Das 1861 gegründete Städtische Museum Braunschweig ist mit seiner Sammlung von über 270.000 Objekten zur Braunschweigischen Geschichte eines der größten kunst- und kulturgeschichtlichen Museen Deutschlands.
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Durch eine Bürgerinitiative im Vorfeld der Jahrtausendfeier der Stadt 1861 wurde die Gründung einer Sammlung kultureller und künstlerischer Leistungen der Bürger Braunschweigs vorbereitet. Der Historiker und Privatgelehrte Carl Schiller gründete dazu 1859 einen Sammlerverein, der erhaltenswerte Gegenstände im Herzogtum Braunschweig zusammentrug. Die in Anlehnung an die damaligen Altwarenhändler, die „Kleiderseller“, als „Die ehrlichen Kleiderseller zu Braunschweig“ bezeichnete Vereinigung besteht bis heute. Das 1861 eröffnete Stadtarchiv und die Stadtbibliothek wurden am 1. Mai 1865 durch das Städtische Museum ergänzt. Die zunächst im Neustadtrathaus eingerichtete Sammlung wurde durch Carl Schiller († 1878) ehrenamtlich geleitet, der als Gründer des Museums angesehen werden kann. Er stiftete dem Museum seine umfangreiche Privatsammlung.
Erster hauptamtlicher Direktor wurde 1898 Franz Fuhse, unter dessen bis 1932 dauernder Leitung der 1906 durch Max Osterloh geschaffene Neubau am Löwenwall bezogen wurde. Der Bau wurde durch private Spenden, insbesondere des Braunschweiger Kaufmanns, Weltreisenden und Sammlers Carl Götting († 1899) ermöglicht. Von 1932 bis 1952 war der Historiker und angesehene Numismatiker Wilhelm Jesse († 1971) Direktor des Museums. Unter der von 1953 bis 1977 dauernden Museumsleitung Bert Bilzers († 1980) wurde 1976 ein umfangreicher Umbau abgeschlossen. Dem langjährigen Museumsdirektor Gerd Spies (1977-2003) folgte am 1. März 2003 der jetzige Leiter Martin Eberle. Seit dem Jahr 2004 besteht der Förderverein „Freunde des Städtischen Museums Braunschweig e. V.“.
Das Städtische Museum zeigt im Haupthaus am Löwenwall die folgenden Abteilungen.
Die Formsammlung wurde von 1942 bis 1955 von dem Maler und Grafiker Walter Dexel im Auftrag der Stadt Braunschweig aufgebaut und geleitet. Die Leitung übernahm 1955 sein Sohn Thomas Dexel, der die Sammlung auch um modernes Gebrauchsgerät erweiterte. Die Bestände umfassen einfache Gebrauchsgegenstände von der Antike bis zur Gegenwart. Die Formsammlung ist seit 1963 Bestandteil des Städtischen Museums. Während bis 2002 eigene Ausstellungsräume mit einer Dauerausstellung in der Villa Gerloff am Löwenwall 16 zur Verfügung standen, sind die Bestände heute nur noch in Sonderausstellungen des Städtischen Museums zu besichtigen.
Im Altstadtrathaus wird seit 1991 die Dauerausstellung „Geschichte der Stadt Braunschweig“ präsentiert. Gezeigt werden die Bereiche Stadtwerdung (9. Jahrhundert – 1227), Bürger- und Hansestadt (1227-1671), Residenzstadt (1671–1830), Industriestadt (1830–1945) und Moderne Großstadt (1945-2005). Der Betrieb der Zweigstelle wird durch ehrenamtliche Helfer aufrecht erhalten.
Die 2005 integrierte Sammlung des Wolfsburger Ehepaars Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch besteht aus etwa 3.500 Gemälden, Skulpturen und Graphiken, insbesondere der Klassischen Moderne. Die Exponate werden ab 2007 dauerhaft in der umgebauten Stadtbibliothek gezeigt, die in den Neubau des Braunschweiger Residenzschlosses umziehen wird.
Das Museum erhielt bis in die jüngste Zeit umfassende Schenkungen:
Das Städtische Museum Braunschweig präsentierte in seiner Geschichte zahlreiche Sonderausstellungen, die auch überregionale Beachtung fanden (Auswahl):
Im Städtischen Museum finden seit 1988 regelmäßig Jazz-Konzerte der 1978 gegründeten Musikerinitiative Braunschweig e. V. statt.
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