Städter

Städter ist ein expressionistisches Gedicht von Alfred Wolfenstein aus dem Jahr 1914.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Das Gedicht behandelt Wolfenstein, der beim Erscheinen dieses Gedichts in Berlin lebte, das Thema Großstadtanonymität.

In der ersten Strophe beschreibt das lyrische Ich, wie eng er die Fenster der Häuser gereiht sieht.

Dicht wie Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, daß die Straßen
Grau geschwollen wie Gewürgte stehn.

In der zweiten Strophe wird das Innenleben einer Straßenbahn geschildert.

Ineinander dicht hineingehakt
Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Leute, ihre nahen Blicke baden
Ineinander,ohne Scheu befragt.

In der dritten Strophe werden die dünnhäutigen Wände beschrieben.

Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
Daß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
Unser Flüstern, Denken ... wird Gegröle ...

In der vierten Strophe wiederum bezeichnet der Autor die Unterkünfte der Stadtmenschen als „dick verschlossene Höhlen“.

Und wie still in dick verschlossner Höhle
Ganz ungerührt und ungeschaut
Steht ein jeder fern und fühlt: alleine.

Kommentar

Alfred Wolfenstein zeichnet ein düsteres Bild des Großstadtlebens am Anfang des 20. Jahrhunderts und kritisiert dessen Anonymität.

Form

Als Gedichtform wählte Wolfenstein das Sonett und verfasste es in einem umarmenden Reim (abba).

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Quelle:
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