| St. Gallen | |
|---|---|
![]() |
|
| Basisdaten | |
| Kanton: | St. Gallen |
| Wahlkreis: | St. Gallen |
| BFS-Nr.: | 3203 |
| PLZ: | 9000-9029 |
| Koordinaten: | (746265 / 254310) |
| Höhe: | 675 m ü. M. |
| Fläche: | 39,41 km² |
| Einwohner: | 69'907
(31. Dezember 2006) |
| Website: | www.stadt.sg.ch |
| Karte | |
St. Gallen (fr. St-Gall, it. San Gallo, rät. Sogn Gagl) ist eine politische Gemeinde und die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons St. Gallen in der Schweiz. St. Gallen zählt 69'907 Einwohner (Ende 2006) und ist mit rund 700 m ü.M. eine der höher gelegenen Städte der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
St. Gallen besteht nebst der alten Stadtgemeinde (bis 1798 freie Reichsstadt und Republik St. Gallen) aus den ursprünglichen Dörfern und Weilern Bruggen, Hafnersberg, Heiligkreuz, Kräzern, Krontal, Lachen, Neudorf, Notkersegg, Riethüsli, Rotmonten, St. Fiden, St. Georgen, Sittertal, Tablat und Winkeln. Sie gehörten zu den Gemeinden Straubenzell und Tablat und wurden 1918 in die Stadt eingemeindet.
Die Stadt liegt zwischen zwei parallel verlaufenden Hügeln, dem Rosenberg im Norden und dem Freudenberg im Süden. Das Tal, das auf einer Ost-Westachse liegt, wird im Westen durch die tiefe Sitterschlucht begrenzt, im Osten fliesst die Steinach aus der Stadt heraus Richtung Bodensee. Vom Freudenberg, der mit den Drei Weieren ein beliebtes Naherholungsgebiet ist, kann man bei günstiger Sicht den kompletten Bodensee, das Thurgau sowie den Süden Deutschlands sehen.
Wegen der speziellen Topografie der Stadt wird St. Gallen auch die Stadt der Tausend Treppen genannt, da viele Treppen den Freuden- als auch Rosenberg hinauf führen.
Die Stadt teilt sich heute in drei Stadtkreise (West, Centrum sowie Ost) auf, welche wiederum in Quartiergruppen und Quartiere unterteilt sind.
| Kreis | Quartiergruppe | Nr. | BFS-Code |
|---|---|---|---|
| West | Winkeln | 11 | 3203011 |
| West | Bruggen | 12 | 3203012 |
| West | Lachen | 13 | 3203013 |
| Zentrum | Rosenberg | 21 | 3203021 |
| Zentrum | Riethüsli | 22 | 3203022 |
| Zentrum | St.Georgen | 23 | 3203023 |
| Zentrum | Innenstadt | 24 | 3203024 |
| Zentrum | Nordostquartier | 25 | 3203025 |
| Zentrum | Südostquartier | 26 | 3203026 |
| Ost | Rotmonten | 31 | 3203031 |
| Ost | Langgass-Heiligkreuz | 32 | 3203032 |
| Ost | St.Fiden | 33 | 3203033 |
| Ost | Notkersegg | 34 | 3203034 |
| Ost | Neudorf | 35 | 3203035 |
Der Stadtkreis West erstreckt sich von Lachen, Schoren bzw. Haggen bis nach Winkeln und Gründenmoos.
Das Zentrum streckt sich vom Rosenberg in die Innenstadt bis nach St. Georgen beziehungsweise Riethüsli.
Der Stadtkreis Ost beginnt bei St. Fiden und erstreckt sich in Richtung Rotmonten wie auch Notkersegg sowie Neudorf.
| Kreis | Quartiergruppe | Quartier |
|---|---|---|
| Kreis West | Winkeln | Hafnersberg |
| Breitfeld - Gründenmoos | ||
| Winkeln Nord - Industrie | ||
| Winkeln Süd | ||
| Gübsensee | ||
| Chräzeren | ||
| Altenwegen | ||
| Bruggen | Sittertobel | |
| Bruggen - Zürcherstrasse | ||
| Boppartshof - Hinterberg | ||
| Haggen - Oberstrasse - Langweid | ||
| Moos - Waldacker - Lerchenfeld | ||
| Lachen | Vonwil - Lachen - Schoren | |
| Kreis Centrum | Rosenberg | Hölzli - Joosrüti |
| Rosenberg - Kreuzbleiche | ||
| Riethüsli | Riethüsli | |
| St. Georgen | St. Georgen - Bernegg | |
| St. Georgen - Bach | ||
| Stuelegg - Rüti | ||
| Innenstadt | St.Leonhard-Ost | |
| Altstadt | ||
| St.Jakob | St.Jakob | |
| Linsebühl - Dreilinden | Linsebühl - Dreilinden | |
| Kreis Ost | Rotmonten | Rotmonten |
| Langgass - Heiligkreuz | Langgass - Heiligkreuz | |
| St. Fiden | St. Fiden - Krontal | |
| Notkersegg | Notkersegg | |
| Kurzegg - Rank | ||
| Hub - Schaugentobel | ||
| Neudorf | Achslen - Wilen | |
| Stephanshorn - Zil - Kesselhalden - Guggeien |
Die Anfänge der Siedlung St. Gallen gehen auf den irischen Mönch St. Gallus (* um 550; † 620 oder 640) zurück, der 612 am Fluss Steinach eine Einsiedlerklause errichtete.
