St. Augustine (Florida)

Lage von St. Augustine
Lage von St. Augustine
Seit 1565 wurden in der Stadt fünf Flaggen gehisst. Von links: US-amerikanisch, konföderiert, spanisch (nach 1785), britisch (Union Jack vor 1801) und spanisch (Burgunderkreuz, vor 1785)
Seit 1565 wurden in der Stadt fünf Flaggen gehisst. Von links: US-amerikanisch, konföderiert, spanisch (nach 1785), britisch (Union Jack vor 1801) und spanisch (Burgunderkreuz, vor 1785)

St. Augustine ist eine US-amerikanische Stadt im Nordosten von Florida direkt an der Atlantikküste. Sie hat 12.157 Einwohner (Stand 2004) auf einer Fläche von 27,8 km². Die Stadt liegt in St. Johns County und ist dessen Verwaltungssitz.

St. Augustine ist die älteste durchgehend besiedelte von Europäern gegründete Stadt der USA.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

St. Augustine wurde von dem spanischen Admiral Pedro Menéndez de Avilés am 28. August 1565 gegründet, dem Gedenktag des Heiligen Augustinus von Hippo, nach dem die neue Siedlung San Agustín genannt wurde. Bereits vorher gegründete Siedlungen, zum Beispiel die ursprüngliche Kolonie in Pensacola im Westen Floridas (15591561) und Fort Caroline, das heutige Jacksonville (bis 1564) wurden wieder aufgegeben. Eine katholische Messe in St.Augustine war der erste christliche Gottesdienst in einer dauerhaften Siedlung auf dem Gebiet der heutigen USA. Der 1566 geborene Martin de Arguelles war das erste Kind europäischer Abstammung, das auf dem Festland der heutigen USA geboren wurde. 21 Jahre später wurden die englischen Siedlungen Roanoke Colony auf Roanoke Island, North Carolina, und Virginia Colony gegründet, 42 Jahre später wurden die erfolgreichen Siedlungen in Santa Fe, New Mexico, und Jamestown, Virginia, gegründet

1586 wurde St. Augustine von Sir Francis Drake angegriffen und niedergebrannt. 1668 wurde die Stadt von Piraten geplündert, dabei wurden die meisten Bewohner getötet. 1702 und 1740 wurde St. Augustine erfolglos von britischen Streitkräften aus den neuen Kolonien im heutigen North Carolina, South Carolina und Georgia angegriffen. Letzterer Angriff war der gefährlichere, bei dem sich James Oglethorpe aus Georgia und Ahaya, der Kuhhirte, Häuptling der Alachua-Gruppe der Seminolen, verbündeten und die Stadt belagerten.

1763 beendete der Pariser Frieden den Franzosen- und Indianerkrieg und sprach Florida und damit auch St. Augustine den Briten zu, nachdem sie es nicht geschafft hatten, es gewaltsam zu erobern. Nun unter britischer Herrschaft war St. Augustine während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges eine der britischen Krone treue Kolonie. Durch den Frieden von Paris (1783) wurden die Kolonien nördlich von Florida unabhängig, während Florida den Spaniern zugesprochen wurde.

Zwischen 1784 und 1821 war St. Augustine wieder in spanischer Hand. Spanien selbst wurde während dieser Zeit von Napoleon besetzt und musste um seine Kolonien bangen. Florida hatte für Spanien nicht mehr die frühere Bedeutung, im Gegensatz zu den expandierenden Vereinigten Staaten, denen Florida außerordentlich wichtig war. 1821 wurden die spanischen Kolonien in Florida, und damit auch St. Augustine, mit dem Adams-Onís-Vertrag friedlich an die Vereinigten Staaten übergeben.

Florida war zunächst ein Territorium der Vereinigten Staaten bis es 1845 ein Bundesstaat wurde. 1861 brach der Sezessionskrieg aus. Florida trat aus der Union aus und trat der Konföderation bei. Schon vorher, am 7. Januar 1861, hatten staatliche Truppen das mit einer Garnison der Union besetzte Fort in St. Augustine eingenommen. Am 11. März 1862 hatten Unionstruppen die Stadt zurückerobert, sie behielten auch für die restlichen Kriegsjahre die Kontrolle über die Stadt. 1865 trat Florida wieder den Vereinigten Staaten bei.

