Bild erzeugt.
Die optische Dichte (OD) oder Extinktion gibt an, welcher Bruchteil des einfallenden Sonnenlichts durch den Filter gelangt. Die optische Dichte der Metallbeschichtungen kann je nach Anwendungsfall variiert werden. In der Regel sind dies OD = 3,0 (1/1.000), OD = 3,8 (1/6.309) oder OD = 4,0 (1/10.000) für fotografische Zwecke oder visuell mit zusätzlichem Filter, der die optische Dichte des gesamten Systems auf OD = 5,0 (1/100.000) herabsetzt, und OD = 5,0 (1/100.000) für visuelle Anwendungen ohne zusätzliche Filter und begrenzt auch für fotografische Zwecke.
Ein Objektiv-Sonnenfilter kann mit fast jeder Teleskopbauart verwendet werden. Einzige Ausnahmen sind der Schiefspiegler nach Kutter oder das Yolo.
Von selbstgebauten Filtern (Rußgeschwärztes Glas, Rettungsdecken, Schweißerbrillen u.ä.) ist unbedingt abzuraten, da dort keinerlei Kontrolle besteht, ob auch die ebenfalls schädlichen, aber unsichtbaren Ultraviolett- und Infrarotanteile des Sonnenlichtes ausgefiltert werden. Steht kein Sonnenfilter zur Verfügung, sollte man auf eine Beobachtung mittels Okularprojektion ausweichen, bei der die Beobachtungszeit jedoch kurz gehalten und von Pausen unterbrochen werden sollte, da sich Teile der Optik stark aufheizen können.
Auch Okularsonnenfilter, wie sie immer wieder mal günstigen Kaufhausteleskopen beiliegen, dürfen auf gar keinen Fall zur visuellen Beobachtung verwendet werden!
Diese können aufgrund der enormen Hitzeentwicklung bereits nach kurzer Beobachtungszeit platzen, was irreparable, massive Augenschäden bis hin zur sofortigen Erblindung innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde zur Folge haben kann.
Die einzig gefahrlose Möglichkeit zur Beobachtung der Sonne durch ein Fernglas oder Teleskop besteht darin, einen geeigneten Sonnenschutzfilter (Folie, Glas) vor der Öffnung des Teleskopes anzubringen, niemals am Okular. Für eine sichere visuelle Sonnenbeobachtung muss die optische Dichte mindestens OD = 5,0 (maximal 1/100.000-stel des Sonnenlichts wird durch gelassen) betragen.
Beschädigte Objektivfilter dürfen nicht weiter verwendet werden, da kein ausreichender Schutz mehr gewährleistet ist. Besonderes Augenmerk gilt hier den Filtern aus Sonnenfilterfolie (Löcher, Risse).
Bei Teleskopen darf der häufig vorhandene Sucher nicht vergessen werden. Für die Sonnenbeobachtung muss er vor der Öffnung lichtdicht verschlossen oder ebenfalls mit einem Sonnenfilter ausgestattet werden. Notfalls muss er abgebaut werden.
Im Zweifelsfall sollte vor der Beobachtung der Rat von Fachleuten (z.B. Optiker, Astronom) eingeholt werden.