Nach seinem Tod entwickelte sich die Klause rasch zu einer Wallfahrtsstätte.
Im Jahr 719, also hundert Jahre nach dem Tod Gallus', gründete der alemannische Priester Othmar zu Ehren Gallus am Wallfahrtsort eine Abtei und gab ihr den Namen St. Gallen (siehe: Fürstabtei St. Gallen).
St. Gallen wurde zu einer Zufluchtstätte für irische Gelehrte und Künstler, welche in ihrer Heimat von den Wikingern sowie den Dänen verfolgt wurden. Es wurden weitere Orte oder Kirchen nach Gallus benannt. Ein sehr bemerkenswerter Originalplan eines Klosters (so genannter St. Galler Klosterplan), der in der ehemaligen Stiftsbibliothek von St. Gallen aufbewahrt wird und um 820 entstand, vermittelt eine akkurate bildliche Darstellung des idealen Klosters mit allen dazugehörigen Details. Hier befindet sich auch der bedeutendste frühmittelalterliche Bestand von Originalurkunden im gesamten Bereich nördlich der Alpen. Allein aus dem 9. Jahrhundert sind fast 600 Urkunden erhalten.
St. Gallen liegt am Jakobsweg von Rorschach nach Einsiedeln.
Ab 1526 führte der damalige Bürgermeister und Humanist Joachim von Watt (Vadian) die Reformation in St. Gallen ein. Die Stadt gehörte 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) am Reichstag zu Speyer. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens.
Der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt St. Gallen begann in der Reformationszeit mit der Textilindustrie. Ab dem 15. Jahrhundert war die Stadt St. Gallen das Zentrum einer immer blühenderen Leinenindustrie, die um 1714 mit einer Jahresproduktion von 38'000 Tüchern ihren Höchststand erreichte. Damals stickten gegen 30'000-40'000 Frauen in der ganzen Ostschweiz und dem nahen Vorarlberg für die St. Galler Stickerei -Exporteure. Der Erfolg der St. Galler Textiliindustrie beruhte dabei auf drei Faktoren: Arbeitsteilung im Verlagssystem (Anbau, Spinnen, Weben, Färben, Bleichen, Kämmen durch jeweils spezialisierte FachhandwerkerInnen), Zentralisierung der hochwertigen Arbeiten mit staatlicher Qualitätsprüfung in der Stadt sowie dem Fernhandel durch Grosskaufleute.
In der Mitte des 18. Jahrhunderts trat dann die erste Stickereikrise ein (Tiefpunkt: Jahresproduktion von 11'000 Tüchern), die durch die sich im Ausland mächtig entwickelnde Konkurrenz, und noch mehr durch die von Peter Bion 1721 eingeführte Baumwollindustrie bedingt war. St. Gallen konnte jedoch bald eine führende Rolle bei der Mechanisierung der Textilindustrie einnehmen, was im 19. Jahrhundert zu einer zweiten, ungeahnten Blüte der Stickereiindustrie führte. Am Anfang des 19. Jh. wurden in St. Gallen die ersten Stickmaschinen entwickelt. Die Maschinen machten die Stickerei zu einer Heimindustrie, die der armen Landbevölkerung einen Zusatzerwerb bot. Um 1910 war die Stickereiproduktion mit 18 Prozent der grösste Exportzweig der Schweizer Wirtschaft und über 50(!) Prozent der Weltproduktion kamen aus der Gallusstadt. In der Ostschweiz lebte rund ein Fünftel der Bevölkerung von der Textilindustrie. Die Einwohnerzahl der Stadt St. Gallen mehr als verdreifachte sich von 11'234 im Jahre 1850 auf 37'869 im Jahre 1910; um 1900 hatte nur noch Genf eine grössere Bevölkerungsdichte als St. Gallen.
Der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise kurz danach liess dann die St. Galler Stickerei zum zweiten Mal in eine grosse Krise schlittern. Erst nach 1950 setzte eine leichte Erholung der Stickerei-Industrie ein. Leistungsstarke Stickautomaten machen diese heute zu einem hoch spezialisierten Zweig der Textilindustrie. St. Galler Stickereien gehören dabei nach wie vor zu den meist gefragten Materialien für Kreationen der Pariser Haute Couture.
