In Deutschland gibt es heute eine Vielzahl offizieller Beinamen. Am bekanntesten ist vielleicht die Auszeichnung durch ein vorangestelltes Bad (z. B. Bad Pyrmont, Bad Nauheim, Bad Sooden-Allendorf); in letzter Zeit ist es zudem möglich, dass nur ein Stadtteil diese Auszeichnung erhält (z. B. Bad Wilhelmshöhe). Weithin akzeptiert sind auch Beinamen als offizieller Bestandteil des Namens, die die geographische Lage bezeichnen, um so eine Verwechslung mit gleichbenannten Orten oder Städten zu vermeiden (z. B. Schwäbisch Hall, Neckargemünd); mitunter kommen diese Beinamen auch in offiziell abgekürzter Schreibweise vor (z. B. Hann. Münden).
Ein interessanter Fall sind drei Städte in Sachsen-Anhalt, die heute in unterschiedlicher Weise den Beinamen Lutherstadt führen: Lutherstadt Eisleben, Lutherstadt Wittenberg sowie – bislang nur teilweise offiziell – Mansfeld-Lutherstadt).
Kassel bekennt sich seit 1999 durch den offiziellen Beinamen documenta-Stadt zur weltweit wichtigsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst und dokumentiert damit, dass dieses Projekt zum Selbstverständnis der gesamten Stadt Kassel gehört.
In Österreich sind – bis auf das auch hier häufig vergebene Prädikat Bad – offizielle Städtebeinamen unüblich, nicht zuletzt wegen der Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus (Stadt der Volkserhebung etc.). Die burgenländischen Statutarstädte Eisenstadt und Rust tragen aber schon seit ungarischer Zeit traditionell den Beinamen Freistadt (nicht zu verwechseln mit der oberösterreichischen Stadt Freistadt).