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Durch die zahlreichen Eroberungen wurde das Römische Reich zu einem riesigen Vielvölkerstaat. Dabei trafen die Römer auf sehr unterschiedliche Kulturen, in denen sie Latein als Amtssprache einführten, während im Ostteil des Reiches Griechisch dominierte. Einige Sprachen im Westteil des Reiches wurden teilweise vom Latein verdrängt, einige blieben jedoch auch bis zum Untergang des Römischen Reichs und darüber hinaus lebendig.
Inhaltsverzeichnis |
Schon bei ihren ersten Eroberungen in Italien stießen die Römer auf Nachbarn mit verschiedenen Sprachen. Etruskisch war eine voll entwickelte Schriftsprache, die nicht mit dem Lateinischen verwandt ist. Die Sprache ist noch bis ins erste nachchristliche Jahrhundert belegt, scheint aber schon im ersten vorchristlichen Jahrhundert auf dem Rückzug gewesen zu sein, was vor allem durch zahlreiche römische Kolonien und Ansiedlungen im etruskischen Raum bedingt sein dürfte.
Umbrisch und Faliskisch sind ursprünglich im Bereich nördlich und westlich von Rom gesprochen worden und sind als Italische Sprachen mit dem Lateinischen verwandt und jeweils nur von ca. 30 Inschriften bekannt, die vom 7. bis zum ersten Jahrhundert v. Chr. datieren. Bedingt durch die räumliche Nähe zu Rom und sprachliche Verwandtschaft mit dem Lateinischen, sind diese Sprachen wohl schon im ersten Jahrhundert n. Chr. vollkommen ausgestorben.
Das Oskische ist die Sprache der Samniten, die vor allem in Kampanien lebten. Ihre Sprache ist von ca. 650 Inschriften bekannt und wie das Latein eine Italische Sprache. Die letzten Inschriften stammen aus Pompeji kurz vor dem Untergang der Stadt, was andeutet, das diese Sprache noch bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. gesprochen wurde.
Eine besondere Rolle spielt das Griechische, das aufgrund der kulturellen Überlegenheit zu manchen Zeiten die bedeutendere Sprache gegenüber dem Lateinischen war. Beide waren Amtssprachen des Imperium Romanum, während Latein mehr im Westen, Griechisch im Osten des Reiches (inkl. Nordost-Afrika) gesprochen wurde.
Neben dem Griechischen konnte sich Latein auf dem Balkan nicht gegen die indogermanischen Sprachen Illyrisch und Thrakisch durchsetzen. Lediglich im Rumänischen fand die Romanische Sprache ihren Niederschlag. Während Thrakisch später vom Bulgarischen verdrängt wurde, vermutet man, dass Illyrisch im heutigen Albanisch weiter lebt.
Vermutlich sind aufgrund der räumlichen Distanz zu Britannien das Keltische und ältere Sprachen Irlands und Britanniens nicht erloschen. Erst durch das Angelsächsische wurden die alten Sprachen fast völlig verdrängt. Das gallische Keltisch wurde in die Randzonen verdrängt, der Bretagne, Wales und Cornwall, sowie auf die Kanalinseln und nach Irland. In diesen gälisch genannten Sprachen finden sich noch heute keltische Substrate. (s. a. Irisch). Einige keltische und eventuell Etruskische sowie Rätische Reste haben sich in den Alpentälern des Rätoromanischen Gebietes erhalten.
Bis heute hat sich in Westeuropa an der französisch-spanischen Grenze das Baskische gehalten. Diese Sprache ist nicht indogermanischen Ursprungs und wird als sehr alt und autochthon angesehen. Desgleichen nimmt man auch für das Spanische ein iberisches Substrat an, das auf die vorrömerzeitlichen Bewohner der Iberischen Halbinsel zurückgeht, die allerdings bereits keltisiert waren.
Im Vorderen Orient waren es Aramäisch und das Ägyptisch-Koptische, die dem Griechischen Paroli bieten konnten. Das Alt-Ägyptische wurde bis ins vierte Jahrhundert auch noch geschrieben, wobei aber schon im zweiten Jahrhundert n. Chr. ein starkes Nachlassen der geschriebenen Sprache zu beobachten ist. Sie fand fast nur noch im religiösen Bereich Vewendung. Koptisch, das mit griechischen Buchstaben geschriebene Ägyptisch erscheint erst im 6. Jahrhundert und wird auch so gut wie nur im privaten oder christlich-religiösen Bereich benutzt. Griechisch war in Ägypten in römischer und byzantinischer Zeit eindeutig die Verwaltungssprache.
Aramäisch und das Ägyptisch-Koptische gehören beide afroasiatischen Sprachfamilie an und wurden erst vom Arabischen verdrängt.
Nach der Eroberung Karthagos im Jahr 146 v. Chr. gehörte das Punische auch offiziell zu den Sprachen des Imperium Romanum. Diese Sprache ging nicht mit der Stadt und seinen Bewohnern unter, sondern sie wurde bis weit ins 2. Jahrhundert n. Chr. im gesamten westlichen Mittelmeerraum inkl. Italien gesprochen. Die punische Sprache gehörte zur semitischen Sprachfamilie.
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