Hermias Sozomenos († um 450) war ein bedeutender spätantiker Kirchenhistoriker.
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Sozomenos stammte aus Gaza, das in dieser Zeit zum Oströmischen Reich gehörte. Er war orthodox-christlich erzogen, juristisch gebildet und zeigte Interesse am Mönchtum; auch hielt er sich einige Zeit im Westen des Römischen Reiches auf.
Von Sozomenos ist eine Theodosius II. gewidmete Kirchengeschichte (Historia Ecclesiastica) in neun Büchern erhalten, von der Buch 9 nur unvollständig erhalten ist. Sie behandelt (in Anschluss an Eusebius) die Zeit von 324 bis 439 und stellt eine nicht unwichtige Quelle für diese Zeit dar.
Das Werk steht in einer ähnlichen Tradition wie die Kirchengeschichten des Theodoret und des Sokrates Scholastikos, dessen Werk Sozomenos augenscheinlich intensiv rezipiert hat. Die drei Werke werden aufgrund der Ähnlichkeiten zueinander meist gemeinsam betrachtet, auch wenn die jüngere Forschung die Unterschiede zwischen ihnen stärker betont. Aufgrund der von Cassiodor angeregten lateinischen Übersetzung entfalteten sie auch im Westen eine große Wirkung, die das ganze Mittelalter anhielt.