In der Soziologie hat der Begriff Sozialer Status zwei grundverschiedene Bedeutungen. In der Rollentheorie von Ralph Linton ist er gleichbedeutend mit dem Begriff Soziale Position. Im allgemeinen Sprachgebrauch der Soziologie und speziell in der Schichtungstheorie bezeichnet er das "Oben und Unten" in einer Gesellschaft. Er bezieht sich damit nicht generell auf Soziale Positionen, sondern auf gesellschaftlich nach hoch und niedrig bewertete, hierarchisch angeordnete Positionen.
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In der Rollentheorie von Ralph Linton ist der "soziale Status" gleichbedeutend mit der sozialen Position, die einem Akteur in einem - vorzugsweise festen - sozialen Zusammenhang zugewiesen wird (z.B. als Lehrer in der Schule, als Mutter in der Kernfamilie). Mit diesen Positionen sind gesellschaftliche Erwartungen und Rollenansprüche verbunden.
Die etwas geläufigere Bedeutung betont die hierarchische Differenzierung einer Gesellschaft durch den sozialen Status, wie sie auch in der Schichtungstheorie beschrieben wird. Sozialer Status kann hier synonym stehen, für den Rang, das Prestige, die soziale Wertschätzung, die Autorität und Macht, die eine Person in der Gesellschaft inne hat. An diese Position sind bestimmte Privilegien, Fähigkeiten, Rechte und Pflichten gebunden. Der soziale Status kann bezüglich verschiedener relevanter Merkmale unterschieden werden, wie Abstammung, Beruf, Einkommen, Bildung. Von Statuskonsistenz spricht man, wenn diese Merkmale miteinander hoch korrelieren (wenn also z.B. mit einer hohen Bildung auch ein hohes Einkommen verknüpft ist), von Statusinkonsistenz, wenn nicht (z.B. der Obdachlose mit Grundschulabbruch als Lottomillionär, oder der verarmte Akademiker).
Statusdifferenzen, werden durch Symbole legitimiert und gefestigt, so sind beispielsweise der Kunstgeschmack, die Essgewohnheiten, oder das Auto, das ein Individuum (sozialer Akteur) fährt, Ausdruck seines sozialen Status. Alltagssprachlich gilt das Auto als typisches Statussymbol. Diese Symbole sind jedoch nicht nur äußerlich, sondern auch mit einem bestimmten Habitus, also Einstellungen, Fähigkeiten, Distinktion , Lebensstil und Gewohnheiten der Individuen verknüpft.
Inhaltlich lassen sich der erworbene Status (achieved status) und der zugeschriebene Status (ascribed Status) unterscheiden. Dabei bezeichnet der erworbene Status, die unabhängig von sozialer Herkunft durch Leistung oder Fähigkeiten erreichte Position, der zugeschriebene Status die dem Individuum unabhängig davon zugeschriebene Position z.B. aufgrund von Alter oder Geschlecht.
Allgemein wird zwischen Gesellschaften, die stark differenzierte soziale Untergliederungen und fließende Status-Übergänge aufweisen und sog. Klassengesellschaften unterschieden. Im Zuge des Übergangs von der ständischen zu industriellen Gesellschaftsformen kam es in Westeuropa zu einer Aufweichung althergebrachter Statusdifferenzierungen. Dies führte einerseits zu einer größeren sozialen Mobilität, aber auch zu mehr Statusunsicherheit und höheren Anpassungs- und Orientierungserfordernissen.
Dabei nimmt die Bedeutung des erworbenen Status gegenüber dem zugeschriebenen Status zu (z.B. Machtverlust des Adels). In anderen Gesellschaften, wie z.B. dem indischen Kastensystem, kommt dem zugeschriebenen Status immer noch eine erhebliche Bedeutung zu. Dabei ist es jedoch auch in der westlichen Industriegesellschaft nicht so, dass Status allein durch Leistung erworben wird, sondern bestimmte, mit dem Status der Eltern verbundene Kompetenzen, Symbole und Beziehungen an die Kinder weitergegeben werden. Soziologische Untersuchungen haben ergeben, dass dem Beruf heute in westlichen Gesellschaften eine zentrale Bedeutung zur Statusdifferenzierung zukommt. Dabei sind beispielsweise in Deutschland, die Berufe des Arztes und des Professors besonders hoch angesehen.
Zur Untersuchung der Statusdifferenzierung werden quantitative und qualitative empirische Forschungsansätze miteinander verbunden. Neben "objektiv" gegebenen Größen, wie Einkommen und Beruf, werden auch Selbsteinschätzungen zum eigenen Status sowie zu einem "Höher-als" und "Tiefer-als" erhoben. Eine weitere wichtige Forschungsrichtung befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen sozialem Status und bestimmten Lebenseinstellungen, Gewohnheiten und Milieus.
Diese soziologische Forschung hat ergeben, dass dem sozialen Status auch in westlichen Gesellschaften eine handlungrelevante Bedeutung zukommt: So sind z.B. Heirats- und Liebesbeziehungen stark über den sozialen Status strukturiert. Über den sozialen Status sind auch weiterhin Lebenschancen ungleich verteilt: So gehen mit einem höheren sozialen Status bessere Bildung, Gesundheit und höheres Einkommen einher.