Der Begriff Soziabilität benennt die Fähigkeit (Abilität) des Menschen, soziale Beziehungen aufzunehmen und zu erhalten. Prinzipiell verfügt jeder Mensch zumindest partiell genetisch über diese grundlegende Fähigkeit. Determiniert ist allerdings nicht, wie genau diese sozialen Beziehungen aussehen - dies wird erst in der Sozialisation geleistet, die die menschliche Angewiesenheit auf soziale Steuerung und Unterstützung bedient (siehe hierzu: Sozialität).
Der Begriff der Soziabilität wird häufig als Begriffpaar zusammen mit der Sozialität bei soziologisch-anthropologischen Bestimmungen des Menschen verwendet. Diese beiden Konzepte bedingen einander.
Soziabilitäten spiegelen sich u.a. in (potentiellen) intellektuellen Fähigkeiten wider:
Die Theorie der Vergesellschaftung versucht zu erklären, warum sich Menschen in Gesellschaften zusammengeschlossen haben, in denen sie ihre Soziabilität leben.
Ein verwandtes Konzept, das vornehmlich in der Psychologie relevant ist, ist das der Sozialkompetenz.
Soziabilität ist aber auch im gleichen Maße die Ursache für asoziales Handeln, d.h. die Ausbeutung der Sozialität der Mitakteure. Empathiefähigkeit etwa verleitet auch dazu, das Sozialverhalten anderer auszunutzen. Dies kann in helfenden Berufen zum Problem werden. Dem wird aber meist durch Supervision versucht, entgegenzusteuern.
Da aber kein Mensch, egal wie asozial er sich verhalten mag, ohne die Gesellschaft, die er ausnutzt, leben kann, bleibt er im Großen und Ganzen auf andere Menschen angewiesen, auch wenn er sich selber als Einzelgänger oder Eigenbrötler definiert. Das Prinzip "Soziabilität" ist unhintergehbar. Die Haltung des Asozialen der Gesellschaft gegenüber ist sogar als schizophren zu bezeichnen (vgl. hierzu Platons Theaitetos oder auch das theoretische Modell des Gefangenendilemmas).
| Wiktionary: Soziabilität – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
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