Springer ist ein Wissenschafts-Verlag für Bücher, Zeitschriften und Online-Medien. Nach Elsevier ist Springer weltweit der zweitgrößte Verlag im Bereich Science, Technology, Medicine (engl. für Wissenschaft, Technik, Medizin; Abkürzg: STM). Neben der Medizin gehören Mathematik und Informatik, Biomedizin und Life Sciences, Geisteswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Managementthemen, Technik und Architektur zu den Gebieten, auf denen der Verlag eine bedeutende Position hat.
Standorte sind u.a. Berlin, Heidelberg, Dordrecht (NL), New York und Norwell (USA), Wien, Paris, Mailand und Neu-Delhi (Indien). Der Springer-Verlag ist namensgebender Teil der Verlagsgruppe Springer Science+Business Media.
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1842 gründete Julius Springer in Berlin eine Buchhandlung, aus der sich innerhalb kurzer Zeit der Springer-Verlag entwickelte. Julius Springer veröffentlichte politische Schriften (nach 1848), Schulbücher, deutsche Literatur und auch bereits wissenschaftliche Werke. Seine Söhne und Enkel wandten sich verstärkt der Wissenschaft zu und erweiterten den Verlag deutlich. Dieser blieb über viele Jahre hinweg im Familienbesitz.
Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg wurde Heidelberg 1946 das zweite Standbein des Verlags, der in Berlin übrigens am Heidelberger Platz in einem markanten dunkelroten Backsteinbau, der von 1954-57 den Sender Freies Berlin beherbergte, ansässig ist. Zur Geschichte und Bedeutung des Verlags gehört, dass mehr als 150 Nobelpreis-Träger bei ihm publizierten. Das sprechende Verlags-Wappen/Logo auf den Buchrücken ist seit Jahrzehnten die Schachfigur Springer.
Immer wieder wurden Verlage hinzugekauft. Zwei Dependancen, die z. T. ein eigenes Programm verfolgen, gibt es in New York (1964) und Wien. 1983 geht der Verlag ostwärts zunächst nach Japan und dann auch nach Indien und in die Volksrepublik China. Prägender Geschäftsführer nach 1945 wurde Dr. Heinz Götze. Letzter aktiver Inhaber aus der Gründerfamilie war der 1997 verstorbene Biologe Dr. Konrad Springer.
Etwa seit 1985 haben die Neuen Medien eine immer stärkere Bedeutung im Verlagsprogramm. Zunächst hatten einzelne Titel eine CD oder Diskette als Beilage. Inzwischen ist das in vielen Fächern bereits eine Selbstverständlichkeit. Newsletter, Datenbanken, Online-Services, Seminare und Konferenzen sind weitere Publikationsformen. Parallel zur Print-Ausgabe erscheinen heute die meisten Zeitschriften online im World Wide Web. Mit Lehrbuch-Medizin.de und Lehrbuch-Psychologie.de sind die bislang einzigen interaktiven Lernportale für Studenten im deutschsprachigen Raum erschienen.
Über viele Jahre firmierte der Verlag unter Julius Springer GmbH. In Berlin war vor dem Weltkrieg seine Buchhandlung in der Breiten Straße (Berlin-Mitte) und die Niederlassung in der Linkstraße (Tiergarten-Süd, zwischen Potsdamer Platz und Reichpietschufer) – nach dem Krieg war dort die Sektorengrenze. Seit 1983 am Heidelberger Platz wieder in einem eigenen Bau.
1980 zog er in Heidelberg von der Neuenheimer Landstraße (vis a vis vom Schloss) in den wabenförmig angelegten Neubau im Neuenheimer Feld (Am Rand des Uni-Campus).
Einen Bibliotheksservice baute seit 1941 die inzwischen eigenständige Fa. Lange & Springer auf.
1999 kaufte das Medienunternehmen Bertelsmann AG den Springer-Verlag und gründete die Verlagsgruppe BertelsmannSpringer. Seit dem Ende der 1990er Jahre standen unter der Bezeichnung "online first" text- und ausstattungsgleiche Artikel einiger wissenschaftlicher Zeitschriften den Abonnenten bereits vor der später folgenden Druckausgabe im Web zur Verfügung. Der Anteil der Online-First-Zeitschriften erhöhte sich in den folgenden Jahren kontinuierlich.
2003 verkaufte Bertelsmann die Verlagsgruppe an die britischen Private-Equity-Gesellschaften Cinven und Candover, die kurz davor bereits den niederländischen Wissenschaftsverlag Kluwer Academic Publishers (KAP) gekauft hatten. Die beiden Verlage wurden fusioniert und die Verlagsgruppe nun Springer Science+Business Media genannt. Derk Haank ist seither Vorsitzender der Geschäftsführung - weitere GF sind Martin Mos, Rüdiger Gebauer, Peter Hendriks.
2005: Neue Formen der Zeitschriftennutzung entwickeln sich um den Begriff Open Access Journals, dem Springer u. a. ein "Open-choice-Modell" der AutorInnen entgegenstellt.
2007 veräußert Springer Science+Business Media seine B2B-Bau-Aktivitäten an die Private-Equity-Gruppe GMT Communications Partners (GMT) in London. Der verkaufte Bereich umfasst die Bauverlag BV GmbH, Springer BauMedien ibau, Springer BauMedien Heinze, BauDatenbank GmbH und BauNetz Online-Dienst GmbH & Co.KG in Deutschland, sowie die Bau-Data GmbH in Österreich, die Springer Business Media Croatia d.o.o. in Kroatien, die Springer Media Czechia s.r.o. in der Tschechischen Republik und die Springer Business Media Magyarország Kiadó Kft. in Ungarn. Der Baubereich (B2B Construction) beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 800 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2006 einen Umsatz von fast 80 Millionen Euro.
Der Verlag entwickelte mehrere Geschäftsfelder:
Springer Science + Business Media Berlin
Springer-Verlag Heidelberg
Die Verlagsgruppe Springer Science+Business Media beschäftigt weltweit ca. 5.000 Personen in 70 Verlagen in über 20 Ländern Europas, Asiens und Amerikas.
Davon etwa 2.700 Mitarbeitende in Deutschland. In Berlin etwa 300. In Heidelberg etwa 600. Über die Jahrzehnte gab es dabei eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung, die nun seit den 90er Jahren durch die neuen Satz- und Drucktechniken ungefähr gleich bleibend ist. Der Anteil wissenschaftlich ausgebildeter Beschäftigter und der Frauenanteil sind beide sehr hoch.
Adelung-1793: Verlag, der · Springer, der
Brockhaus-1911: Verlag · Springer [3] · Springer · Springer [2]
Meyers-1905: Verlag · Springer [3] · Springer [1] · Springer [2]
Pataky-1898: Springer, Rosa · Springer, Frl. Marie
Pierer-1857: Verlag · Springer [4] · Springer [3] · Springer [1] · Springer [2]