Ein Sprengboot ist ein schnelles, leichtes Motorboot, dass mit Sprengstoff gefüllt gegen ein auf dem Wasser oder am Ufer befindliches Ziel gesteuert werden kann, um dieses durch die eigene Explosion zu zerstören. Sprengboote wurden vor allem in Deutschland, Italien und Japan gebaut. Erstmals eingesetzt wurde dieses Marinekleinkampfmittel im Ersten Weltkrieg.
Die deutsche Kriegsmarine setzte in der Endphase des Zweiten Weltkriegs Sprengboote vom Typ Linse ein. Sie kamen insbesondere bei der versuchten Abwehr des alliierten Vormarsches entlang der französischen Küste, bei der Zerstörung von Hafenanlagen zum Einsatz. Die Sprengboote waren mit Kleinst-U-Booten und Kampfschwimmern im Kommando der Kleinkampfmittel zusammengefasst.
Beim Typ Linse wurde der Sprengsatz durch einen an der Scheuerleiste des Bootes umlaufenden, gefederten Bügel gezündet, der wie ein Aufschlagzünder wirkte. Bei Versagen konnte das Boot noch durch ein Funksignal gesprengt werden. Da die Einsätze kein Selbstopfer waren, sprang der Sprengbootfahrer, nachdem er das Boot mit Kurs auf das Ziel beschleunigt hatte, von diesem ab. Die Steuerung ins Ziel übernahm ein Begleitboot per Funksignal. Dieses sollte anschließend auch den Fahrer an Bord holen, was gefechtsbedingt nicht immer gelang.
Ein nicht mehr erprobter und eingestetzter Sprengboottyp der Kriegsmarine war der Tornado. Der Tornado bestand aus zwei Schwimmern des Transportflugzeugs Ju 52 und wurde vom gleichen Schubrohr angetrieben wie die V1. Über eine UKW-Funkfernsteuerung sollten die Tornado-Sprengboote wie auch beim Typ Linse ins Ziel gelenkt werden. Der Tornado kam über das Prototypenstadium nicht hinaus.[1]
In Japan wurden ab 1944 Sprengboote in großer Anzahl gebaut. Diese trugen die Bezeichnung Shinyo oder auch Maru-You. Besetzt von ein bis zwei Mann trugen die über 2 t schweren Boote eine im Vorschiff untergebrachte Sprengladung von ca. 250 kg. Sie erreichten Geschwindigkeiten von mehr als 28 kn.