Bis heute sind Relikte aus der einstigen wirtschaftlichen Blüte der Stadt St. Gallen sichtbar:
Die Legislative der Stadt ist das Stadtparlament (früher Grosser Gemeinderat), dessen 63 Mitglieder alle vier Jahre vom Volk gewählt werden. Das Stadtparlament trifft sich monatlich zu öffentlichen Sitzungen. Der aus fünf Mitgliedern bestehende Stadtrat bildet die Exekutive und wird ebenfalls für jeweils vier Jahre gewählt.
Die fünf Mitglieder des Stadtrates sind je für eine Direktion zuständig. Die Aufteilung für 2005 wurde am 2. November 2004 festgelegt und sieht wie folgt aus. Thomas Scheitlin und Nino Cozzio wurden am 24. September 2006 in einer Ersatzwahl gewählt.
| Stadtrat | Partei | Direktion |
|---|---|---|
| Thomas Scheitlin | FDP | Inneres und Finanzen |
| Nino Cozzio | CVP | Soziales und Sicherheit |
| Elisabeth Beéry Siegwart | SP | Bau und Planung |
| Fredy Brunner | FDP | Technische Betriebe |
| Barbara Eberhard-Halter | CVP | Schule und Sport |
Der aktuelle Stadtpräsident ist Thomas Scheitlin (FDP).
Die letzten Wahlen fanden am 26. September 2004 statt (zweiter Wahlgang 31. Oktober). Sie ergaben folgende Sitzverteilung:
| CVP | SP | FDP | SVP | Grüne | EVP | PFG | Total | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stadtparlament | 12 | 17 | 13 | 11 | 7 | 2 | 1 | 63 |
| Stadtrat | 2 | 1 | 2 | - | - | - | - | 5 |
| Stadtpräsident | - | - | 1* | - | - | - | - | 1* |
| Total | 14 | 18 | 15 | 11 | 7 | 2 | 1 | 68 |
(*)Stadtpräsident ist auch Mitglied des Stadtrates
Die Stadt St. Gallen wurde 1856 mit der Eröffnung der Strecke St. Gallen Winkeln–St. Gallen der St.-Gallisch-Appenzellischen Eisenbahn erstmals an das Bahnnetz angeschlossen.
Der Hauptbahnhof St. Gallen ist für die Ostschweiz zentral. Von St. Gallen aus sind das Rheintal, der Bodenseeraum, Appenzell, und die Zentralschweiz gut mit der Bahn erreichbar. St. Gallen ist auch das Zentrum der S-Bahn St. Gallen. Der Flughafen Zürich ist eine Stunde entfernt. Der nächste Flughafen ist der Flughafen St. Gallen-Altenrhein, von welchem vor allem Flugverbindungen nach Wien bestehen.
Neben dem Hauptbahnhof verfügt St. Gallen über drei Bahnhöfe der Schweizerischen Bundesbahnen, St. Gallen St. Fiden, St. Gallen Bruggen und St. Gallen Winkeln sowie den Bahnhof St. Gallen Haggen der Südostbahn. Daneben verbinden die Appenzeller Bahnen St. Gallen mit Speicher und Trogen sowie Gais und Appenzell.
Die Stadt verfügt über ein dichtes Busnetz der Verkehrsbetriebe der Stadt St. Gallen (VBSG). In der Stadt fährt auch die Bergbahn Mühleggbahn ins Naherholungsgebiet Drei Weieren. Bis 1957 verfügte St. Gallen zudem über eine Trambahn, die Trambahn der Stadt St. Gallen.
Unterhalb der Stadt verläuft der Rosenbergtunnel.
| Portal: St. Gallen – Übersicht zu den Artikeln über die Stadt und den Kanton St. Gallen |
| Commons: St. Gallen – Bilder, Videos und Audiodateien |
Andwil | Eggersriet | Gaiserwald | Gossau | Häggenschwil | Muolen | St. Gallen | Waldkirch | Wittenbach
Kanton St. Gallen | Bezirke des Kantons St. Gallen | Gemeinden des Kantons St. Gallen
Adelung-1793: Gallen (2) · Gallen (3) · Gällen · Gallen (1)
Brockhaus-1837: Sanct-Gallen · Gallen
Brockhaus-1911: Sankt Gallen · Gallen
DamenConvLex-1834: Sanct Gallen
Herder-1854: St. Gallen [2] · St. Gallen [1] · Gallen, auf den
Meyers-1905: Gallen, St · Sankt Gallen [1] · Sankt Gallen [2] · Gallen [1] · Gallen [2] · Gallen [3]
Pierer-1857: Gallen [3] · Gallen, St. [1] · Gallen, St. [2] · Gallen Kolik · Gallen [1] · Gallen [2]