Unter Spezies versteht man in der Chemie verschiedene immer miteinander in einem Reaktionsgleichgewicht auftretende Formen einer Substanz. Manchmal (v.a. in der Ökologie und ihren verwandten Wissenschaften) spricht man korrekter auch von chemischer Spezies, um die Verwechslungsgefahr mit der biologischen Spezies zu vermeiden.
Die Dissoziationsstufen von Säuren und Basen sind solche Spezies, die ihr Massenverhältnis mit dem umgebenden pH-Wert ändern:
Auch verschiedene Oxidationsstufen des selben Elements bezeichnet man als Spezies, wenn sie immer gemeinsam auftreten und in Abhängigkeit vom Redoxpotential der Lösung ihr Massenverhältnis ändern:
Nicht als Spezies gelten hingegen Verbindungen, in denen zwar das gleiche Element in unterschiedlichen Oxidationsstufen vorkommt, die aber nicht obligatorisch mit einander auftreten:
Die Herausbildung verschiedener chemischer Spezies heißt auch Speziierung. Sie hat eine erhebliche Bedeutung für die Aufnahme von Pflanzennährstoffen, für die Toxizität von Substanzen und für die Resorbierbarkeit von Pharmaka in Mund, Magen oder verschiedenen Darmabschnitten. Hier können sich die Spezies in ihren prozentualen Anteilen infolge Verändungen der lokalen physiko-chemischen Umwelt konstant ändern.
Brockhaus-1809: Die Chemie · Die antiphlogistische Chemie
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