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Die Störungsrechnung ist ein Teilgebiet der angewandten Mathematik. Sie wird vor allem in der Physik und Himmelsmechanik eingesetzt und befasst sich mit den Auswirkungen kleiner Störungen auf ein System - wie zum Beispiel den Bahnstörungen in der Himmelsmechanik. Dies sind jene Änderungen der Kepler'schen Ellipsenbahn eines Himmelskörpers um einen anderen, die
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Unter der Annahme, dass nur die beiden Hauptkörper existieren und kugel-symmetrisch aufgebaut sind, bewegen sie sich in einem luftleeren Raum nach den drei Keplerschen Gesetzen umeinander. Ihre Bahnen lassen sich durch 6 Bahnelemente vollständig beschreiben und beziehen sich auf den Massenschwerpunkt (Baryzentrum) des Systems. In diesem seit etwa 300 Jahren mathematisch streng gelösten Zweikörperproblem sind die Bahnelemente unveränderlich, wenn das zugrundeliegende Koordinaten-Bezugssystem einem Inertialraum entspricht.
Sind aber die drei o.a. Bedingungen nicht vollständig erfüllt - was im Planetensystem deutlich zu merken ist und theoretisch auch im interstellaren Raum -, ändern sich die Bahnelemente (a, e, i, Ω, ω, T) im Laufe der Zeit (t) und die Bewegungen folgen nicht mehr exakt dem Kepler'schen Flächensatz.
Im Regelfall kann angenommen werden, dass die störenden Kräfte klein sind. Dann kann man ihren Einfluss auf die Flugbahnen durch Differentialgleichungen hinreichend genau modellieren und die Änderungen der Bahnelemente (da/dt, de/dt usw.) sind lineare Funktionen der Kräfte.
Bei stärkeren Bahnstörungen sind auch quadratische oder sonstige kompliziertere Modelle erforderlich. Es gibt ferner die Möglichkeit, die (beobachteten) Bahnänderungen durch Reihen, Fourieranalyse etc. zu beschreiben, ohne ihren Ursachen nachzugehen (entsprechend dem Unterschied zwischen Kinematik und Dynamik).
Die Störungsrechnung geht fast ausschließlich¹ im Sinne der Dynamik vor und kennt dabei zwei prinzipielle Vorgangsweisen:
Bahnbestimmung, Jarkowski-Effekt, Carl Friedrich Gauß, Laplace, numerische Integration, Periheldrehung