Zahlreiche Gebäude aus der Zeit als spanische Kolonie sind heute noch in der Stadt zu finden, darunter die zwischen 1672 und 1695 erbaute Festung Castillo de San Marcos. Sie konnte im 18. Jahrhundert erfolgreich gegen die britischen Angriffe verteidigt werden und wurde während des Sezessionskrieges von Unionstruppen besetzt. Später wurde der Indianerhäuptling Osceola dort interniert.

Ende des 19. Jahrhunderts bekam St. Augustine einen Eisenbahnanschluss. Angeführt von dem Industriellen Henry Flagler wurde die Stadt zu einem Winterwohnsitz der reichen Oberschicht. Mehrere der in dieser Zeit errichteten Villen und Hotels stehen heute noch und werden unter anderem vom Flagler College und von Museen genutzt. Flagler war am weiteren Ausbau der Ostküste Floridas maßgeblich beteiligt, zum Beispiel erbaute er die Florida East Coast Railway, die 1912 schließlich Key West erreichte.

Durch die gut erhaltene Architektur der Zeit der spanischen Kolonialisierung und des 19. Jahrhunderts wird St. Augustine heute von zahlreichen Touristen besucht. 1938 wurde südlich der Stadt der Themenpark Marineland eröffnet, einer der Freizeitparks der USA.

Geografie

St. Augustine hat die Koordinaten 29° 53′ N 81° 18′ W.

Die Stadt hat eine Fläche von 27,8 km², davon sind 6,1 km² (22%) Wasser.

Die Stadt liegt an der Bucht St. Augustine Inlet des Matanzas River, einer Seitenbucht des Atlantiks.


Sehenswürdigkeiten

Flagler College
Flagler College
Lightner Museum und City Hall
Lightner Museum und City Hall
  • St. Augustine Alligator Farm Zoological Park
  • Anastasia State Park, ein Naturpark
  • Bridge of Lions, eine Klappbrücke aus den 1920er Jahren
  • Casa Monica Hotel, ein historisches Hotel von 1888
  • Castillo de San Marcos National Monument
  • Cathedral of St. Augustine, gebaut 17931797
  • City Gates
  • Flagler College, Teile davon befinden sich im ehemaligen Ponce de Leon Hotel
  • Fort Matanzas National Monument, ein spanisches Fort von 1740
  • Florida School for the Deaf and Blind, eine 1885 gegründete Hör- und Sehbhindertenschule
  • Fort Mose Historic State Park, die erste freie Siedlung von Afroamerikanern auf dem Gebiet der heutigen USA
  • Fountain of Youth
  • Gonzalez-Alvarez House, das älteste Haus
  • Grace United Methodist Church, 18861887 von Henry Flagler erbaut
  • Lightner Museum, im ehemaligen Hotel Alcazar
  • Colonial Spanish Quarter Living History Museum
  • Old St. Johns County Jail, ein historisches Gefängnis
  • das älteste Schulgebäude der USA
  • Potters Wax Museum
  • Ripley's Believe it or Not! Museum
  • St. Augustine Lighthouse, ein Leuchtturm aus dem Jahr 1874 mit angeschlossenem Museum
  • St. George Street
  • Trinity Episcopal Church
  • World Golf Hall of Fame & IMAX Theater at World Golf Village
  • Villa Zorayda, ein Nachbau der Alhambra, den der Millionär Franklin Smith im Jahr 1883 auf seinem Grundstück errichten ließ

Sonstiges

Seit 1998 ist die World Golf Hall of Fame, die Ruhmeshalle des Golfsports, in St. Augustine beheimatet.

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten, die in der Stadt gelebt haben

Weblinks

Quelle:
Artikel St. Augustine (Florida) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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